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Spielen weiterhin in der Bayernliga: die Spieler des TEV Miesbach.

Aufstiegsverzicht

TEV: Absage an die Oberliga

  • vonThomas Spiesl
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Der TEV Miesbach verzichtet auf den Aufstieg in die Eishockey-Oberliga und spielt damit weiterhin in der Bayernliga.

Miesbach – Lange haben sich die Verantwortlichen des TEV Miesbach in den vergangenen Wochen beraten. Nun steht der Entschluss fest: Der TEV verzichtet auf den Aufstieg in die Oberliga Süd.

Die abgelaufene Spielzeit hatten die Miesbacher – wie berichtet – als Vorrunden-Meister beendet und sich zudem in der Verzahnungsrunde den Titel des Bayerischen Meisters gesichert. Die Playoffs mussten aufgrund des Coronavirus abgesagt werden. Dennoch hatte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) den Miesbachern ein Aufstiegsrecht eingeräumt, auf das der TEV nun verzichtet.

So werden die Kreisstädter auch in der kommenden Spielzeit, sofern diese denn überhaupt wie geplant im Herbst beginnen kann, wieder in der Bayernliga antreten. Neben den Einbußen durch die Spielabsagen und die Corona-Krise spielte bei dieser Entscheidung auch die energetische Sanierung der Halle eine wichtige Rolle. Insgesamt 700 000 Euro investiert der Verein aktuell in die einzige Eishalle des Landkreises. So geben sich momentan die Handwerker die Klinke in die Hand: Es werden Fliesen gelegt, Türen gesetzt, Kabel verlegt und Heizungen eingebaut.

Viele offene Fragen beim TEV

„Wir liegen etwas hinter dem Zeitplan, aber es ist noch nicht kritisch“, berichtet Zweiter Vorsitzender Stefan Moser. Finanziert wurde die Sanierung zu großen Teilen über Sponsoren, Fördermittel des Staats und die Unterstützung der Stadt und des Landkreises Miesbach. „Ehrenamtlich wäre das alles gar nicht zu stemmen“, sagt Vorsitzender Dieter Taffel.

Ein Aufstieg in die Oberliga hätte zum aktuellen Zeitpunkt zu viele offene Fragen aufgeworfen. Deshalb entschied sich der Vorstand für einen Verbleib in der höchsten bayerischen Spielklasse.

„Sponsoren-Gespräche sind aktuell nur bedingt möglich“, sagt Taffel. „Arbeitsdienste durch Mitglieder sind nicht erlaubt, und für die Planung der Saison haben wir keine Gewissheit, wann diese beginnt und wie sie genau abläuft.“ Auch sei noch unklar, ob nur eine begrenze Anzahl an Zuschauern zugelassen wird und ob die zahlreichen langjährigen Sponsoren weiterhin den TEV unterstützen können.

Moser: „Ein Jahr zu früh“

Aufgrund dieser finanziellen Unwägbarkeiten und der ohnehin voll ausgelasteten Ehrenamtlichen reichen die Rot-Weißen keine Unterlagen für die Lizenzierung zur Oberliga ein. „Die sportliche Herausforderung in der Oberliga ist extrem reizvoll, für uns kommt das aber ein Jahr zu früh. Vor allem, nachdem das sportliche Desaster der Oberliga-Saison 2017/18 bei allen noch im Hinterkopf steckt“, sagt Moser. „Für uns haben der Erhalt unserer Spielstätte und die fortwährende Unterstützung durch unsere Partner und Mitglieder momentan Priorität.“

Welche Folgen das für die Zusammensetzung der Oberliga Süd zur Saison 2020/21 hat, ist ungewiss. Bislang hatte man dabei mit 14 Teams geplant, nun sind es noch maximal 13 Klubs. Die beiden Bayernligisten aus Passau und Landsberg hatten bislang auch mit einem Aufstieg am Grünen Tisch geliebäugelt, allerdings stets unter der Voraussetzung, dass auch der TEV in der Oberliga antritt. Nach der Absage der Miesbacher darf man nun wieder ein spannendes Sommertheater erwarten. 

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