+
Knapp geschlagen: Riessersees (in Blau) Florian Imminger (l.) und Anton Radu bejubeln das 2:2. Doch auch die Miesbacher, hier Keeper Anian Geratsdorfer und Stürmer Christian Czaika, machten eine starke Partie. 

Fünf Minuten fehlen

TEV lange nahe an der Sensation

  • schließen

Nach 54 Minuten stand es am Sonntagabend noch 3:3. Dann musste sich der TEV Miesbach doch dem SC Riessersee geschlagen geben. Trotz der zwei Niederlagen liegt der TEV aber weiter auf dem zweiten Tabellenplatz.

Garmisch-Partenkirchen – Gute fünf Minuten haben dem TEV Miesbach in der Verzahnungsrunde der Eishockey-Oberliga und der Bayernliga beim SC Riessersee zur Sensation gefehlt. Nach 54 Minuten stand es am Sonntagabend noch 3:3. Zuvor hatte der TEV bereits mit 2:0 geführt. Dann allerdings bestraften die Garmisch-Partenkirchner die Fehler der Kreisstädter eiskalt und setzten sich am Ende mit 5:3 durch. Kein Grund für die Miesbacher sich zu grämen, denn sie kämpften wie schon beim ersten Duell aufopferungsvoll und zeigten diesmal auch ihre spielerische Klasse. Ein Punktgewinn wäre nicht unverdient gewesen. „Es wäre mehr drin gewesen“, sagte Trainer Peter Kathan. „Aber unsere wenigen Fehler wurden knallhart bestraft.“

Beachtlich war auch die Zahl der mitgereisten Miesbacher Zuschauer. Mehr als 120 TEV-Fans hatten sich auf den Weg ins Olympia-Eissportzentrum gemacht, um ihr Team zu unterstützen. Dort musste Coach Kathan neben Stephan Stiebinger, der wie schon am Freitag mit einer Knieverletzung fehlte, auch auf den erkrankten Keeper Timon Ewert verzichten. Zudem stellte er die Sturmreihen um. So spielte diesmal Michael Grabmaier an der Seite von Bohumil Slavicek und Filip Kokoska.

Die Miesbacher erwischten den perfekten Start: Slavicek schoss die Gäste bereits nach 18 Sekunden in Führung, als er SCR-Keeper Daniel Fießinger mit einem Flachschuss überraschte. Der Jubel im Gästeblock war gerade verhallt, da fiel auch schon das 2:0. Der TEV setzte sich in der Angriffszone fest und Maxi Meineke war per Abstauber erfolgreich. Dann hatte Slavicek die Riesenchance auf das 3:0, doch er brachte die Scheibe nicht aufs Tor. Unnötig war der Anschlusstreffer. Die Riesserseer nutzten einen Wechselfehler der Miesbacher mit ihrem ersten nennenswerten Torschuss. Bis auf diesen Aussetzer stand die TEV-Defensive sicher, und die Hausherren kamen kaum zu zwingenden Offensivaktionen.

Im zweiten Abschnitt war das Glück aufseiten der Garmisch-Partenkirchner. Eine scharfe Hereingabe von der Seite prallte vom Schlittschuh von Stefan Mechel unhaltbar ins eigene Netz. Mechel hatte bei einem Alleingang die neuerliche Miesbacher Führung auf dem Schläger, doch er vergab. Auf der anderen Seite fiel durch einen Powerplay-Treffer das 3:2 für den SCR. Zwei weitere Unterzahlspiele musste der TEV überstehen, ehe der Ausgleich gelang. Einen stark ausgespielten Konter verwandelte Slavicek mit der Rückhand zum 3:3.

Nach der zweiten Pause kamen die Gäste stark aus der Kabine und machten Druck. Doch Slavicek ließ eine Großchance liegen. Es sah lange so aus, als würde das Match in die Verlängerung gehen. Doch Riessersees Routiniers Florian Vollmer und Uli Maurer hatten etwas dagegen, und so stand es nach einer starken Kombination fünf Minuten vor dem Ende 4:3. Die Miesbacher stemmten sich noch einmal mit aller Macht gegen die drohende Niederlage, doch es fehlte das nötige Quäntchen Glück, die durchaus vorhandenen Möglichkeiten auch zu nutzen. Symptomatisch war das Empty-Net-Goal zum 5:3-Endstand, als ein Miesbacher im eigenen Drittel an der Bande wegrutschte und die Garmisch-Partenkirchner die Scheibe nur noch ins leere Tor schieben mussten. Trainer Kathan hatte Keeper Anian Geratsdorfer bereits zweieinhalb Minuten vor dem Ende vom Eis genommen.

„Da sieht man den Unterschied in der Cleverness der Oberligisten zur Bayernliga“, meinte Kathan. „Wir haben super gekämpft, und alle haben ihr Bestes gegeben. Ich bin sehr zufrieden.“ Kann er auch sein: Denn der TEV steht trotz des Null-Punkte-Wochenendes weiterhin auf Tabellenplatz zwei.

ts

SC Riessersee – TEV Miesbach 5:3 (1:2/2:1/2:0)

TEV Miesbach: Geratsdorfer (Zankl) – Bacher, Herden, Lidl, Mechel, Gottwald, Schenkel – Czaika, Grabmaier, Hein, Meineke, Deml, Fe. Feuerreiter, Amann, Gaschke, Höck, Kokoska, Fl. Feuerreiter, Slavicek, Fissekis.

Tore: 0:1 (0.18) Slavicek (Schenkel), 0:2 (3.55) Meineke (Gaschke/Fl. Feuerreiter), 1:2 (16.03) Mittermaier (Vollmer/Ehliz), 2:2 (24.36) Imminger (Reichert/Heiß), 3:2 (27.16) Wachter (Maurer/A. Radu 5-4), 3:3 (36.32) Slavicek (Grabmaier/Fissekis), 4:3 (54.14) Maurer (Vollmer/Heiß), 5:3 (58.48) Vollmer (Reichert/Miguez ENG).

Strafen: SCR 6 – TEV 10.

Schiedsrichter: Florian Gschwendtner.

Zuschauer: 1477.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

TEV Miesbach empfängt TSV Erding: Aufstieg noch kein Thema
Die Wunden der Oberliga-Saison sind beim TEV Miesbach noch nicht ganz verheilt. Deshalb beschäft er sich momentan auch noch nicht mir dem Aufstieg. Heute ist zunächst …
TEV Miesbach empfängt TSV Erding: Aufstieg noch kein Thema
Abenteuer Olympia-Eissportzentrum für TEV
Der TEV Miesbach reist am Sonntag zum großen SC Riessersee. Der Großteil der Mannschaft hat noch nie in solch einer riesigen Arena gespielt.
Abenteuer Olympia-Eissportzentrum für TEV

Kommentare