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Wird ab und an in der Eishalle sein: Miesbachs ehemaliger Trainer Peter Kathan.

Nach sechs Jahren

Kathan über Abschied: „Wenn der TEV mich braucht, bin ich offen“

  • vonThomas Spiesl
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Nach sechs Jahren verlässt Peter Kathan den TEV Miesbach. Ein Interview über die Hintergründe und wie er sich seine persönliche Zukunft vorstellt.

Miesbach – Mehr Zeit für die Familie. Das war Peter Kathans Hauptbeweggrund, sein Traineramt beim TEV Miesbach mit dem vorzeitigen Saisonende in der Eishockey-Bayernliga niederzulegen. Im Interview erklärt der 38-Jährige, wie schwer es ihm fiel aufzuhören.

Herr Kathan, wie schwer ist Ihnen die Entscheidung gefallen?

Ich höre mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf. Wir haben recht erfolgreich gespielt, und es hat vieles zusammengepasst. Ich bin auch nur ein kleiner Teil des Ganzen, und es wird sich mit einem anderen Trainer auch nicht viel ändern. Mein Problem war, dass die Wochenenden als Trainer extrem ausgefüllt sind und meine Kinder noch klein sind. Ich habe mich schon länger zu diesem Schritt entschieden, es war keine Bauchentscheidung. Es ist mir nicht leicht gefallen, eine intakte Mannschaft und einen intakten Verein zu verlassen. Das war eine Entscheidung für mich persönlich und nicht gegen den Club oder das Team. Beim TEV haben alle Verständnis gezeigt, und die Zeit mit meinen Kindern möchte ich jetzt einfach nutzen, so lange sie noch klein sind.

Sie wollen als Trainer pausieren, wie werden Sie die freie Zeit nutzen?

Als Trainer verliert man viel Spontanität, das möchte ich jetzt genießen. Für mich beginnt jetzt ein neuer Abschnitt im Leben. Vielleicht bereue ich es auch im November. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht als Trainer, und ich gehe mit einem guten Gefühl. Ich kann in Miesbach weiterhin jedem ins Gesicht schauen. Gerade beim TEV habe ich mich wohlgefühlt, die Ehrenamtlichen und Fans, die dem Verein seit vielen Jahren die Treue halten, machen den Club zu etwas Besonderem.

Die Saison wurde vorzeitig abgebrochen, was wäre denn noch möglich gewesen?

Natürlich bin ich traurig, dass wir die Saison nicht zu Ende spielen konnten. Wir waren gerade auf einem gutem Level. Ich hätte die Mannschaft gerne noch in den Playoffs gesehen. Aber da kann niemand etwas dafür, es hat einfach nicht sein sollen.

Sie waren jetzt sechs Jahre beim TEV, wird der Kontakt weiter bestehen bleiben?

Ich verstehe mich zum Beispiel mit Stefan Moser sehr gut, wir werden auch weiter in Kontakt bleiben. Und wenn ich etwas helfen kann, zum Beispiel den Kontakt zu Spielern herzustellen, dann werde ich das gerne machen. Ich bin und bleibe Mitglied beim TEV und war jetzt sechs Jahre dabei. Da ist mir der Verein natürlich ans Herz gewachsen. Ich werde dem Club verbunden bleiben und natürlich auch mal zuschauen. Die letzten Jahre haben uns zusammengeschweißt.

Auf was freuen Sie sich privat in nächster Zeit am meisten?

Ich möchte die freie Zeit für mich und meine Familie nutzen. Dann würde ich gerne mal wieder in Urlaub fahren, aber das geht ja aktuell nicht. Aber ich habe auch daheim noch viel zu tun. Trotzdem freue ich mich, jetzt nach der Arbeit und am Wochenende flexibler zu sein. Ich möchte selber wieder mehr Sport machen und Zeit mit meinen Kindern verbringen. Jetzt kann ich auch wieder mal mit meiner Familie oder meinen Spezln etwas unternehmen. In drei oder vier Jahren schaut das möglicherweise anders aus, dann sind die Kinder vielleicht froh, wenn ich aus dem Haus bin. Ich bin noch ein junger Trainer und habe noch viele Möglichkeiten, aber die Priorität liegt jetzt erst einmal auf der Familie. Und wenn mich der TEV braucht, dann bin ich dafür offen, wenn es zeitlich möglich ist.

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