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Die Bayerische Meisterschaft sicherte sich der TEV Miesbach unter anderem dank eines 4:3-Siegs gegen den direkten Konkurrenten EHF Passau.

Bayerischer Meister

Saison des TEV Miesbach: Neue Fans, tolle Stimmung und ein Titel

  • vonThomas Spiesl
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Mit der Bayerischen Meisterschaft hat der TEV Miesbach eine Saison voller Aufs und Abs gekrönt. In welcher Liga die Miesbacher kommende Saison spielen, ist aber noch offen.

Miesbach – Die Eishockey-Saison ist beendet – nicht nur in den bayrischen Ligen, sondern aufgrund des Coronavirus in fast allen Spielklassen weltweit. Auch die Eishockey-WM in der Schweiz im Mai wackelt gewaltig, vieles deutet auf eine Absage hin. Die Heimatzeitung nutzt die vorgezogene Sommerpause, um auf die abgelaufene Spielzeit der Landkreis-Mannschaften zurückzublicken. Heute: Bayernligist TEV Miesbach.

In einem Punkt war man sich beim TEV einig, die Playoffs hätte man gerne noch gespielt. Dennoch fällt der Rückblick positiv aus. Kein Wunder, schließlich haben die Kreisstädter in der Verzahnungsrunde mit der Oberliga als bestes Bayernliga-Team die Bayerische Meisterschaft geholt. „Es war eine sehr erfolgreiche Saison. Endlich ist eine neue Fan-Kultur entstanden, wir sind zum Beispiel mit zwei Fan-Bussen nach Grafing gefahren. Das freut uns als Verein extrem, wenn die Begeisterung überspringt“, erklärt Sportlicher Leiter Stefan Moser. „Selbst die Spieler haben uns angesprochen, was denn jetzt los ist, weil plötzlich Stimmung im Stadion ist. So macht es allen viel mehr Spaß.“ Auch sportlich gab es nicht viel auszusetzen: Die Miesbacher schlossen die Vorrunde als Tabellenerster ab und legten in der Verzahnungsrunde einen tollen Endspurt hin.

Vor der Saison hatten die Miesbacher den Kader punktuell verstärkt und mit Trainer Peter Kathan auf eine bewährte Lösung gesetzt. „Wir haben gewusst, dass wir einen starken und breiten Kader haben. Die Ergebnisse waren in Ordnung, wir hatten nur in der Verzahnungsrunde eine Phase, in der die Mannschaft gemeint hat, dass Talent alleine reicht“, resümiert Moser. „Dann haben wir aber die Kurve bekommen und sind verdient Bayerischer Meister geworden.“

Comeback in der Verzahnungsrunde

Dabei verlief der Saisonstart mit einer Heimniederlage gegen Schongau alles andere als planmäßig. Es folgten aber konstante Leistungen und etliche Auswärtssiege bei Top-Teams. „Unser großer Vorteil war, dass wir breit aufgestellt waren und so kompensieren konnten, wenn nicht alle Spieler ihr Top-Niveau erreicht haben“, sagt Moser. Auch das starke Türhüter Duo, Anian Geratsdorfer und Timon Ewert, hatte großen Anteil am Erfolg.

Dies trifft auch auf Beppo Frank und Dusan Frosch zu, die erst verpflichtet wurden, als die Planungen eigentlich schon abgeschlossen waren. „Dusan ist in der Kabine ein absolutes Vorbild und Beppo hat hinten gespielt, wie ein Ausländer. Die haben noch einmal Schwung reingebracht“, berichtet Moser. „Außerdem hat Peter Kathan seine Arbeit super gemacht. Er hat das richtige Maß zwischen semi-professionellem Eishockey, Familie und Beruf gefunden, sowie Euphorie und Zusammenhalt reingebracht.“ Nach dem Vorrunden-Titel folgten in der Verzahnungsrunde Verletzungen und knappe Auswärtsniederlagen in Höchstadt, Sonthofen und Passau. Der TEV dümpelte im Mittelmaß, ehe sich etwa Thomas Schenkel als Führungsspieler entpuppte und einer der Garanten für einen starken Endspurt war, der noch Platz zwei und den Titel einbrachte.

TEV will Nachwuchsspieler in Mannschaft integrieren

Bitter war für die ambitionierten Miesbacher das vorzeitige Saisonende – aus sportlicher und finanzieller Sicht. „Es fällt mir etwas schwer, über die Saison zu reden, wir haben zehn Tage auf die Playoffs gewartet und dann kam die Absage. Aber es war die richtige Konsequenz und wir haben Verständnis dafür“, sagt Moser. „Aktuell ist der wirtschaftliche Wohlstand vieler Personen und Firmen in der Region gefährdet, das ist viel schlimmer, als die Absage der Playoffs. Wir müssen jetzt schauen wie es mit Sponsoring und Crowdfunding weitergeht. Uns bleibt sicherlich ein Verlust im fünfstelligen Bereich, aber wir haben mit der Schließung der Halle die Kosten reduziert. Der TEV wird das sicher überleben, ich hoffe, dass das auch für alle Sponsoren gilt.“,

Nun laufen die Planungen für die neue Saison. „Bisher wurden keine Wechselwünsche an uns herangetragen. Es wird sich aber auf einigen Positionen etwas ändern, weil wir mehr Spielzeit für junge Spieler zur Verfügung stellen möchten. Das Ziel ist, ein oder zwei Spieler aus der U20 und weitere junge Cracks perspektivisch einzubauen“, blickt Moser voraus: „Jetzt wissen wir noch nicht, wie es weitergeht, ob es Auf- und Abstieg gibt. Außerdem steht hinter der nächsten Saison noch ein Fragezeichen. Aktuell steht die energetische Sanierung im Vordergrund, dann werden wir weitere Gespräche führen.“

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