Stolz präsentiert Jürgen Modler die Raritäten der erweiterten Schlittschuh-Sammlung, im Besonderen das DDR-Paar. Foto: Privat
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Stolz präsentiert Jürgen Modler die Raritäten der erweiterten Schlittschuh-Sammlung, im Besonderen das DDR-Paar.

Neue Schlittschuh-Paare für TEV-Archivar Jürgen Modler

Aufruf ein voller Erfolg

Jürgen Modler, Archivar des TEV Miesbach, freut sich über neue historische Schlittschuhe. Ein Aufruf des Miesbacher Merkur half ihm dabei.

Miesbach – Der Merkur-Bericht über historische Schlittschuhe war ein voller Erfolg. Jürgen Modler, Archivar des TEV Miesbach, erhielt daraufhin neun Anrufe aus München, Weyarn, Miesbach, Bayrischzell, Gräfelfing, Tegernsee, Hausham und Kreuth. Damit erhöhte sich sein Fundus auf 32 Paar historische Stücke. Darunter waren sogar seltene braune Damenschlittschuhe, die noch mit Schlitzschrauben montiert sind und vor circa 70 Jahren in Gebrauch waren.

Das älteste „Anschrauber-Paar“ dürfte vor 1900 im Einsatz gewesen sein und kam vermutlich über Dresden nach Kreuth und zu Jürgen Modler. Diese Rarität wurde vermutlich in der ehemaligen DDR hergestellt, und die Eisenschienen sind im Absatzbereich auf drei Schienen erweitert. Neben den verchromten und vernickelten „Eisen“ dominiert derzeit der Rost. Mit viel Zeitaufwand wurden die „Stöckerlreißer“ (weil die Absätze oft abgerissen wurden) entrostet und ergiebig eingefettet.

Bis auf drei Paare gleicht kein Exemplar dem anderen, und die alten Firmen wie Widmann aus München, Polar, Globus, Hundora, CCM, Mayr-Schuh und Möbus stellten die ersten Eisgleiter her. Sie wurden aus Stahl, Eisen und auch mit Holzgrundsohle hergestellt. Jede Firma hatte auch verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Ausführungen. Leider wurden die Anschraubkurbeln meistens verbummelt und zur Seltenheit.

Jetzt hofft Jürgen Modler, dass sich ein geeigneter Ort findet, um die Schmuckstücke – wie er den Fundus bezeichnet – der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Vor 19 Jahren stellte der TEV Miesbach schon einen Antrag bei der Stadt Miesbach, im damals vorgesehenen Museum im alten Krankenhaus in Eigeninitiative einen Ausstellungsraum zu erstellen. Aber die Aussichten sind derzeit denkbar schlecht, wie man verfolgen konnte.  mo

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