Etwas Anlauf brauchte Mäx Hüsken (M.) bei seiner Zeit beim EC Peiting.
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Etwas Anlauf brauchte Mäx Hüsken (M.) bei seiner Zeit beim EC Peiting.

Mäx Hüsken zu seiner Zeit beim EC Peiting – Zukunft beim TEV Miesbach möglich

Hüsken: „Glücklich, dass ich spielen durfte“

  • vonThomas Spiesl
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Den Abbruch der Eishockey-Bayernliga nutzte Mäx Hüsken vom TEV Miesbach und spielte in der Oberliga für Peiting. Im Gespräch blickt er zurück.

Miesbach – Das Saisonziel Playoffs hat Mäx Hüsken mit dem EC Peiting in der Oberliga Süd erreicht, nachdem er nach Bekanntgabe des Abbruchs in der Bayernliga vom TEV Miesbach zu den Peitingern gewechselt war. Im Viertelfinale war gegen seine Teamkollegen Beppo Frank, Bobby Slavicek und die Starbulls Rosenheim Endstation. Im Interview spricht Hüsken über Eishockey in Corona-Zeiten und eine mögliche Rückkehr zum TEV.v

Herr Hüsken, Sie haben die vergangenen Monate mit dem EC Peiting in der Oberliga gespielt. Wie zufrieden sind Sie mit dem Abschneiden?

Das Ziel waren die Playoffs, und das haben wir erreicht. Im Viertelfinale gegen Rosenheim wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen, was man dann auch in Spiel zwei und drei gesehen hat, die wir jeweils nach Verlängerung verloren haben. Aufgrund der Quarantäne hatten wir vor Beginn der Playoffs vier Wochen lang kein Spiel, und das hat man dann gemerkt. Rosenheim hat die Serie aber absolut verdient gewonnen.

Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?

Ich bin einfach glücklich, dass ich wieder auf dem Eis stehen konnte und Eishockey spielen durfte. Am Anfang habe ich Zeit gebraucht, um wieder rein zu kommen. Meine Leistung wurde dann aber besser. Zum Schluss hatten wir teilweise nur noch 15 Spieler, und jeder hat viel Eiszeit bekommen. Durch viele erfahrene Spieler in Peiting konnte ich diese Saison wieder viel dazu lernen und werde das in der neuen Saison umsetzen.

Wie war diese Saison verglichen mit normalen Jahren? Wie schwer machen es die Corona-Auflagen den Beruf mit dem Eishockey zu verbinden?

Es ist nur bedingt anders als in normalen Zeiten. Ich bin ganz normal in die Arbeit gegangen und danach ins Training oder zum Spiel. Soziale Kontakt neben Beruf und Eishalle habe ich zum Großteil vermieden, um das Risiko einer möglichen Infektion gering zu halten. In Peiting hat es uns dreimal erwischt, und dann musst du auch einen Arbeitgeber haben, der akzeptiert, dass du in Quarantäne musst. Deshalb gilt mein Dank meiner Firma, die das zu jedem Zeitpunkt unterstützt hat. Das macht nicht jeder, und einige Spieler von uns durften daher nicht mehr spielen. Das ist und bleibt das größte Problem.

Ihr Team war mehrmals in Quarantäne, hat dann sogar die Pre-Playoffs übersprungen. Das beeinflusst natürlich die Ergebnisse und die Tabelle. War es trotzdem richtig, die Saison durchzuziehen?

Puh, das ist ein schweres Thema mit viel Diskussionsbedarf, aber ich denke schon, dass es der richtige Weg war, die Saison dann nicht wieder kurz vor den Playoffs abzubrechen.

In der Oberliga fanden alle Spiele ohne Zuschauer statt. Bekommt man überhaupt irgendetwas von den Fans mit, zum Beispiel über das Internet?

Wirklich mitbekommen hat man nichts. Es hängen von den Fans erstellte Banner im Stadion, was aber natürlich nicht die Atmosphäre der Fans ersetzen kann. Spiele ohne Zuschauer sind etwas sehr besonders. Du gehst aufs Eis zum Aufwärmen, und es ist keiner da. Oft hast du dir dann gedacht, ob heute Training ist oder tatsächlich ein Spiel. Und da reden wir noch gar nicht von den Playoffs... Man spricht ja nicht umsonst vom Heimvorteil und dem berühmten siebten Mann. Man vermisst die Fans im Stadion schon sehr, da sie ein extrem wichtiger Bestandteil des Sports sind.

Wie waren die Spiele gegen Frank und Slavicek, mit denen Sie zusammen beim TEV gespielt haben? Macht man sich über so etwas Gedanken?

Es wäre gelogen, wenn ich sage man würde, sich keine Gedanken machen. Beim Aufwärmen gibt’s dann ein kurzes Servus. Während des Spiels auf dem Eis gibt es aber keine Freunde oder ehemalige Teamkollegen – da wird Eishockey gespielt. Notwendige Checks werden trotzdem gefahren. Nach dem Spiel gab es dann ein Bier.

Kein Peiting-Angebot

Eine gute Woche nachdem Anton Saal als Trainer beim EC Peiting übernommen hat, ist klar: Mäx Hüsken bleibt nicht. Der 26-jährige Stürmer, der während der Saison vom TEV Miesbach nach Peiting gewechselt war, bekommt kein neues Vertragsangebot. „Mäx’ Verpflichtung war gut für uns, sonst hätten wir teilweise nicht einmal drei Reihen aufbieten können. Er hat seine Aufgabe bei uns auch gut gelöst“, urteilte ECP-Teammanager Gordon Borberg über den quirligen und kampfstarken Angreifer, der in 24 Partien auf ein Tor und eine Vorlage kam. rh

Kurzer Blick nach vorne in die Zukunft: Sie haben noch nicht beim TEV unterschrieben. Haben Sie vor, nach Miesbach in die bayernliga zurückzukehren – oder könnten Sie sich vorstellen, in der Oberliga zu bleiben?

Erst mal bin ich dankbar, dass mir der TEV Miesbach die Möglichkeit gegeben hat, in die Oberliga zu wechseln. Beruf und semiprofessionelles Eishockey zu kombinieren, ist natürlich sehr viel Aufwand, aber ich habe sowohl die familiäre als auch berufliche Unterstützung. Ich kann mir gut vorstellen, wieder nach Miesbach zurückzukehren oder auch in der Oberliga zu spielen – vielleicht ja sogar mit Miesbach. Ich will im Oktober einfach nur wieder Eishockey spielen.

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