Die Entwicklung des TEV Miesbach hat Ex-Trainer Peter Kathan (hinten Mitte) als neuer Sportlicher Leiter des Eishockey-Bayernligisten weiterhin genau im Blick.
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Die Entwicklung des TEV Miesbach hat Ex-Trainer Peter Kathan (hinten Mitte) als neuer Sportlicher Leiter des Eishockey-Bayernligisten weiterhin genau im Blick.

Peter Kathan über seine neue Funktion und die Planung beim TEV

Kathan über Kaderplanung: „Erst mit eigenen Spielern sprechen“

  • vonThomas Spiesl
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Peter Kathan ist zurück beim Eishockey-Bayernligisten TEV Miesbach. Im Interview spricht der neue Sportliche Leiter über die Kaderplanung und die nächsten Jahre.

Miesbach – Vor nicht ganz einem Jahr legte Peter Kathan nach dem Gewinn der Bayerischen Meisterschaft sein Traineramt beim TEV Miesbach nieder, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Jetzt haben die Kreisstädter einen Posten gefunden, den Kathan mit seinem Beruf und seiner Familie in Einklang bringen kann: Er wird neuer Sportlicher Leiter beim TEV und gemeinsam mit Teammanager David Keckeis für das Bayernliga-Team zuständig sein (wir berichteten). Im Interview mit der Heimatzeitung erklärt der 39-Jährige, was seine Aufgaben und Ziele sind.

Herr Kathan, konnten Sie das vergangene Jahr mit Ihrer Familie genießen? Wie haben Sie die Zeit genutzt?

Die Zeit ist schnell vergangen und wir waren durch Corona ein wenig eingeschränkt. Aber ich habe trotzdem viel mit meiner Frau und meinen Kindern gemacht. Wir waren im Sommer beim Schwimmen oder im Tierpark und im Winter beim Schlittschuhfahren auf dem Weiher oder beim Schlittenfahren. Ich glaube, dass wir die Zeit gut genutzt haben. Es war auch mal schön, an den Weihnachtstagen daheim zu sein. Ich habe viel an Spontanität gewonnen, aber das Eishockey geht schon ein bisschen ab.

Wie kam es zustande, dass Sie den Posten als Sportlicher Leiter beim TEV übernehmen?

Ich habe schon länger mitgeholfen, vor allem um den Stefan (Moser, Zweiter Vorsitzender des TEV, Anm. d. Red.) zu entlasten. Jetzt ist es offiziell und das Kind hat einen Namen. Wir fangen jetzt an, für die neue Saison zu planen, aber das ist nicht leicht, da niemand weiß, was im Herbst möglich und erlaubt ist. Große Neuverpflichtungen wird es demnächst nicht geben, wir werden erst einmal mit den eigenen Spielern sprechen. Ich denke, dass die meisten weitermachen, die letzten Jahre ist es ja gut gelaufen. Ich bin da, um zu unterstützen, und mein Vorteil ist es, dass ich alle kenne und keine Eingewöhnungsphase brauche.

Was werden Ihre Aufgaben beim TEV sein?

Ich werde versuchen, dem Stefan Arbeit abzunehmen, denn der steckt unglaublich viel Zeit und Engagement in den Verein. Zum Beispiel werde ich jetzt Gespräche mit den Spielern führen. Ich habe um 16 Uhr Feierabend und kann mir meine Zeit dann selbst einteilen, als Selbstständiger ist das schwieriger. Die erste Aufgabe ist jetzt die Team-Zusammenstellung, natürlich in Absprache mit den Vorständen. Ich kenne viele Spieler, da ist ein solches Gespräch meistens eher ein Ratschen. In Corona-Zeiten kann man auch schon viel über das Telefon abwickeln.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Wir wollen weiter vorne mitspielen und im Kampf um die Meisterschaft ein Wort mitreden. Das ist auch realistisch, wenn das Team weiter so zusammenspielt. Mit einem Auge schauen wir auch in Richtung Oberliga. Ein weiteres Ziel wäre es, dass regelmäßig 400 oder 450 Zuschauer zu unseren Spielen ins Stadion kommen. Man hat erst jetzt in der Corona-Zeit wieder gemerkt, wie viel das ausmacht. Wir haben Spiele ohne Zuschauer gesehen, bei 200 Zuschauern war es auch okay. Aber bei 50 oder gar keinen Leuten im Stadion war die Stimmung schon komisch. Es ist schwer, zu planen, aber wir schauen, dass wir einen guten Kader zusammenbasteln.

In Corona-Zeiten müssen die Eishockey-Spieler und Fans – zumindest ab der Bayernliga abwärts – schon seit Anfang November auf ihr Lieblingshobby verzichten. Wie schätzen Sie die Lage für die neue Saison 2021/22 ein? Wird es wieder eine normale Spielzeit?

Im November – als der Lockdown begann – waren alle Spieler noch voller Elan. Im Dezember wurde es dann schwerer, die Spieler bei Laune zu halten. Corona hat alle runtergezogen. Trotzdem sind alle heiß auf die neue Saison. Jetzt müssen wir hoffen, dass wir im Herbst auch spielen dürfen. Aber Stand jetzt weiß niemand, ob wir im August oder September die Eishalle wieder aufsperren dürfen. Wir wollen auf jeden Fall voll angreifen. In den letzten Jahren ist in Miesbach eine echte Mannschaft gewachsen, es macht Freude zuzuschauen.

Wo sehen Sie den TEV in fünf Jahren? Was ist in Miesbach in Sachen Eishockey möglich?

Natürlich ist die Oberliga bei uns ein Thema, aber nur, wenn es auf einem vernünftigen Weg möglich ist. Damit wir dort mithalten können, brauchen wir junge und alte einheimische Spieler und Top-Ausländer. Da muss alles passen. Vielleicht können wir es in den nächsten Jahren noch einmal in der Oberliga probieren. Das wären sicher tolle Spiele gegen Mannschaften wie Rosenheim oder Regensburg. Wir werden aber sicher keine fünf oder sechs Profis holen, damit wir in der Oberliga spielen können. Das sportliche Ziel ist es auch weiterhin, möglichst viele Spieler selbst auszubilden. Wenn zum Beispiel Johannes Bacher, Michael Grabmaier, Maxi Meineke, Stefan Mechel oder Anian Geratsdorfer in den besten Jahren sind und den Kern der Mannschaft bilden, kann es auch in der Oberliga klappen.

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