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Eishockey, Miesbach, TEV Miesbach, Zuschauer
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Volle Ränge im Eisstadion wird es in der kommenden Saison in der Bayernliga wohl nicht geben. Ein vom Verband erstelltes Hygienekonzept soll zumindest verhindern, dass keine Fans in die Hallen können.

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Keckeis: „Können vieles umsetzen, aber nicht alles“

  • vonMarkus Eham
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  • Thomas Spiesl
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Der DEB hat ein Hygienekonzept veröffentlicht, das Eishockey in diesem Jahr möglich machen soll. David Keckeis, Teammanager des TEV Miesbach, ist nicht gänzlich überzeugt.

Miesbach – Etwa zwei Monate sind es noch, bis für den TEV Miesbach die Bayernliga-Saison 2020/21 beginnen sollen. Die Kreisstädter gehen als Titelverteidiger in die neue Runde, sofern diese denn wie geplant ausgetragen werden kann. Vergangene Woche hat der Deutsche Eishockey Bund (DEB) ein Hygienekonzept vorgestellt, in dem detailliert beschrieben wird, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, um einen Spielbetrieb im Herren- und Nachwuchs-Bereich zu ermöglichen. Insgesamt 81 A4-Seiten umfasst das Konzept, das die „Task Force Eishockey“ in den letzten zweieinhalb Monaten erarbeitet hat.

Neben den Vertretern des Verbands und der Ligen waren in diesem Gremium auch Ärzte und die Ausrüster-Industrie vertreten. „Es ist prinzipiell gut, dass der DEB ein solches Konzept erarbeitet hat, auch wenn es eher auf den Profibereich ausgelegt ist. In der Bayernliga kann man vieles daraus umsetzen, allerdings nicht alles“, erklärt TEV-Teammanager David Keckeis, der aktuell auch das Hygienekonzept für das Miesbacher Eisstadion erarbeitet.

Pro Hygienekonzept: Eisstadion groß genug

Es ist grundsätzlich richtig, dass der DEB ein beispielhaftes Konzept ausgearbeitet hat. Dieses ist die einzige Chance, dass es in diesem Winter Eishockeyspiele geben kann. Auch wenn einige Punkte sicherlich diskussionswürdig sind, werden Spieler, Vereine und Zuschauer mit Einschränkungen leben müssen, vor allem da nicht absehbar ist, wie sich die Pandemie-Zahlen entwickeln.

Das Miesbacher Stadion ist groß genug, um die Einbahnregelung bei den Zuschauern umzusetzen, und auch die Aufteilung in Sektoren stellt kein allzu großes Problem dar. Sollte das Pandemie-Level wieder steigen, so ist eine Übertragung der Spiele über das Internet eine Alternative für die Eishockey-Fans in der Region, sofern ein Besuch im Stadion zeitweise nicht möglich sein sollte. Nun ist Flexibilität von allen Seiten gefragt. Der TEV wird sicherlich ein Bayernliga-taugliches Konzept vorlegen.

Spannend wird es sein, ob dies auch Vereinen mit kleineren Stadien gelingt. Alle Seiten werden sich mit den Vorgaben anfreunden müssen, denn ansonsten wird es diesen Winter weder Eis im Miesbacher Stadion noch Spiele der Herren- oder Nachwuchs-Mannschaften geben. Dann lieber ein Spielbetrieb mit Einschränkungen, als ein Winter ohne Eishockey!

Thomas Spiesl

Die Miesbacher werden in den nächsten Wochen in Zusammenarbeit mit Experten wie einem Arzt und dem Landratsamt eine individuelle Lösung für die Kreisstadt ausarbeiten. Dieses muss dann vom Gesundheitsamt geprüft werden. „Wir können das Risiko nicht auf Null bringen, sondern nur dafür sorgen, dass die Ansteckungsgefahr so niedrig wie möglich und die Nachverfolgbarkeit bei Erkrankungen gewährleistet ist“, sagt Keckeis weiter.

Problematisch könnte es beispielsweise beim „privaten Verhalten von Spielern und Betreuern“ werden. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln im beruflichen und privaten Bereich ist im DEB-Konzept nämlich genauso verboten wie das Bilden von Fahrgemeinschaften.

Zudem soll sich die Heimmannschaft grundsätzlich zu Hause Duschen. Die Nutzung von Kabinen ist nur eingeschränkt und mit Abstand möglich. „Wir haben glücklicherweise viele Kabinen, aber gerade das Duschen ist schwer zu kontrollieren“, erklärt Keckeis.

Contra Hygienekonzept: In Praxis kaum umsetzbar

Natürlich ist es schwer, ein stichhaltiges Hygienekonzept für diese Ausnahmesituation zu erstellen. Vorerfahrungen gibt es schließlich keine. Dennoch werfen einzelne Punkte große Fragen auf. Denn gerade im Eishockey-Amateurbereich dürfte es nur schwer gelingen, den erforderlichen Mindestabstand einzuhalten.

Nahezu alle Stadien verfügen nur über wenige Sitzplätze, im Stehplatzbereich ist es kaum umsetzbar. Gleiches gilt für die Spieler: Um den erforderlichen Mindestabstand auch in der Umkleidekabine zu halten, dürften sich nämlich nur etwa fünf Akteure gleichzeitig dort aufhalten. Auch das dürfte in der Praxis kaum realisierbar sein. Ähnlich verhält es sich mit dem Duschen. Den Spielern des Heimteams ist es ja demnach nur erlaubt, zu Hause zu duschen. Ein weiteres Problem dürfte sich bei den sanitären Anlagen ergeben. Wenn Fans in den Drittelpausen auf die Toilette müssen, so werden dort unweigerlich Menschenansammlungen entstehen.

Es ist wichtig, ein Hygienekonzept zu erstellen. Allerdings wird zu hoffen sein, dass es noch die eine oder andere Lockerung geben wird. Denn unter den gegebenen Umständen wird der Spielbetrieb – mit Zuschauern – nur schwer umzusetzen sein.

Markus Eham

Auch Zuschauer sind im DEB-Konzept vorgesehen, getrennt nach Sektoren, mit unterschiedlichen Einlasszeiten. Die zugelassene Anzahl an Besuchern wird mit dem aktuellen Pandemie-Level in der jeweiligen Region verknüpft sein. „Wir sind gerade dabei, ein Online-Ticketing einzuführen. Dann ist leichter nachvollziehbar, wer ins Stadion kommt. Außerdem wird es verschiedene Eingänge geben“, betont Keckeis. „Wir wollen versuchen, so viele Tickets wie möglich online zu verkaufen, damit es an der Kasse keine Schlangen gibt. Aber man wird natürlich auch weiterhin am Stadion eine Karte kaufen können.“ Wie berichtet, sollen Dauerkarten-Besitzer Vorrang haben. Zudem soll in absehbarer Zeit auch eine Online-Übertragung der Spiele über einen Streaming-Dienstleister angeboten werden.

Nun haben die Verantwortlichen in den nächsten Tagen alle Hände voll zu tun, den Handlungsplan auszuarbeiten. Schließlich geht es laut Keckeis vor allem um eines: „Wir wollen Eishockey spielen, das ist unsere Leidenschaft. Dafür tun wir alles und geben nicht auf.“

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