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Mit einem Halbvisier spielen die meisten erwachsenen Eishockey-Cracks. Doch bei diesem ist der Infektionsschutz nicht gegeben. Deshalb läuft derzeit die Suche nach einem geeigneten Vollvisier.

Eishockey

Vollvisier: Dreifacher Schutz für Spieler

  • vonMarkus Eham
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Mit einem Vollvisier könnte Training im Eishockey bald wieder möglich sein. Das Vollvisier würde zudem größeren Schutz für die Spieler bieten.

Miesbach – Jüngst ging ein kräftiges Aufatmen durch die Sportwelt. Schließlich ist in einigen Sportarten der Trainingsbetrieb ab sofort wieder möglich – freilich unter der Einhaltung strenger Hygienevorgaben. So ist beispielsweise Fußballtraining fortan wieder gestattet und damit auch der Sport auf Landkreisebene. Doch wie sieht es mit anderen Sportarten aus? Sportarten wie etwa dem Eishockey, bei denen der Körperkontakt eine unverzichtbare Spielgrundlage darstellt.

„Wir sind natürlich noch von vielen Faktoren abhängig“, gibt der sportliche Leiter des TEV Miesbach, Stefan Moser, zu bedenken. „Aber so wie die Situation im Moment ist, macht es aus meiner Sicht keinen Sinn.“ Konkret bezieht er sich dabei auf den Umstand, dass ein Übungsleiter nur mit fünf anderen Personen in Kontakt treten darf. „Das ist bei uns nicht möglich.“ Zudem sei Eishockey im Normalfall kein Freiluftsport. Das Eishockey befindet also weiterhin gewissermaßen in der Warteschleife.

Bezüglich eines anderen Problems, der Infektionsgefahr unter den Spielern bei der Ausübung des Sports, gibt es derweil Hoffnung. Schließlich ist die Ausrüstungsfirma Bauer mitten in der Entwicklung eines Vollvisierschutzes für die Spieler. „Es ist wahrscheinlich die simpelste Möglichkeit, wie man den Spieler und seinen Gegenspieler schützt“, meint Moser. „Alles, was uns früher wieder aufs Eis zurückbringt, ist gut.“

Feurreiter: „Besonders in unserem Bereich sinnvoll“

Allerdings müsste zuvor noch eine zentrale Frage geklärt werden: Wie bekommt der Spieler Luft? Oder anders ausgedrückt: Welcher Lüftungsschlitz ist beim Vollvisier unbedenklich?

Bislang sind die Lüftungsschlitze am Mund angebracht und somit aus infektionstechnischer Sicht natürlich wenig zielführend. Auch Florian Feuerreiter ist von der Idee angetan. „Ich glaube, dass es besondere Umstände sind und ich finde es gut“, sagt der TEV-Kapitän. Allerdings ist es unter Eishockey-Spielern üblich, dass ab dem 18. Lebensjahr beinahe jeder Akteur mit einem Halbvisier auf dem Eis unterwegs ist. In der Zeit davor – im Jugendbereich – ist es in Deutschland verpflichtend, ein Gitter am Helm zu tragen. „Ich glaube aber, dass man sich schnell daran gewöhnen kann“, glaubt Feuerreiter und fügt an: „Vielleicht ist es besonders in unserem Bereich auch sinnvoller, um dadurch die Augen und Zähne zu schützen.“

Es wird also spannend, was die nächsten Wochen in puncto Entwicklung eines neuen Gesichtsschutzes bringen werden.

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