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Ganz fein gemacht: Hannes Sedlmayr (re.) tanzt den Garmischer Keeper Kevin Reich aus und trifft zum 1:0.

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Eiskalt im heißen Derby

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Es bleibt dabei: In allen vier Derbys heuer behielt der Gastgeber die Punkte daheim. Die Tölzer Löwen setzten sich am Freitag gegen einen starken, aber fehleranfälligen SC Riessersee in einem spannenden und intensiven Spiel mit 3:2 durch, weil sie ihre Chancen eiskalt verwerteten und Mikko Rämö im Tor hatten.

Bad Tölz – Ein Derby, wie man es sich nur wünschen kann: Top-Stimmung in einem ausverkauften Haus, viel Bewegung auf dem Eis, viel Einsatz, schöne Tore – und das bessere Ende für die Tölzer Löwen. Ein intensives Spiel, das bis kurz vor Schluss noch nicht wirklich entschieden war. Doch die Gastgeber kassierten in einer unglaublichen Druckphase der Gäste in den letzten Spielminuten nur noch den Anschlusstreffer und gewannen das Nachbarschafts-Duell mit 3:2. „Entscheidend war der Einsatz und die kämpferische Leistung der Mannschaft“, lobt Trainer Rick Boehm. „Der Gegner hat seinen Qualitäten gezeigt, aber wir haben unsere Chancen genutzt.“

Der SC Riessersee, spielerisch und vom Tempo her überlegen, ermöglichte den Löwen durch zwei Fehler die Führung. Tölz blieb durch einen bombensicheren Mikko Rämö im Spiel, gewann mit Hannes Huß auch in der Verteidigung an Sicherheit und Durchschlagskraft, und hatte mit Hannes Sedlmayr ein Sinnbild an Engagement und Effizienz in seinen Reihen: Er schoss das 1:0, bereitete Julian Kornellis zweiten Treffer vor und sorgte für Gefahr vor dem Garmischer Kasten – unter anderem mit einem Lattentreffer im ersten Drittel.

Extra motiviert werden musste keiner der Spieler. Jeder wusste: Im Derby der Erzrivalen zählt kein Tabellenstand, kein Torverhältnis. Trotzdem schien Riessersee anfangs als Zweiter gegen Schlusslicht Tölz seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Begann mit extrem hohem Tempo und vor allem durch Richard Müller, Andreas Driendl und Stephan Wilhelm mit geballter Offensiv-Macht. Trotzdem legte der Tabellenletzte gleich mal auf 2:0 vor, weil er seine Chancen besser nutzte.

Oft genug waren die Tölzer Löwen in dieser Saison nicht die schlechtere Mannschaft und haben doch verloren. Diesmal war es andersherum. Vor allem, weil sie zwei Fehler der Riesserseer eiskalt bestraften: Erst ließ sich Christian Hummer die Scheibe von Sedlmayr abluchsen. Der tankte sich durch, spielte souverän Torhüter Kevin Reich aus und stellte auf 1:0. Die Löwen-Abwehr hielt dem Druck stand, und in Überzahl war es Reich, der Hannes Huß’ Schuss nicht festhalten konnte. Julian Kornelli staubte zum 2:0 ab. Auch bei Joonas Vihkos Tor, der sich mit dem 3:1 im ersten Spiel nach seiner langen Verletzungspause zurückmeldete, machte Reich nicht den sichersten Eindruck.

Ganz anders Mikko Rämö auf der Gegenseite. Der Tölzer Keeper brachte die Gäste mit überragenden Paraden schier zur Verzweiflung. Boehm: „Wir hatten in unserem Torwart einen starken Rückhalt, aber auch das nötige Glück.“ Stephan Wilhelms Schlagschuss zum zwischenzeitlichen 1:2 musste der Finne allerdings passieren lassen. Das war aber auch ein ziemliches Geschoss.

Garmisch machte weiter Druck, die Löwen hielten stand, kämpften um jeden Zentimeter Eis. Vihkos Tor kurz vor der zweiten Pause brachte Sicherheit für das Schlussdrittel. Doch Riessersee rannte erbarmungslos gegen das Tölzer Gehäuse an, zeigte gefällige Kombination – die Rämö genauso erbarmungslos stoppte. Auch als Garmisch seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Felsspielers herausnahm, warf er sich in jeden Schuss, streckte sich schon auf dem Eis liegend erfolgreich nach jeder Scheibe. Bis Richard Müller eben doch noch traf. Es wurde spannend. Doch die Löwen verteidigten die Führung geschickt und holten sich den Derby-Sieg.

Dadurch schieben sich die Löwen wieder an den punktgleichen Bayreuth Tigers vorbei auf Rang 13.

Tölzer Löwen – SC Riessersee 3:2 (2:0, 1:1, 0:1)

Tore: 1:0 (3.39) Sedlmayr (Schlager, 4-4), 2:0 (10.42) Kornelli (Sedlmayr/Huß, 5-4), 2:1 (35.43) Wilhelm (Dibelka/Richter), 3:1 (39.40) Vihko (Schlager/Edfelder), 3:2 (58.22) Müller (Driendl/Wilhelm, 6-5), –Strafminuten: Tölz 18, Garmisch 14, –Schiedsrichter: Christian Oswald/Robert Paule, – Zuschauer: 4115.

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