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Shawn Weller (Mitte) und die Tölzer Löwen fanden am Ende keinen W eg vorbei am starken Timo Herden (re.) und mussten sich dem Tabellenvorletzten Bayreuth mit 5:7 geschlagen geben.

Eishockey: DEL2

Sorgloses Treiben in eigener Zone

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Zu viele vergebene Chancen, zu leichte Gegentore: Die Tölzer Löwen verlieren gegen Tabellenvorletzten Bayreuth mit 5:7. 

Bad Tölz – Mehr Symbolcharakter geht fast nicht. In einer einzigen Partie offenbarten die Tölzer Löwen nahezu alle Facetten, die sie in ihrer wechselhaften Saison und ihren unberechenbaren Leistungen begleiten. Wirklich verwunderlich war das unfassbar sorglose Treiben in der eigenen Zone. Inmitten eines klar erkennbaren defensiven Aufwärtstrends streuten die Isarwinkler ohne Not ein gravierendes Streichresultat ein: Sie kassierten ein halbes Dutzend vermeidbare Gegentore, unterlagen deswegen dem Tabellenvorletzten Bayreuth mit 5:7. „Eine harte Niederlage für uns“, sagt Trainer Kevin Gaudet.

Dabei begann alles nach Plan. Gleich im ersten Wechsel drückte Lubor Dibelka einen Schuss von Matt MacKenzie über die Torlinie – 1:0. Dibelka war ohnehin der auffälligste Angreifer der Löwen; der Deutsch-Tscheche läutete später mit seinem Powerplaytor die kuriose Schlussphase mit vielen verpassten Ausgleichschancen ein.

Zunächst musste sich Tölz den Vorwurf gefallen lassen, gegen keineswegs bereite und oftmals wackelige Oberfranken nicht deutlicher vorgelegt zu haben. Tyler McNeely rutschte beim Schuss aus, Max French zielte aus bester Position knapp vorbei. „Wir haben viel Druck gemacht und hatten geschätzt fünfmal so viele Chancen wie Bayreuth“, urteilt Gaudet. Als Niki Heinzinger mit einem verdeckten Schlenzer aus der Distanz das 2:0 markierte, schienen die Dinge ihren Lauf zu nehmen.

Doch nur Augenblicke später verloren Andreas Schwarz und Philipp Schlager Tyler Gron aus den Augen. Und wie schon beim ersten Gastspiel der Tigers, ließ sich der abschlussstarke Ex-Löwe nicht lange bitten. Auch nach Matt MacKenzies Überzahl-Kracher zum 3:1 war Gron wieder zur Stelle. Ohne die Leistung der Gäste zu schmälern: Die Tölzer erleichterten dem Kellerkind den erfolgreichen Abschluss gewaltig.

Nicht einmal der dritte Vorsprung an diesem Abend verhalf dem Playoff-Anwärter zur Solidität: Markus Eberhardt feuerte einen Blueliner Marke Zimmerer ab, Stefan Reiter war irgendwie noch dran – 4:3. Weit weg dagegen waren die Isarwinkler zu Beginn des Schlussdrittels, als die Bayreuther diverse Spaziergänge durch ihre Hintermannschaft unternahmen. Innerhalb von anderthalb Minuten veränderte sich der Spielstand in ein ungläubig bestauntes 4:6. „Jeder Fehler wurde sofort bestraft“, bedauerte der Coach.

Die Tölzer schossen teilweise dicke Böcke vor dem eigenen Tor. Eine Tatsache, die Gaudet als „sehr enttäuschend“ einordnete. „Wir waren zwei Drittel lang nicht wirklich gut, schossen ein paar glückliche Tore“, packte Tigers-Coach Petri Kujala die Gunst der Stunde leicht verlegen in smarte Worte.

Noch einmal sortierten sich die Löwen nach Dibelkas 5:6, berannten den Bayreuther Kasten ohne Unterlass. Am starken Timo Herden führte aber kein Weg mehr vorbei. Gaudets Fazit: „Ich bin etwas sprachlos.“

Tölzer Löwen – Bayreuth Tigers 5:7 (2:1, 2:2, 1:4)

Tore: 1:0 (0:39) Dibelka (MacKenzie), 2:0 (16:57) Heinzinger (McNeely/Weller), 2:1 (17:29) Gron (Rajala/Melanson), 3:1 (22:06) MacKenzie (Weller/Dibelka, 5-4), 3:2 (22:51) Gron (Karlsson, 5-4), 3:3 (27:43) Kolozvary (Schmidt), 4:3 (34:58) Reiter (Eberhardt/Sa.Martinovic), 4:4 (44:47) Melanson (Gron/Rajala), 4:5 (45:43) Järveläinen (Veisert), 4:6 (46:23) Martens (Kolzvary/Bartosch), 5:6 (48:15) Dibelka (Pfleger/McNeely, 5-4), 5:7 (59:28) Gron (Melanson, ENG) Strafminuten: Tölz 4 – Bayreuth 10, – Schiedsrichter: Kannengießer/Paule – Zuschauer: 2622.

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