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Der Winzerer ist ein Löwe: Er wurde zur Meisterschaft mit Trikot und Helm dekoriert.

Aufstieg offen: Geht Tölz in die 2. Bundesliga?

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Bad Tölz - Die Meisterparty ist noch nicht ganz vorbei, da müssen sich die Tölzer Löwen schon Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Wird der Verein den Aufstieg in die 2. Bundesliga wagen?

Auf Florian Funks Handy traf noch Freitagnacht eine Glückwunsch-SMS von Ralph Bader ein. Der Manager des SC Riessersee geht wohl davon aus, dass sich die Erzrivalen bald wieder duellieren: Die Garmischer haben den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga, Funks Löwen den Aufstieg dorthin gesichert. Ob Tölz finanziell und strukturell dazu bereit ist, ist noch offen. „Mit dem Thema müssen wir uns in intensiven Gesprächen auseinandersetzen“, sagt ECT-Präsident Josef Hintermaier. Bis zur Hauptversammlung am Donnerstag, 26. April, könnte es eine Entscheidung geben. Bis Anfang Mai muss sie fallen. Dann sind die Unterlagen einzureichen.

Klärungsbedarf besteht bei den Finanzen. Für die 2. Liga braucht es mindestens eine Million Euro Etat. Mit Yasin Ehliz, Peter Lindlbauer und Andreas Jenike fallen wenigstens drei Leistungsträger weg, „die müssen wir ersetzen“, sagt Hintermaier. „Wir können schlecht mit einem geschwächten Team aufsteigen.“ Die Löwen wären gezwungen, Spieler zu kaufen. Es mit dem jetzigen Etat (etwa 700 000 Euro) zu versuchen, sei zwar eine Option, meint Hintermaier. „Aber ich finde, eine schlechte.“ Das würde das Nachwuchskonzept aufs Spiel setzen und Strukturen zerstören – bei einer Niederlagen-Serie blieben zudem Zuschauer weg. „Dann habe ich eine teurere Mannschaft und weniger Einnahmen“, gibt Hintermaier zu bedenken.

Jubel: Die Tölzer Löwen sind Oberliga-Meister!

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Die bessere Lösung: mehr Geld. Doch woher nehmen? Sponsoren und Zuschauer wären in der Pflicht. Hintermaier wünscht sich, dass ein gewisses Kontingent an Saisontickets schon jetzt verkauft wird – und zwar im vierstelligen Bereich. „600 wären nicht diskutabel.“ Die Preise würden um 15 bis 20 Prozent steigen. Auch die Tages-Tickets würden teurer.

Bleiben die Sponsoren. Der Vertrag mit Hacker-Pschorr, noch Hauptgeldgeber, läuft mit Saisonende aus. Eine Fortsetzung wird derzeit verhandelt. Immerhin könnte sich Bürgermeister Josef Janker vorstellen, das Engagement der Stadt, die derzeit über Tourist-Info (TI) und Stadtwerke eingebunden ist, aufzustocken. Bei der TI gebe es zwar keinen Spielraum, auch die Stadtwerke können nicht plötzlich 200 000 Euro zahlen, sagt Janker. „Aber wenn die Differenz nicht zu groß ist, können wir uns zusammensetzen.“ Ein finanzielles Risiko dürfe es nicht geben. „Schönrechnerei wie vor vier Jahren ist ausgeschlossen.“ Mit dem Meistertitel hat das junge Tölzer Team aus fast nur Eigengewächsen bewiesen, dass Geld nicht alles ist. Doch mitentscheidend für den Aufstieg ist es schon.

Nick Scheder

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