+
Starkes Angriffsduo: Hier hatten (v. re.) Andreas Pauli und Stephen MacAulay Pech, als sie einen Schuss von Außen knapp am Frankfurter Tor vorbei lenkten.

EIshockey: DEL2

Die Ergebniskrise hat Auszeit

  • schließen

Die Tölzer Löwen belohnen sich gegen Frankfurt seit langem einmal wieder für eine gute Leistung und besiegen den Favoriten mit 4:3  im Penaltyschießen. 

Bad Tölz– Kleiner Kader, großer Aufwand, mittelgroßer Ertrag: In einem guten, unterhaltsamen und spannenden Spiel am Freitag trotzen die Tölzer Löwen den Löwen Frankfurt zwei Punkte beim 4:3-Sieg nach Penaltyschießen ab. Matchwinner gab es gleich zwei: Interims-Goldhelm Stephen MacAulay, der ein Top-Spiel machte und zwei Penaltys – einen im ersten Drittel – verwandelte. Sowie Aktivposten Andreas Pauli, dem ein Tor und der spielentscheidende Versuch gelangen. „Respekt vor der Leistung der Mannschaft“, sagt Trainer Markus Berwanger. „Das Team ist intakt, und diesmal hatten wir keine Ergebniskrise wie in den Wochen zuvor. Wir haben verdient gewonnen.“

Mit fünf Ausfällen war er zu Umstellungen gegen die favorisierten Hessen gezwungen. Die Linien funktionierten gut. Zudem hielt die Abwehr dem hohen Tempo und dem Druck der Gäste stand, auch nach vorne spielten die Löwen gefällig. Nicht immer nur über die Bande, sondern sie suchten durchaus mal den Weg durch die Mitte. Ein solcher Pass landete bei Philipp Schlager, der unaufhaltsam Richtung Tor von Bastian Kucis marschierte und nur unfair vom Ex-Löwen Leon Hüttl gestoppt werden konnte. Beim Penalty verlud MacAulay den Keeper – 1:0.

Nicht unverdient, weil die Löwen solide verteidigten und sich Chancen erarbeiteten. Doch von Frankfurt ist man gewohnt, dass es immer noch eins drauflegen kann, wenn Not am Mann ist. Und so meldeten sich die Gäste, nachdem Hannes Sedlmayr und Pauli gute Chancen vergeben hatten, mit dem Ausgleich zurück. Mike Fischer passte im Vorwärtsgang in den Rücken der Abwehr – Maximilian Faber drosch die Scheibe mit Anlauf zum 1:1 ins Tor.

Doch die neu formierte zweite Reihe mit Sedlmayr als Beach-Ersatz harmonierte gut – auch im Powerplay. Berwanger: „Unser Überzahl war wie immer gut, auch wenn mit Beach ein Schlüsselspieler fehlte.“ Nach einem Schuss des erneut etwas glücklosen Lubor Dibelka und Sedlmayrs Nachschuss lag der Puck frei vor dem Frankfurter Kasten. Pauli staubte ab, 2:1.

Einsatz und Leistung der Löwen stimmten. Doch hatte der große Aufwand viel Kraft gekostet. Nur drei Blöcke bekam Berwanger aufgrund der Verletzten zusammen. Kurz vor Ende des Mitteldrittels schien es, als würden Tölz etwas die Luft ausgehen. Frankfurt drehte das Spiel per Doppelschlag innerhalb von 15 Sekunden auf 3:2, und die Löwen gerieten in doppelte Unterzahl. Sie überstanden aber auch dieses – bei zwei Pfostenschüssen durch Eduard Lewandowski vor und Maximilian Faber nach der zweiten Pause. „Wir hatten die besseren Chancen, Frankfurt mehr Scheibenbesitz“, meint Berwanger. „Aber entscheidend waren Konter und Geradlinigkeit.“ Und die demonstrierten Dibelka und MacAulay im Powerplay im Schlussdrittel vorbildlich, als ein schnörkelloser Spielzug bei Kevin Wehrs landete, der die Scheibe von der blauen Linie zum 3:3 unter die Latte hämmerte.

In der Verlängerung mussten die Löwen in Unterzahl ran, weil Schlager kurz vor Ende der regulären Spielzeit eine unnötige Strafzeit nahm. „Aber unser Unterzahl ist sehr gut“, sagt Berwanger. Mathieu Tousignant schloss einen gefährlichen Konter überhastet ab, Sedlmayr und Florian Strobl im Fallen vergaben ihre Hochkaräter, die Entscheidung musste im Penaltyschießen fallen.

Hier zeichnete sich Goalie Ben Meisner mit vier Saves aus, und weil neben MacAulay auch Pauli bei nur einem erfolgreichen Frankfurter Versuch traf, holten sich die Löwen den Sieg und verbesserten sich auf Rang zwölf.

Löwen - Frankfurt n.P. 4:3 (1:0, 1:3, 1:0/1:0)

Tore: 1:0 (13:53) MacAulay (Penalty), 1:1 (30:36) Faber (Fischer/Cornett), 2:1 (31:50) Pauli (Sedlmayr/Dibelka, 5-4), 2:2 (37:58) Kerälä (Mitchell/Tousignant), 2:3 (38:13) Eisenmenger (Meisinger/Schüle), 3:3 (52:14) Wehrs (MacAulay/Dibelka, 5-4), 4:3 (65:00) Pauli (GWP), –Strafminuten:Tölz 10, Frankfurt 10, –Schiedsrichter: Ruben Kapzan, Cori Müns, –Zuschauer: 1105.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Löwen trennen sich von Trainer Berwanger
Aufgrund des ausbleibenden sportlichen Erfolgs: Die Tölzer Löwen und Markus Berwanger gehen getrennte Wege.
Löwen trennen sich von Trainer Berwanger

Kommentare