Luca Tosto (re.), Stürmer der Tölzer Löwen, und jubelnde Ravensburger.
+
Unfassbare Enttäuschung steht Luca Tosto (re.) nach dem Ravensburger Entscheidungstreffer ins Gesicht geschrieben. Die Gäste jubeln, die Tölzer fahren nach dem 1:2 enttäuscht vom Eis.

EISHOCKEY DEL 2 - Tölzer verlieren 1:2 n.V. gegen Ravensburg

Bitteres Ende im Play-off-Krimi

  • Nick Scheder
    vonNick Scheder
    schließen

Entscheidung nach 86 Minuten: Tölzer verlieren 1:2 n.V. gegen Ravensburg und haben nun am Mittwoch einen Matchball gegen sich.

Bad Tölz – Dieses Play-off-Viertelfinale droht zu einem Krimi zu werden. Zumindest das dritte Spiel war schon mal einer – mit bitterem Ende für Tölz. 60 Minuten reichten am Montagabend nicht, um einen Sieger im dritten Duell zwischen Löwen und Ravensburg Towerstars zu finden. Und auch nach 80 Minuten blieb es beim 1:1. Erst Joshua Samanskis Treffer zum 2:1 in der zweiten Verlängerung nach 86 Minute beendete die umkämpfte Partie. Jetzt wird es brenzlig für Tölz, das 1:2 in der Serie zurückliegt und am Mittwoch in Ravensburg gewinnen muss, um das Saisonende hinauszuzögern.

Bitteres Ende im Play-off-Krimi

Dabei hatten die Löwen alle Trümpfe in der Hand. Sie gaben eine Führung aus der Hand, obwohl sie im Mitteldrittel stark aufspielten und auf die Entscheidung drängten. 13:5 Schüsse sprechen eine klare Sprache. „Wir waren klar überlegen, aber Schmid war unglaublich im Tor“, sagt Löwen-Trainer Kevin Gaudet. Und wie so oft rächt es sich, wenn man zu viele Chancen vergibt. Ravensburg glich aus, hatte im Schlussabschnitt deutlich mehr Schüsse und Chancen. Auch in der Verlängerung waren die Gäste die meiste Zeit am Drücker – und bezwangen den Tölzer Torhüter Maximilian Franzreb ein zweites Mal.

Gaudet musste sich aufgrund der Personalnot schon vor dem Spiel etwas einfallen lassen. Neben Max French fielen auch Lubor Dibelka (Leiste, Saisonende) und Manuel Edfelder (Autounfall) aus. Der Tölzer Trainer zog Markus Eberhardt nach vorne, um zusammen mit Oliver Ott für Entlastung der beiden Sturmreihen zu sorgen. Das funktionierte allerdings nur bis zur Hälfte des Spiels, bis sich Gaudet auf seine beiden Paradereihen verließ. Und spätestens bis kurz vor der zweiten Pause, als Verteidiger Andreas Schwarz wegen Check gegen den Kopf mit Spieldauerstrafe vom Eis musste. Eberhardt rückte zurück in die Verteidigung.

Dabei hatten die Löwen im zweiten Drittel so richtig aufgedreht, nachdem Kapitän Philipp Schlager die Tölzer kurz vor dem ersten Wechsel in Führung gebracht hatte. Aber es fehlte ein Knipser, der für die Entscheidung gesorgt hätte. Tyler McNeely schob die Scheibe in Überzahl EVR-Keeper Olafr Schmid gegen die Schoner. Maximilian Leitner traf nur den Pfosten. Marco Pfleger vergab aus kurzer Distanz und mehrfach im Slot. Auch im Powerplay legten die Löwen nicht die letzte Konsequenz an den Tag.

Irgendwann ließen die Kräfte nach

Und irgendwann ließen die Kräfte nach. Schwierig, wenn man eine dankbar knappe Führung verteidigen muss. So waren die Gäste immer wieder bei Kontern gefährlich. Franzreb brachte die Ravensburger eine ganze Weile mit starken Paraden zur Verzweiflung. Doch bei John Henrions Konter war auch der Tölzer Keeper machtlos und geschlagen. Die 2:0-Situation ergab sich allerdings erst, nachdem der Unparteiische in der Mitte der Eisfläche Tyler McNeely zu Fall gebracht hatte. Gaudet: „So was hab’ ich noch nie gesehen.“

Die Schlussphase der regulären Spielzeit überstanden er und die Löwen schadlos, wenn auch mit mächtigem Aufwand. Auch die erste Verlängerung wehrten sie sich tapfer, obwohl der eine oder andere auf dem Zahnfleisch daherkam. Aber dann mussten sie doch noch den Ravensburger Jubel ertragen.

Tölzer Löwen - Ravensburg n.V. 1:2 (1:0, 0:0, 0:1/0:1)

Tore: 1:0 (17:31) Schlager (Pfleger/Schwarz), 1:1 (47:21) Henrion (Sezemsky), 1:2 (86:03) Samanski (Hospelt), – Strafminuten: Tölz 9 + 20 (Schwarz, Check gg. Kopf und Nacken), Ravensburg 10, – Schiedsrichter: Roland Aumüller, Markus Schütz.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare