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Endstation Abwehr: Die Tölzer Löwen um ihren Goldhelm Philipp Schlager (re.) tun sich mit dem Toreschießen schwer.

Eishockey: DEL 2

Boehm: „Es ist viel Positives da“

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Man hat Vieles versucht, doch wenig davon hat gefruchtet. Deswegen ist die Ausgangslage vor dem letzten Heimspiel im Kalenderjahr 2017 gegen die Dresdner Eislöwen (Samstag, 19.30 Uhr) ganz profan: Den Tölzer Löwen hilft allein ein Erfolgserlebnis in die Spur.

Die Situation ist vertrakt, und bei realistischer Betrachtung ist der zehnte Platz als Garant für den vorzeitigen Klassenerhalt bei 17 Zählern Rückstand futsch. Illussionen braucht man sich keinen hinzugeben. Es geht in den nächsten Wochen um die Ausrichtung für die Playdowns. Dabei stehen zwei zentrale Themen im Mittelpunkt. Eine mögliche Neubesetzung der Torhüterposition, und unbedingt auch die Minimierung der viel zu hohen Fehlerquote.

An Rick Boehm gingen die letzten Spiele keineswegs spurlos vorbei. Erholsamen Schlaf findet er derzeit kaum, denn die prekäre Situation treibt den Löwen-Coach massiv um. Eine Aufarbeitung ist nur möglich, indem er sich stets aufs Neue der Problematiken annimmt. „Videostudium hilft dabei, auch die Gespräche mit Flocko Funk“, erläutert Boehm seine Vorgehensweise. Die technischen Aufzeichnungen verraten dem 58-Jährige die Ursachen der Niederlagen. „Manches kann man dabei nicht begründen“, räumt er ein. „Es ist aber auch viel Positives da.“ So haben die Löwen die Partie in Freiburg mit 3:2 gewonnen, würde man den Spielverlauf auf die Phasen mit voller Mannschaftsstärke reduzieren. Es gibt aber auch jene Momente, wo man als Betrachter den Verdacht hegt, die jüngste Niederlagenserie habe Spuren in den Köpfen der Cracks hinterlassen. Diese Tatsache ficht Boehm nicht an. Es sei seine Aufgabe und die der Führungsspieler, den Glauben ans eigenen Können zu nähren. „Die Zweifel sind da, und sie führen zu unnötigen Fehlern“, weiß der Eishockey-Lehrer.

Dresden taugt hierfür als bestes Beispiel. In den beiden bisherigen Begegnungen waren die Buam nahe dran am Punktgewinn, unterlagen aber mit 2:3 und 2:4. „Wir haben gesehen, dass wir Dresden schlagen können“, sagt Boehm. Das sollte der Mannschaft ein „gewisses Selbstvertrauen“ verleihen und mit „unserer grundsätzlichen Moral“ ausreichen, die Partie erfolgreich zu gestalten.

Manuel Edfelder ist weiterhin krank, für ihn wird Aziz Ehliz den vierten Block ergänzen. Im Tor geht die Tendenz zu Michael Boehm, der in Freiburg ordentlich gearbeitet hat. „Sein Spiel war in Ordnung, er strahlte Ruhe aus“, spricht der Papa nur ungern öffentliches Lob für den eigenen Filius aus. Berechtigt ist es allemal. Andreas Mechel, der seine Sperre abgesessen hat, bekam am Donnerstag eine Schiene an den lädierten Daumen der Stockhand angepasst. „Aber er spielt nur, wenn er hundertprozentig fit ist“, vertagt Boehm die Entscheidung auf den Spieltag.

Das Thema Torhüter treibt auch die Fans um: Wer fängt? Wer ist gut genug? Mehr Diskussionsstoff gab es selten in Tölz. Doch vielleicht ändert sich die Gemütslage alsbald. Geschäftsführer Christian Donbeck steht eigenem Bekunden nach in „finalen Gesprächen“ mit zwei Top-Goalies. Anfang des neuen Jahres soll die Entscheidung fallen. „Es hängt von der Bereitschaft ab, sich dem Schlusslicht der DEL 2 anzuschließen“, sagt Donbeck. Jene Bereitschaft ist auch beim Tölzer Publikum von Nöten, um sich der sächsischen Invasion zu erwehren: Rund 700 Schlachtenbummler reisen mit dem Sonderzug an.


Einen Live-Ticker vom Heimspiel gegen Dresden gibt es unter toelzer-kurier.de

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