Bereits in Richtung Play-offs gehen die Gedanken von Löwen-Trainer Kevin Gaudet.
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Bereits in Richtung Play-offs gehen die Gedanken von Löwen-Trainer Kevin Gaudet.

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DEL 2-Hauptrunde vorsorglich abgebrochen

  • vonOliver Rabuser
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Bedenken wegen Corona-Situation - Tölzer Löwen ziehen als Zweiter in die Play-offs ein

Bad Tölz – Plötzlich ging alles ganz schnell: Zu den letzten beiden Spieltagen und somit einer finalen Anordnung der Tabelle wird es in der DEL 2 nicht kommen. Ein Austausch aller Gesellschafter am späten Donnerstagnachmittag führte zum einstimmigen Beschluss, dass die beiden letzten Spieltage der Hauptrunde nicht mehr ausgetragen werden. Für die Tölzer Löwen bedeutet das nichts Schlechtes. Die Isarwinkler bleiben definitiv auf dem zweiten Rang, erringen damit ihr bestes Ergebnis seit Einführung der DEL 2. Im Play-off-Viertelfinale treffen die Buam auf die Ravensburg Towerstars, die ihrerseits auf Nummer sieben im Tableau gelistet sind.

Hintergrund der Entscheidung ist einmal mehr die Corona-Problematik. Der „unermüdliche Einsatz“ der Klubs war maßgeblich dafür, dass 50 von 52 Saisonspielen durchgeführt werden konnten, kommentierte René Rudorisch den offensichtlich alternativlosen Eingriff in den Spielplan. Alle Beteiligten hätten sich eine vollständige Beendigung der Runde gewünscht. „Allerdings geht die Gesundheit vor“, stellt der DEL 2-Ligenleiter klar. Zuletzt häuften sich die Corona-Verdachtsfälle wieder, namentlich sind die Heilbronner Falken, der EC Bad Nauheim und die Bietigheim Steelers primär betroffen. Die gültigen Quarantäneregeln hätten weder den Ablauf des restlichen Spielwochenendes garantiert, geschweige denn letzte Nachholpartien während der Woche. Ein gemeinschaftliches Fortsetzen der Hauptrunde „auf Teufel komm raus“, könne man unter diesen Umständen nicht befürworten, betont Rudorisch. Mit Blick auf die anstehenden Play-offs und die Sorge der Gesundheit aller Beteiligten führe ein Abbruch auf dem letzten Teilstück der Zielgeraden zu einem „besseren Rahmen“ hinsichtlich eines reibungslosen Ablaufs beim Saisonendspurt.

Die Endtabelle berechnet sich gemäß Spielordnung per Quotient aus Punkten und absolvierten Matches. Auch unter dem ungewohnten Modus qualifizieren sich die besten acht Klubs für die Meisterrunde. Über die genauen Details wollen die Gesellschaften abschließend beraten und ein Ergebnis schnellstmöglich verkünden. Ein vorgezogener Start der Play-offs gilt ob der Quarantänedauer bei den Bietigheim Steelers bis zum kommenden Wochenende allerdings als unwahrscheinlich.

Für Jürgen Rumrich ist der Beschluss die „absolut richtige Entscheidung“. Ein Kraftakt im Zielsprint wäre für den Löwen-Geschäftsführer „nicht darstellbar“ gewesen. Wenngleich Teams wie Frankfurt die Chance auf eine bessere Platzierung vorenthalten wurde, sei die Übereinkunft die „fairste Lösung im Sinne des Sports“. Sportlich haben die Löwen freilich mit Ravensburg ein attraktives Los gezogen. Klar, der Meister von 2019 hätte sich fraglos mehr erhofft als die Tabellenspitze durchs Fernglas zu betrachten. Fortwährende Ausfälle von Schlüsselspieler sorgten aber für ein sukzessives Abdriften der Oberschwaben im Ranking. Vor wenigen Wochen fielen die Towerstars sogar zwischenzeitlich aus den Play-off-Rängen. „Ein schwerer Gegner, vom Budget her der klare Favorit“, urteilt Rumrich. Die wechselhaften Leistungen machen den Kontrahenten schwer ausrechenbar. Doch stehen die Tölzer nicht von ungefähr weit oben in der Tabelle. „Wir vertrauen voll auf unsere Stärken“, sagt Rumrich. Und Trainer Kevin Gaudet kommentiert die Paarung ohnehin rein pragmatisch: „Wenn du weit kommen willst, musst du alle schlagen.“

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