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Erst im Schlussdrittel ergaben sich in Freiburg für die Tölzer Löwen um (v. li.) Manuel Edfelder und Florian Strobl richtig gute Chancen, doch dann machten sie mit drei Treffern den Sack zu.

Eishockey / DEL 2 

Diszipliniert zum ersten Sieg

Eine überragende Abwehrleistung der Tölzer Löwen war das Fundament für einen perfekten Play-down-Auftakt: Mit dem klaren 3:0-Erfolg beim EHC Freiburg gehen die Buam in der Serie mit 1:0 in Führung, ziehen zudem das Heimrecht auf ihre Seite

Freiburg/Bad Tölz – Karriereende im Sommer? Klaus Kathan muss schlicht verboten werden, solche Gedankenspiele zu konkretisieren, seine imposante Laufbahn nach dieser Spielzeit möglicherweise nicht fortzusetzen. Einmal mehr war der 41-Jährige am Dienstagabend ruhender Pol und Vater des Sieges. Der abgezockte Treffer des Routiniers brachte den Aufsteiger im so wichtigen ersten Spiel dieser Best-of-7-Serie auf die Siegerstraße.

Dass die Angelegenheit für beide Teams heikel würde, war nicht die ganz große Überraschung. Eher schon der Unterschied im Vergleich zu den bisherigen Saisonvergleichen. Es gab keine sechs Tore für die Heimmannschaft und keine umtriebigen Verteidigungsreihen mit Offensivdrang. Vielmehr sahen die fast 2000 Zuschauer eine Partie, die nicht der Mutigere, sondern der Bedachtere für sich entschied; derjenige, der weniger Fehler machte. Und das waren die Tölzer Löwen. Sie ließen hinten nichts anbrennen, Goalie Mikko Rämö keine Schüsse der Freiburger passieren. Durch die Bank wurde diszipliniert agiert. „Auch die Stürmer haben gut gearbeitet“, betonte Trainer Rick Boehm bewusst.

Die Abteilung Attacke brauchte indes einiges an Zeit. Dann half der liebe Gott, respektive Kathan. 52 Minuten lang mühten sich die Gäste vergeblich, dem Wölfe-Kasten entscheidend zuzusetzen. Völlig unklar, wann überhaupt irgendwann ein Treffer fallen würde. Flo Strobl und Casey Borer hatten im Mittelabschnitt die besten Chancen. Boehm störte sich gleichwohl weniger am Auslassen der Möglichkeiten: „Ich war mit dem 0:0 nach 40 Minuten zufrieden.“ Doch dann schob sich Urgestein Kathan von halblinks an den Slot heran und zog – für ihn typisch – trocken und präzise aus dem Handgelenk ab – 0:1. Plötzlich war der Bann gebrochen, und es lief für die Tölzer wie am Schnürchen. Julian Kornelli legte flott das 2:0 nach, und hinten stoppte Rämö die einzig verbleibenden Großchance von Freiburgs Tschechen Radek Duda. Als dann EHC-Coach Leos Sulak die Seinen für letzte Direktiven versammelte und fortan auf Keeper Hanjulak verzichtete, tütete Hannes Sedlmayr den Premierensieg mit einem nicht mehr übermäßig anspruchsvollen Stupser ins verwaiste Gehäuse endgültig ein.

Boehm sprach von einem „eher ausgeglichenen“ Match und einem „typischen hart umkämpften“ Play-down-Spiel. Zufrieden zeigte sich der 58-Jährige natürlich mit „Ausgang und Leistung“. Gleichwohl warnte er vor zu großem Überschwang: „Wir bereiten uns bald auf das Heimspiel am Freitag vor.“ Da findet die Serie ihre Fortsetzung. In Bad Tölz, und möglicherweise vor vielen Zuschauern. Und ganz sicher aber mit Klaus Kathan. (or)

EHC Freiburg – Tölzer Löwen 0:3 (0:0, 0:0, 0:3)

Tore: 0:1 (51:42) Kathan (Sedlmayr, Kornelli, 0:2 (53:46) Kornelli (Schlager, Vihko), 0:3 (59:05) Sedlmayr (Rodman, Kornelli, 5-6 - ENG).

Schiedsrichter:Michael Klein und Sascha Westrich. – Strafminuten: Freiburg 8, Bad Tölz 6. – Zuschauer:1901.

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