Der Tölzer Torjäger Max French (li.)
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Der Bann ist gebrochen: Der Tölzer Torjäger Max French (li.) beendet seine Torflaute, trifft beim 6:3 in Nauheim gleich dreimal und ist nun bester Schütze der Liga.

EISHOCKEY DEL 2 - Tölz gewinnt in Nauheim

Drei Tore in der Schlussminute

  • Nick Scheder
    vonNick Scheder
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Offenes Spiel bis fast zur 60. Minute: Tölz durchbricht Negativserie mit 6:3 in Nauheim, muss aber lange auf die Entscheidung warten.

Bad Nauheim/Bad Tölz – Es hatte ein bisschen was von einem Kellerduell: Beide Mannschaften mit einer Reihe von Niederlagen am Stück. Die Tölzer Löwen vier, Bad Nauheim sogar fünf. Beide mit dem unbedingten Willen, die Serie zu brechen. Ein entsprechend umkämpftes, durchaus ansprechendes Spiel am Dienstagabend. „Beide Mannschaften haben sehr hart gearbeitet, beide haben den Sieg gebraucht“, sagt Löwen-Trainer Kevin Gaudet. Und wieder wurde es eng: Nauheim hat die zurückliegenden Spiele fast alle mit nur einem Tor Unterschied verloren – auch das Heimspiel in Tölz mit 3:4. Diesmal setzten sich die Löwen zwar mit 6:3 durch. Doch das Ergebnis hört sich nur deutlich an. Bis eine Minute vor Schluss stand es 3:3, war alles offen. Reid Gardiner gelang die entscheidende Führung, bevor Lubor Dibelka und Max French ins leere Tor den Deckel drauf machten.

Drei Tore in der Schlussminute

Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg. Auf beiden Seiten wurde mehr Wert auf Angriff gelegt. Die Löwen mit dem besseren Start. Der Tölzer Top-Torjäger Max French machte gleich klar, dass ihm seine torlose Flaute nicht gefiel. Schon nach 46 Sekunden beendete er seine persönliche Negativserie und stellte auf 1:0. Er hat sich nun mit 30 Treffern an die Spitze der DEL 2-Torjäger gesetzt. Denn es war nur der erste von drei Treffern des Kanadiers. 

Doch zunächst meldete sich das Schlusslicht zurück. Die Hessen ließen sich nicht groß vom Rückstand rausbringen, kamen immer besser ins Spiel, der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit. „Nauheim war im ersten Drittel die bessere Mannschaft“, räumt Gaudet ein. Und es war nur folgerichtig, dass ihn Kelsey Tessier besorgte, einer der besten Nauheimer an diesem Abend.

Die Löwen reisten mit 13 Feldspielern an, ließen sich aber beim Tempo trotz intensiven Spiels keinen großen Kräfteverschleiß anmerken. Sie hatten nach dem Ausgleich die etwas besseren Chancen. Dibelka, Marco Pfleger und zweimal Luca Tosto vergeben ihre Hochkaräter allerdings.

Nur die Konzentration aufseiten der Gäste ließ mit der Zeit etwas nach. Doch der Tölzer Torhüter Maximilian Franzreb zeigte sich wieder bestens aufgelegt und verhinderte Großchancen von Frédérik Cabana und dem Ex-Tölzer Stefan Reiter. Etwas Glück war auch dabei, denn dreimal bewahrte auch das Torgestänge Tölz vor einem Rückstand. Etwas überraschend gingen in dieser Drangphase der Hessen die Bayern in Führung. Es war Reid Gardiner nach schönem Doppelpass mit Philipp Schlager, bei dem ebenfalls der Knoten nach drei Spielen ohne Tor platzte, 2:1. Doch es blieb eng, nur zwei Minuten später der Ex-Löwe Christoph Körner zum erneuten Ausgleich in Überzahl.

Die Löwen mit dem größeren Siegeswillen

Im Schlussabschnitt beide etwas vorsichtig, keiner wollte in Rückstand geraten. Erst im Tölzer Powerplay kurz vor Schluss rührte sich wieder etwas – und zwar so richtig. Luca Tosto scheiterte aus guter Position doppelt. Nach Ablauf der Strafzeit wurde es kurios: French mit der dritten Tölzer Führung, doch sofort nach dem Anspiel gelang erneut Tessier wieder der Ausgleich für die Hausherren. Doch jetzt zeigten die Löwen den größeren Siegeswillen, Gardiner stocherte die Scheibe im Gewühl irgendwie über die Linie, und nach dem nächsten Bully erhöhte Dibelka auf 5:3, legte Sekunden vor Schluss bei der Fahrt auf das verwaiste Tor auf French ab, damit der seinen Dreierpack schnüren konnte.

EC Bad Nauheim - EC Bad Tölz 3:6 (1:1, 1:1, 1:4)

Tore: 0:1 (0:46) French (Pfleger/Gardiner), 1:1 (16:04) Tessier (Reiter/Bick), 1:2 (30:55) Gardiner (Schlager/Dibelka), 2:2 (32:01) Körner (Hohmann/Arniel, 5-4), 2:3 (56:35) French (Leitner/Pfleger), 3:3 (56:53) Tessier (Hohmann), 3:4 (58:55) Gardiner (Pfleger/McNeely), 3:5 (59:02) Dibelka (French), 3:6 (59:54) French (Dibelka/Schlager, ENG), – Strafminuten: Nauheim 8, Tölz 6, Schiedsrichter: Carsten Lenhart, Marc André Naust.

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