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Die Effizienz im Abschluss fehlt: Matt MacKenzie (li.) bringt eine Top-Vorlage von Philipp Schlager (re.) nicht im von Patrick Berger gehüteten Landshuter Tor unter.

Eishockey: DEL2

Vom Steckenpferd zur Problemzone

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Im Powerplay zu kompliziert: Tölzer Löwen verlieren auch den dritten Vergleich gegen Aufsteiger Landshut: 4:5 nach Penaltyschießen.

Bad Tölz – Einst Steckenpferd, inzwischen Kernproblem: Das Powerplay der Tölzer Löwen hat komplett an Funktionalität verloren. Es ist zu kompliziert, ihm fehlen zündende Ideen und effiziente Abschlüsse. Weil auch das defensive Gebaren Optimierungspotenzial offenbarte, ging auch das dritte Kräftemessen mit dem EV Landshut in die Hose. Die Löwen unterlagen wie schon im ersten Heimspiel mit 4:5 – nur diesmal nach Penaltyschießen. „Es ist das gleiche Lied der Vorwochen“, kommentiert Trainer Kevin Gaudet. „Für uns bleibt es schwierig, zuhause das Momentum zu bekommen.“

Zunächst sah alles nach einer Doublette der Vorwoche aus. Beinahe jeder ernst zu nehmende Abschluss fand Niederschlag auf der Anzeigetafel. Hannes Sedlmayr traf zur Tölzer Führung, weil er im Gegensatz zu Landshuts Abwehr nach abgelaufener Strafe für Philipp Messing nicht abgeschaltet hatte. Den zweiten Tölzer Treffer besorgte Shawn Weller, der gewieft aus halblinker Position abschloss. Landshut setzte jeweils Torerfolge bei numerischem Vorteil dagegen. Sie postierten stets zwei Spieler vor Max Franzreb und hielten das Dickicht um den Tölzer Torraum so in Rotation. Gleichwohl saß jeweils erst der dritte Versuch der Gäste, weil Tölz nicht entschlossen klärte. Dazwischen ein trockener Handgelenksschuß von Robbie Czarnik, der nicht unhaltbar schien, Niki Heinzinger aber Franzreb kurz die Sicht nahm.

Das gewonnene Mitteldrittel schmeichelte den Löwen. Sie bekamen wenig Struktur in ihr Aufbauspiel, hatten Probleme gegen das Pressing der Niederbayern. Dennoch glich Tyler McNeely durch ein Bilderbuch-Solo aus. Doch vermochten sich die Buam nicht von ihrem Paradigma der vergangenen Wochen zu lösen. Insgesamt sind die Angriffe ganz hübsch anzuschauen, nur kommt wenig bis gar nichts rum.

Landshut bewarb sich keinesfalls aktiv um die Spielkontrolle. Doch wirkten die Angriffe des Aufsteigers oft gefährlicher als das verschnörkelte Treiben der Kurstädter. Wie der Pfostentreffer von Marc Schmidtpeter unter Beweis stellte. Einer dieser raren Gegenzüge führte zum vermeintlichen Siegtreffer der Gäste. Denn der knappe Vorsprung hatte lange Bestand. Max Forster wurde am Torraum alleine gelassen, als das Zuspiel von Sturmpartner Hofbauer bei ihm eintraf.

Tölz versuchte alles, schien aber immer mehr an sich selbst und am längst warm geschossenen Patrick Berger – nur die Nummer drei im Kasten – zu verzweifeln. „Wir sterben in Schönheit“, entfuhr es ECT-Chef Hubert Hörmann vor der Overtime. Bis Auszeit und sechster Feldspieler mal wieder zum Tragen kamen. Wellers zweiter Treffer rettete die Isarwinkler in die Overtime, wo in Unterzahl leidenschaftlich gekämpft und geblockt wurde. Der Ideenreichtum bei den Penaltys war indes ungleich überschaubarer als die Moral des Teams..

Bereits am Sonntag (17 Uhr) kommt es am Gutenbergweg in Landshut zum Rückspiel. Dann allerdings ohne Verteidiger Sasa Martinovic, der den Löwen mit noch nicht näher identifizierter Unterkörperverletzung über einen längeren Zeitraum fehlen wird.

Tölzer Löwen – Landshut 4:5 n.P. (2:3,1:0,1:1/0:1)

Tore: 1:0 (2:37) Sedlmayr, 1:1 (6:19) Forster (Ehl/Kronthaler, 5-4), 2:1 (7:03) Weller (Dibelka/ McNeely), 2:1 (7:52) Czarnik (Pompei/Bohac), 2:3 (18:01) Plihal (Czarnik/Pompei, 5-4), 3:1 (26:36) McNeely (Eberhardt/Weller), 3:4 (45:51) Forster (Hofbauer/Ehl), 4:4 (59:25) Weller (Dibelka), 4:5 (65:00) Forster (GWS) , – Strafminuten: Tölz 10, Landshut 14, – Schiedsrichter: Sicorschi, Altmann, – Zuschauer: 3523.

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