Ein überragendes erstes Drittel zeigt Lubor Dibelka (li.) gegen die Löwen aus Frankfurt: Nach dem 2:0-Powerplay-Tor gelingt dem Löwen-Stürmer auch der Five-Hole-Treffer gegen Bastian Kucis zum zwischenzeitlichen 3:0.
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Ein überragendes erstes Drittel zeigt Lubor Dibelka (li.) gegen die Löwen aus Frankfurt: Nach dem 2:0-Powerplay-Tor gelingt dem Löwen-Stürmer auch der Five-Hole-Treffer gegen Bastian Kucis zum zwischenzeitlichen 3:0.

EISHOCKEY DEL 2

Starke Tölzer Vollgas-Löwen fieseln Frankfurt mit 7:3 ab

  • vonOliver Rabuser
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Bad Tölz – Die Tölzer Löwen rasen mit Vollgas auf das Playoff-Heimrecht zu. Obgleich die beste DEL 2-Sturmreihe verletzungsbedingt gesprengt war und zwischenzeitlich noch einmal ganz schön gezittert werden musste, hielten die Isarwinkler die Artgenossen aus Frankfurt dank furioser 31 Minuten klar mit 7:3 auf Distanz. „Es war ein Mannschaftssieg“, lobte Kevin Gaudet das tolle Resultat.

Wäre auch zu schön gewesen, die restliche Saison mit drei kompletten Blöcken abzuwickeln. Gestern Abend hätte mal wieder ein halbes Blatt für die Aufstellung gereicht. Thomas Merl war angeschlagen, und Top-Torjäger Max French musste wegen Überlastung des Leistenapparats geschont werden. Aber wenn die Nummer 16 fehlt, trifft eben die 15; so ist das nun mal bei einem in allen Details funktionierenden Team. Groß war der Jubel deshalb unter den Mitspielern, als Oliver Ott den Puck aus halblinker Position gekonnt an Goalie Bastian Kucis vorbei schob – 1:0.

Zwei Powerplay-Tore von Lubor Dibelka

Was danach folgte, war eine nahtlose Fortsetzung dessen, was die Eishockey-Fachwelt schon die gesamte Saison über in Erstaunen versetzt: Den Buam war das kleine Line-up mal wieder komplett wurscht. Aus einer Strafzeit für Tyler McNeely wurde plötzlich eine 4:3-Überzahl für die Tölzer. Einmal mehr wurde der Vorteil gnadenlos ausgenutzt. Erst stand Lubor Dibelka am kurzen Pfosten goldrichtig, 90 Sekunden später knallte der 38-Jährige Kucis den Puck durch die Beine. Ausgerechnet Dibelka, der noch ein Jahr Vertrag bei den Löwen hat, eine zusätzliche Spielzeit plus Tätigkeit im Nachwuchs aber von einigen Entscheidungsträgern im Hintergrund ernsthaft in Zweifel gezogen werden soll. Aber dann können die anderen Probleme ja nicht so groß sein. Dibelka jedenfalls ist Charakter und Hingabe für den Sport in Vollendung – und 25 Torerfolge ein dickes Ausrufezeichen für einen Herrn im gesetzten Eishockey-Alter.

Frankfurt war wie schon Freiburg nicht bereit für uns, das ist ein großer Vorteil.“

Löwen-Trainer Kevin Gaudet

Sturmkollege Reid Gardiner erreichte eine Minute vor Drittelende gar schon die 30- Tore-Marke. Der Scharfschütze illustrierte den Gästen, dass die flotten Kombinationen rund um das gegnerische Gehäuse auch ohne French ganz gut funktionieren. „Frankfurt war wie schon Freiburg nicht bereit für uns, das ist ein großer Vorteil“, erläutert Gaudet. Stark auch, wie die Kurstädter die Handvoll Unterzahlsituationen verteidigten, beim 5:0 durch Manuel Edfelders Fastbreak sogar noch Nutzen daraus zogen. Tyler McNeely war es dann vorbehalten, das halbe Dutzend zu schnüren, gleichzeitig auch den 200. Saisontreffer der Löwen zu markieren. Ein beängstigender Wert zu dieser Phase der Runde.

Kurzes Aufbäumen: die Hessen kommen auf 3:6 heran

Plötzlich aber wehrten sich die bis dato so phlegmatischen Hessen. Zwei Treffer vor dem Seitenwechsel änderten die Vorzeichen der Partie, und nach Sebastian Collbergs 3:6 war es endgültig vorbei mit der offensiven Tölzer Herrlichkeit. „Du denkst, es ist vorbei, wenn du so klar vorne bist“, urteilte Gaudet. „Nicht mit Absicht, aber du spielst anders, nicht mehr so gut.“ Die Gäste klar obenauf. Bis fünf Minuten vor Schluss Gardiner des Weges kam, den zweiten Doppelpack des Abends schnürte und den zweiten Platz der Tölzer zementierte. „Am Schluss wollten wir es nur noch über die Zeit bringen“, sagte der Coach.

Tölzer Löwen – Frankfurt Löwen 7:3 (4:0, 2:2, 1:1)

Tore: 1:0 (1:59) Ott (Pfleger), 2:0 (12:51) Dibelka (Schlager, Gardiner 4-3), 3:0 (14:22) Dibelka (McNeely, Pfleger 5-4), 4:0 (18:45) Gardiner (McNeely, Pfleger), 5:0 (24:11) Edfelder (Schlager 4-5), 6:0 (31:39) McNeely (Dibelka, Gardiner 5-4), 6:1 (33:02) Proft (MacAulay, Schinko), 6:2 (36:01) Faber (Eisenmenger), 6:3 (45:57) Collberg (Faber, Fischer, 7:3 (55:19) Gardiner (Tosto). – Strafminuten: Bad Tölz 12, Frankfurt 6. – Schiedsrichter: Ruben Kapzan, Kilian Hinterdobler.

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