Seine letzten Spiele für Bad Tölz bestreitet Andreas Schwarz (l.) in den kommenden Wochen.
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Seine letzten Spiele für Bad Tölz bestreitet Andreas Schwarz (l.) in den kommenden Wochen.

Andreas Schwarz über seinen Wechsel, Spannung in der Corona-Pause und das Eishockey in Bad Tölz

Schwarz: „Mein Potenzial kann ich eher in Landshut ausschöpfen“

  • vonHeidi Siefert
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Andreas Schwarz startet mit den Tölzer Löwen in die Playoffs. Es sind seine letzten für den Klub, bevor er zum EV Landshut wechselt.

Holzkirchen – 2020 wurde Eishockeyspieler Andreas Schwarz von Corona direkt vor den Playoffs ausgebremst. Damals war Lockdown statt Meisterschaft angesagt. Nun liegt ein ausgesprochen erfolgreiches Spieljahr hinter dem 25-jährigen Verteidiger der Tölzer Löwen, der in seiner achten DEL2-Saison gerade von Trainern, Kapitänen und Fachpresse unter die Top drei Verteidiger der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands gewählt wurde.

Am Donnerstag geht es für den Holzkirchner nun in die Playoffs, die für Schwarz gleichzeitig die Abschlussgala bei seinem langjährigen Verein sind, den er zum Saisonende in Richtung Landshut verlassen wird. Wir sprachen mit ihm übers Akku-Aufladen, Brotzeit beim Opa und die Entwicklung der Sportberichterstattung.

Herr Schwarz, am Donnerstag geht es in die Playoffs. Wie fühlen sie sich?

Fit und bereit für die erste Runde.

Wie schätzen Sie den Gegner Ravensburg ein?

Der Kader der Towerstars ist hochkarätig besetzt und für den Gewinn der Meisterschaft zusammengestellt. Durch Verletzungen wichtiger Spieler und der daraus resultierenden Durststrecke sind sie ein wenig nach unten gerutscht in der Tabelle. Doch jetzt geht es bei Null los.

Wie haben Sie die coronabedingte Zwangspause in der DEL2 genutzt?

Ich war einmal mit meiner Freundin auf der Baumgartenschneid. Ich habe versucht, meine Akkus wieder aufzuladen, um ab Donnerstag körperlich und mental bereit zu sein.

Wie hält man die Spannung aufrecht, wenn man nicht einmal gemeinsam aufs Eis darf?

Dieses Jahr ist alles anders. Das musste jeder von uns in den vergangenen Monaten lernen. Ich glaube, dass die Vorfreude bei jedem so groß ist, dass sich die Trainingspause nicht negativ darauf ausgewirkt hat.

Bekommt man trotz der Corona-Einschränkungen vom Umfeld etwas mit von Playoff-Stimmung?

Man merkt auf alle Fälle, dass sich auch die Fans unheimlich auf die Playoffs freuen. Sie dürfen leider nicht im Stadion dabei sein, aber deren Unterstützung und Rückhalt war die ganze Saison zu spüren.

Apropos Corona: Gibt es so etwas wie eine Playoff-Blase? Wie läuft das ab?

Es gibt keine offizielle Playoff-Bubble. Doch unser Leben spielt sich eigentlich nur zwischen Stadion und der eigenen Wohnung ab.

Den Frühlings-Lockdown haben sie zum Lernen fürs Studium genutzt. Wie weit sind Sie da aktuell?

Ich habe alle meine Kurse erfolgreich abgeschlossen. Seit einiger Zeit widme ich mich meiner Bachelor-Arbeit zum Thema „Die Entwicklung der Sportberichterstattung in Deutschland“.

Sie haben schon früh in der Saison angekündigt, nächste Saison in Landshut zu spielen. Was hat Sie dazu bewogen, vom Tabellenzweiten zum damals Tabellenletzten zu wechseln? Immerhin sind Sie schon als Kind vom ESC Holzkirchen nach Tölz gegangen.

Eines vorweg: Ich habe dem Verein in Bad Tölz sehr viel zu verdanken. Neben der ausgezeichneten Ausbildung, die ich im Nachwuchsbereich genießen durfte, konnte ich mich in den letzten vier Jahren im Erwachsenen-Eishockey weiterentwickeln. Das Umfeld ist super. Doch ich denke, dass ich mein komplettes sportliches Potenzial eher in Landshut ausschöpfen kann. Die positiven Gespräche mit den Verantwortlichen des EV Landshut haben mich überzeugt.

Haben Sie unter Landshuts Sportlichem Leiter Axel Kammerer schon mal trainiert?

Nein, ich hatte Axel Kammerer noch nie als Trainer. Er hat meine Entscheidung sehr stark beeinflusst, die Gespräche mit ihm waren offen und ehrlich. Das entgegengebrachte Vertrauen seinerseits möchte ich in meiner Zeit in Landshut zurückzahlen.

Andreas Schwarz: Der Holzkirchner kehrt an seinen Geburtsort zurück.

Mit Landshut kehren Sie an ihren Geburtsort zurück. Haben sie dort noch familiäre Anknüpfungspunkte?

Ja, der Großteil meiner Verwandtschaft wohnt noch in der Nähe von Landshut. Auf Opas Einladung für eine gute Brotzeit bei ihm musste ich nicht lange warten. Aber ich fühle mich nicht als Landshuter. Ich bin zwar dort geboren, habe aber immer in Holzkirchen gewohnt. Deshalb würde ich mich schon als Holzkirchner bezeichnen.

Weil der Hauptsponsor der Löwen seinen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommt, soll unter anderem das Stadion einen neuen Namen bekommen. Dafür gibt es viele kreative Aktionen, in die teilweise auch Spieler eingebunden sind.

Wir Spieler wollen mit sportlichem Erfolg für Aufmerksamkeit sorgen. Bad Tölz ist ein ausgezeichneter Eishockey-Standort mit viel Tradition und einer wunderschönen Arena. Nun können Einzelpersonen, Fanclubs und Firmen sich um die Namensrechte des Stadions bemühen. Ich hoffe, dass sich viele Unterstützer für die Aktion „Euer Name – Unsere Heimat“ finden, sodass der Standort auch weiterhin positive Schlagzeilen schreibt.

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