Auf heftige Gegenwehr müssen sich die dezimierten Tölzer Löwen um Philipp Schlager (Mi.) – hier eingekeilt zwischen den Ravensburgern Daniel Stiefenhofer und James Bettauer – in allen Playoff-Spielen gefasst machen.
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Auf heftige Gegenwehr müssen sich die dezimierten Tölzer Löwen um Philipp Schlager (Mi.) – hier eingekeilt zwischen den Ravensburgern Daniel Stiefenhofer und James Bettauer – in allen Playoff-Spielen gefasst machen.

EISHOCKEY DEL 2

Start in die Playoffs: Favoriten haben hart zu kämpfen

  • vonOliver Rabuser
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Bad Tölz – Spannung pur verspricht die erste Playoff-Runde in der DEL 2. Alle vier Paarungen des Viertelfinals beinhalten jede Menge Überraschungspotenzial; klare Favoriten gibt es allenfalls, wenn man die Abschlusstabelle der Hauptrunde zu Rate zieht. In gewöhnlichen Spielzeiten hätten alle acht Kandidaten das Zeug für die Top-Vier. Eine Einschätzung:

Kassel Huskies (1.) – Heilbronner Falken (8.)

Die Hauptrunde verlief für die Schlittenhunde nahezu optimal. Kein anderes DEL 2-Team ist so breit und ausgeglichen besetzt. 112 Punkte in 49 Matches, 210 erzielte Tore. Die Aufstiegsambitionen von Tim Kehler, dem DEL 2-Trainer des Jahres, und seinen Mannen sind unstrittig. Mit Gerry Kuhn steht die personifizierte Verlässlichkeit im Tor, in Troy Rutkowski ist der Kassler Top-Scorer ein Verteidiger. Aber: Der Einsatz einiger Schlüsselspieler wie Philippe Cornet oder Brett Cameron ist fraglich. Die Falken setzten indes auf ihren ungestillten Hunger, eine anfangs desaströse Spielzeit, in den Playoffs noch zu richten. Zwischenzeitlich bis ans Ende der Tabelle durchgereicht, qualifizierten sich die Heilbronner mit einem unglaublichen Endspurt von sieben Siegen in acht Spielen für die Meisterrunde. An der Qualität der Einzelspieler hat sich nach dem vierten Platz im Vorjahr wenig geändert. Das wird kein Selbstläufer für den Favoriten. Tipp 3:1

Tölzer Löwen (2.) – Ra-vensbg. Towerstars (7.)

Diese Paarung hätte man sich in den vergangenen Spielzeiten allenfalls mit umgedrehten Vorzeichen vorstellen konnte. Doch die Tölzer haben eine überragende Punkterunde hinter sich. Die starken Resultate sind mit Blick auf den kleinen Kader und die vielen Ausfälle gar nicht hoch genug einzuschätzen. In brenzligen Situationen behielt die mentale Kraft die Oberhand über nachlassende Physis. Insoweit dürfte die zweiwöchige Pause geholfen haben. Die fünf DEL 2-Trophäen, die die Buam bei der Ehrung der Ligabesten abgeräumt haben (wir berichteten), sprechen ohnehin für sich. Doch zuletzt haben die Towerstars wieder Fahrt aufgenommen und zehn Zähler in den letzten vier Punktspielen eingeheimst. Außerdem haben die Oberschwaben ihre beträchtliche Ausfallliste deutlich reduzieren können. Nicht von ungefähr schiebt Löwen-Trainer Kevin Gaudet die Favoritenrolle den Towerstars zu, denn mit komplettem Kader ist Ravensburg ein absolutes Top-Team. Bei den Löwen wird vieles auf die Fitness von Max French und damit der besten DEL 2-Sturmreihe ankommen, zudem muss Maxi Franzreb in jeder Partie besser sein als Gegenpart Jonas Langmann. Tipp 3:2

EHC Freiburg (3.) – ESV Kaufbeuren (6.)

Dieses Viertelfinale ist wohl jenes, bei der man am ehesten auf den vermeintlichen Favoriten setzen würde. Freiburg beeindruckte im zweiten Teil der Hauptrunde durch 16 Spiele, in denen am Stück gepunktet wurde. Ben Meisner ist der große Rückhalt im Tor, die Verteidigung ist eingespielt. Offensiv stechen die Wölfe durch ihre Powerplay-Stärke heraus. Zumeist ist Top-Scorer André Hult an den Treffern maßgeblich beteiligt. Kaufbeuren setzt hingegen auf den Schub der späten Qualifikation und der Vertragsverlängerung von Kapitän Typer Spurgeon, der neben John Lammers und Sami Blomquist einer von diversen starken Individualisten ist. Problemzone der Joker ist das Tor, in dem der Langzeitverletzte Stefan Vajs massiv abgeht. Von den drei jungen Goalies hat Benedikt Hötzinger die Nase knapp vor Jan Dalgic. Tipp 3:1

Bietigheim Steelers (4.) – Löwen Frankfurt (5.)

Schon in der Vorrunde beharkten sich beide Teams in vier torreichen Begegnungen. Bei den Steelers erhöhten sich die Ambitionen nach der Verpflichtung eines vierten Ausländers. Rein von den Namen sind die Steelers zweifellos ein Titelaspirant. Sie haben leichte Vorteile auf den Ausländerpositionen und den Trumpf des zweitbesten Powerplays. Frankfurt punktet indes durch eine überschaubare Anzahl an Gegentoren. Ein Plus ist zudem die Rückkehr von Aufbauspieler und Blueliner Max Faber. Der Ausfall von Kapitän Adam Mitchell schlug bei den Hessen stark ins Kontor. Bietigheim entschied fünf der letzten sechs Matches für sich, Frankfurt verpasste durch den vorzeitigen Abbruch der Vorrunde womöglich das Heimrecht. Unklar ist, wer letztlich aus einem Torhüter-Trio den Kasten der Steelers hütet. Die Fangquote spricht hierbei klar für Cody Brenner. Tipp 3:2

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