Durch die Hosenträger von Ravensburgs Goalie Olafr Schmidt trifft Thomas Merl (re.) zum zwischenzeitlichen 3:1. Der Löwen-Stürmer sorgte mit einem Empty-net-Goal schließlich auch für den 6:3-Endstand.
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Durch die Hosenträger von Ravensburgs Goalie Olafr Schmidt trifft Thomas Merl (re.) zum zwischenzeitlichen 3:1. Der Löwen-Stürmer sorgte mit einem Empty-net-Goal schließlich auch für den 6:3-Endstand.

EISHOCKEY DEL 2 - PLAYOFF-VIERTELFINALE

Feuerwerk im zweiten Drittel: Nach verhaltenem Start legen die Löwen richtig los und siegen 6:3

  • vonOliver Rabuser
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Bad Tölz – Einem verhaltenen Start ließen die Tölzer Löwen eines ihrer berüchtigten Offensiv-Feuerwerke im zweiten Drittel folgen. Zum Ende verhinderten sie ein Aufbäumen der Oberschwaben durch konzentrierte Arbeit in der Defensive. Thomas Merl traf gegen seinen Ex-Klub doppelt. „Natürlich ein sehr gutes Gefühl, aber wichtiger war, dass wir den ersten Playoff-Sieg geschafft haben“, bewertete der 29-Jährige seinen Beitrag.

Eröffnet wurde die Begegnung durch zwei Anekdoten zum Schmunzeln. So bat Ravensburg die Tölzer um das Ausweichen auf die Auswärtstrikots, um das eigens entworfene Playoff-Design unter Wahrung des vorgeschriebenen Kontrasts zur Schau stellen zu dürfen. Pikant: Tölz entschied in den gelben Leiberln beide Partien der Vorrunde für sich. Natürlich kamen die Löwen dem Ansinnen der Gäste nach, noch lieber aber wären sie selbst bereits in der neuen Kollektion angetreten. Ohne das knallrote Wee-Logo, das nach dem alternativlosen Aufkündigen der Sponsorenvereinbarung nichts mehr auf der Tölzer Brust zu suchen hat.

Maxi Franzreb muss Schwerstarbeit verrichten

Ungleich weniger humoresk war freilich der Auftritt des Heimteams im ersten Abschnitt. Lange Pause hin, galliger Widersacher her. Fakt war, dass offensiv allenfalls ein laues Lüftchen wehte, Lubor Dibelka nach zwölf Minuten aus halbrechter Position an Goalie Olafr Schmidt scheiterte. Zuvor war mehrfach Schwerstarbeit für Maxi Franzreb angesagt. Nicht weniger als vier Klasseparaden musste der Tölzer Schlussmann aufbieten, um den anfänglichen Offensivdrang der Oberschwaben zu stoppen. Zweimal tauchte Vinzenz Mayer frei vor ihm auf, einmal fuhr Franzreb den Schoner gegen Joshua Samanski aus. David Zucker hatte wohl gar schon mit dem Torjubel geliebäugelt, als Franzreb – Zehntelsekunden zuvor noch mit der vorangegangenen Angelegenheit beschäftigt – angeschossen kam und die Lücke mit dem Schoner abdichtete. „Wir waren nach zehn Tagen Trainingspause nicht bereit“, räumte Löwen-Trainer Kevin Gaudet ein.

Neun Sekunden Powerplay reichen den Towerstars zur 1:0-Führung

Nichts zu halten gab es für den famosen Goalie derweil beim Onetimer von Andreas Driendl. Schlappe neun Sekunden benötigten die Towerstars, um ihr erstes Powerplay mit Erfolg zu krönen. Eine mehr als verdiente Führung, gleichwohl von geringer Halbwertzeit. Präzise: 46 Sekunden. Dann stand Reid Gardiner ideal in der Schussbahn, um Philipp Schlagers Schlenzer von der blauen Linie gekonnt über die Linie zu lenken – 1:1. Für die Tölzer die ersehnte Initialzündung.

Drei Tölzer Tore innerhalb von drei Minuten

Denn der zweite Abschnitt ließ keine Wünsche offen. Tyler McNeely schoss die Buam nach flottem Gegenzug mit Marco Pfleger in Front. Und nur zwei Minuten später staubte Thomas Merl zum 3:1 ab. Schmidt ließ Pflegers Versuch nach vorne prallen. Bei Ravensburg brachen kurzfristig alle Dämme. Weitere 51 Sekunden später knallte Lubor Dibelka McNeelys Zuspiel in die Maschen. „Da haben wir das Kommando übernommen. Plötzlich waren wir schnell und schlau und haben schöne Tore geschossen“, lobte Gaudet.

Towerstar-Coach Marc Vorderbrüggen griff zur Auszeit, während die Musikregie „My head, my heart“ von Pop-sternchen Ava Max einspielte. Tölz konnte in der Tat mit beidem aufwarten. Samanskis 4:2 konterte Pfleger zügig mit einem ansatzlosen Handgelenksschuss unter die Querlatte. Aber es sind eben Playoffs. Da ist die Messe erst nach der allerletzten Sekunde gelesen. Die Gäste rafften sich noch einmal auf. Vorderbrüggen beorderte Jonas Langmann zwischen die Pfosten. James Betthauer verkürzte auf 5:3, es folgten kritische Momente während Schlagers zweiter Strafzeit. Dann aber verschwand auch Driendl in der Kühlbox und wichtige Sekunden von der Uhr. „In den Playoffs ist es völlig egal, wie du gewinnst“, bilanzierte Gaudet.

Tölzer Löwen – Ravens-burg To. 6:3 (1:1, 4:1, 1:1)

Tore: 0:1 (12:41) Driendl (Henrion, Dronia 5-4), 1:1 (13:27) Gardiner (Schlager, Eberhardt), 2:1 (21:09) McNeely (Pfleger, Tosto), 3:1 (23:12) Merl (Pfleger, Gardiner), 4:1 (24:03) Dibelka (McNeely), 4:2 (27:49) Samanski (Henrion, Driendl), 5:2 (31:46) Pfleger (Gardiner, Schlager), 5:3 (47:59) Bettauer (Driendl, Henrion), 6:3 (59:19) Merl (Pfleger ENG). – Strafminuten: Bad Tölz 6, Ravensburg 4. – Schiedsrichter: Marcus Brill, Bastian Haupt.

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