Florian Zeller im Interview:<BR>Für 60 Minuten ruht die Freundschaft

- München/Bad Tölz - Er trug elf Spielzeiten das Trikot der Tölzer Löwen. Die Rückennummer 88 war das Markenzeichen des Publikumslieblings. Seit dieser Saison spielt Florian "Floppo" Zeller (28) mit der Nummer 91 im Dress des EHC München. Heute Abend empfängt der Aufsteiger die Tölzer zum Derby.<BR>

Wann ist bei Ihnen die Überlegung zum Vereinswechsel gereift?<P>Florian Zeller: "Ich habe schon seit einigen Jahren daran gedacht, mal woanders zu spielen. Es gab aber nie konkrete Angebote. Das war heuer anders."<P>Nachdem zunächst Riessersee im Gespräch war, verschlug es Sie überraschend nach München.<P>Zeller: "Es war klar, dass es aus familiären Gründen nur ein Verein in der Umgebung sein konnte. Ja, ich hab mit den Garmischern geredet. Dann rief mich nach der letzten Saison Christian Winkler (Manager des EHC, Anm. d. Red.) an, und alles ging ganz schnell."<P>Bei den Vorbereitungsspielen gegen Riessersee gab es laute Schmährufe gegenüber den vier ehemaligen Tölzern. Bei Ihnen ist der Tenor hinsichtlich des Wechsels in der Arena ungleich positiver. Woran liegt`s?<P>Zeller: " Ich habe gehört, man war mit der Art und Weise, wie die Vier dem Verein den Rücken gekehrt haben, nicht einverstanden. Ich hab von vornherein klar gesagt, ich möchte gerne mal weggehen. Zudem habe ich erst nach Saisonende mit anderen Vereinen verhandelt."<P>War dieser Wechsel ein Abschied für immer?<P>Zeller: "Nein, keineswegs. Ich hab` auch zu Herrn Hörmann gesagt, ich geh` jetzt mal ein, zwei Jahre zu einem anderen Verein. Danach möchte ich gerne wieder für Bad Tölz die Schlittschuhe schnüren."<P>Der EHC hat eine ganze Menge Neuzugänge. Was kann die Mannschaft erreichen?<P>Zeller: "Das ist in dieser Liga immer ganz schwer einzuschätzen. Ich denke, wenn wir von größeren Verletzungssorgen verschont bleiben, sollte Platz neun oder zehn schon machbar sein."<P>Haben Sie schon Unterschiede zwischen beiden Klubs ausmachen können?<P>Zeller: "Da ist kein großer Unterschied. In beiden Vereinen wird so professionell wie möglich gearbeitet. Der Zusammenhalt im Team ist ähnlich gut."<P>Ihre ehemalige Mannschaft geht heuer mit unheimlich vielen jungen Spielern in die Runde. Was trauen Sie den Buam zu?<P>Zeller: "Die können sicher einiges erreichen. Die Mannschaft kämpft und präsentiert sich gut. Wenn die erfahrenen Spieler die Jungen führen, kann der ECT sicher in der Tabellenregion von München mitspielen. Axel Kammerer ist aus meiner Sicht für die jungen Spieler ein geeigneter Trainer."<P>Am Freitag trifft der EHC München auf die Tölzer Löwen. Ein völlig normales Spiel für Sie?<P>Zeller: "Das ist für mich nichts anderes, als wenn es zum Beispiel gegen Bietigheim geht. Ab dem Aufwärmen konzentriere ich mich auf mein Spiel. Da ruhen die vielen Freundschaften für sechzig Minuten. Nachher freilich ist das alles vergessen, und man sitzt zusammen.<P>Der EHC ist wie die Löwen nach dem ersten beiden Spielen ohne Punkte. Der Druck in München nimmt im Falle des Misserfolges erfahrungsgemäß schnell zu. Ein Problem?<P>Zeller: "Davon dürfen wir uns nicht beeinflussen lassen. Wir müssen zusehen, dass wir unsere Punkte holen. Nur das zählt letztendlich."<P>Wie geht das Derby aus?<P>Zeller: "Es wird sicher ein sehr schweres Spiel. Ich denke, es wird ein knappes Ergebnis. Hoffentlich mit dem glücklicheren Ende für uns."<P>Das Gespräch führte<P>Oliver Rabuser<P>ÆFlorian Zeller Tölzer im Trikot des EHC München

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