Den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich besorgte Thomas Merl (li.), sein Nebenmann in der dritten Reihe, Oliver Ott (vorne), steuerte beim 7:2-Sieg in Bad Nauheim den sechsten Tölzer Treffer bei.
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Den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich besorgte Thomas Merl (li.), sein Nebenmann in der dritten Reihe, Oliver Ott (vorne), steuerte beim 7:2-Sieg in Bad Nauheim den sechsten Tölzer Treffer bei.

EISHOCKEY DEL 2

Fokussiert und hungrig: Löwen siegen in Nauheim mit 7:2 und Rekordmann French steuert Hattrick bei

  • vonOliver Rabuser
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Bad Nauheim/Bad Tölz – Mit einem unwiderstehlichen Zwischenspurt im zweiten Drittel und einer Top-Reihe aus anderen Sphären gossen die Tölzer Löwen ein unzerstörbares Fundament für den 7:2-Erfolg in Bad Nauheim. Der vierte Erfolg im vierten Vergleich unter den beiden Kurstädten der DEL 2 sichert den Oberbayern endgültig die Playoff-Teilnahme. „Ich bin selbst überrascht, hätte aber nichts dagegen, wenn es so weitergeht“, kommentierte Kevin Gaudet den Meilenstein.

Löwen kommen zunächst schwer in Tritt

Das Vertrauen von Vereinsseite scheint unermesslich. Zur Pause vermeldete Pressesprecher Simon Rentel den Fans die anfänglichen, für Auswärtsspiele der Löwen „fast schon typischen Vorteile“ für das gastgebende Team. Mit dem leicht süffisanten Zusatz „deshalb erst mal wenig Grund zur Sorge“. Kann man so machen. Zu oft schon benötigten die Isarwinkler bei Dienstreisen einen stattlichen Anlauf, ehe sich gewohnte Abläufe manifestierten.

Hoher Stock: Erstes French-Tor aberkannt

Man kann den ersten Abschnitt auch ganz pragmatisch werten. Max French schoss sich für seinen nächsten Hattrick warm, und Maxi Franzreb schüttelte letzte Nachwehen vom Heilbronn-Match aus der Fanghand. Beim Frenchs vermeintlichem Führungstreffer für die Löwen sahen die Unparteiischen nach langem Studium der Bewegtbilder, einen zu hohen Stock. Dennoch eine Szene mit Signalwirkung. Denn plötzlich kam Bewegung in die Anzeigetafel. Nauheim traf zum 1:0, weil Hohmanns Schlenzer von Beppi Eberhardt ungünstig abgelenkt wurde. Tölz aber glich sogleich aus, nachdem Thomas Merl vor dem Kasten von Bick den Versuch von Andi Schwarz mit gekonntem Stock-Handling ebenfalls entscheidend abfälschte. Der erste numerische Vorteil führte umgehend zur erstmaligen Löwen-Führung. Reid Gardiner holte sich sein 28. Saisontor mit einem Präzisionsschuss in die kurze Ecke. „Dieses Tor war der Schlüssel“, zielte Gaudet auf das berühmte Momentum. Tölz behielt den Bonus des Powerplays und verpasste um ein Haar das 3:1. Allerdings nicht lange. Bei angezeigter Strafe für Stefan Reiter zelebrierten die Gelb-Schwarzen ihr gnadenlos effektives Kombinationsspiel um das gegnerische Tor herum. Philipp Schlager lieferte die erste Vorlage nach Vertragsverlängerung, French vollstreckte zum 40. Mal in dieser Spielzeit.

Max French: Mit 42 Saisontoren nun alleiniger Spitzenreiter

Nauheim war bedient, agierte fortan konfus. Eine Trotzreaktion kam auch nicht in Frage, zu schnell stellte Niki Heinzinger auf 4:1. Entschieden war die Partie damit aber noch nicht – zumindest nicht ganz. Ein Quasi-Powerplaytreffer der Gastgeber schuf während der Pause den Spannungsbogen für den Schlussakkord; Nauheim durfte am Torraum nach Franzrebs Parade zweimal ohne Gegenwehr nachschießen. Tölz aber hat Maxwell French, den überragenden Protagonisten dieser Spielzeit, in seinen Reihen. Nicht von ungefähr kommt gerüchteweise das Lockangebot aus Frankfurt über 60 000 Euro Jahressalär. Erst recht nach der Handgelenksgranate des 29-Jährigen in den Torwinkel, die zugleich die Vorentscheidung war.

„Wir haben das Spiel nicht mehr aus der Hand gegeben“, lobte Gaudet sein „sehr fokussiertes und hungriges Team“. Letzte Vorbehalte räumten Oliver Ott (viertes Saisontor) und neuerlich French gnadenlos aus. Der Kanadier setzte sich damit bereits am 45. Spieltag vor Harrison Reed und Richy Müller alleine an die Spitze des besten DEL 2-Torschützen in einer Saison.

EC Bad Nauheim – Tölzer Löwen 2:7 (0:0, 2:4, 0:3)

Tore: 1:0 (21:16) Hohmann, 1:1 (24:45) Merl (Schwarz, Edfelder), 1:2 (27:59) Gardiner (French 5-4), 1:3 (32:29) French (Schlager, Pfleger 6-5), 1:4 (34:13) Heinzinger (Morrison, Dibelka), 2:4 (39:57) Hohmann (Reiter, Tessier), 2:5 (40:36) French (Pfleger, Gardiner), 2:6 (49:18) Ott (Merl), 2:7 (56:19) French (Schwarz, Gardiner). – Strafminuten: Bad Nauheim 6, Bad Tölz 6. – Schiedsrichter: Marcus Brill, Tony Engelmann.

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