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Schwach in der Defensive: Fünf Löwen-Tore reichen nicht zum Sieg in Heilbronn

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Von: Wolfgang Stauner

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Drei Tore von Lubor Dibelka (li.) und eins von Tyler McNeely reichten beim Auswärtsspiel in Heilbronn nicht, um sich auch mit drei Punkten zu belohnen.
Drei Tore von Lubor Dibelka (li.) und eins von Tyler McNeely reichten beim Auswärtsspiel in Heilbronn nicht, um sich auch mit drei Punkten zu belohnen. © Ewald Scheitterer

Nach dem grandiosen Heimsieg gegen die Lausitzer Füchse wollten die Tölzer Löwen in Heilbronn gleich noch einen Dreier gegen die schwächelnden Falken nachlegen, zumal die Hausherren fünf Niederlagen im Nacken hatten. Doch die Falken machten mehr aus ihren Chancen und gewannen eine Partie auf mäßigem Niveau und einem wilden Schlussakkord mit 6:5.

Heilbronn/Bad Tölz - Vom Eröffnungsbully weg traten die Hausherren beherzt auf und zeigten, dass sie sowohl die Negativserie beenden, als auch ihre miserable Torquote von knapp vier Prozent aufhübschen wollten. Von den 188 Heilbronner Torschüssen der vergangenen fünf Begegnungen fanden nämlich nur sieben in den gegnerischen Kasten. Ausgerechnet gegen die Tölzer Löwen schlug dann im ersten Drittel jeder sechste Schuss hinter Jimmy Hertel ein. Das erste Falken-Powerplay sah zunächst behäbig aus, doch Justin Kirschs Schlagschuss passte perfekt ins linke Kreuzeck, da Karl Fabricius, der sich immer wieder als Screen vor Hertel aufbaute, auch diesmal dem Tölzer Goalie die Sicht genommen hatte. Judd Blackwater erzielte mit der Rückhand das 2:0, doch Löwen-Kapitän Philipp Schlager reparierte den Schaden umgehend mit dem Anschlusstreffer. Die Mega-Chance zum Ausgleich hatte Ian Brady, der von links zum Schuss aufs fast freie Tor kam, doch die Scheibe sauste knapp drüber. Diese Nachlässigkeit bestrafte Noah Dunham im Gegenzug mit dem 3:1. Wieder lagen die Buam mit zwei Toren im Hintertreffen. Sollte ihnen – ähnlich wie gegen Weißwasser – erneut der Turn-around gelingen? Das Mitteldrittel ist statistisch gesehen das schlechteste der Tölzer: 30 Gegentore haben sie in diesen 20 Spielminuten bereits kassiert.

Wir verpassen zu viele Scoring-Chancen.“

Löwen-Trainer Kevin Gaudet

Und tatsächlich – in diesem unspektakulären Abschnitt erhöhte Dunham mit seinem zweiten Treffer auf 4:1. Die Vorlage kam ausgerechnet vom Ex-Tölzer Kenney Morrison. Egal, wie sehr sich die Isarwinkler in Person von Tyler McNeely, Grant Besse oder Lubor Dibelka auch mühten, stets fanden sie in Falken-Goalie Arno Tiefensee ihren Meister. Das ärgerte Löwen-Trainer Kevin Gaudet: „Wir verpassen zu viele Scoring-Chancen, das ist unser größtes Problem im Moment.“

Spektakulärer, bisweilen vogelwilder Schlussabschnitt

Das änderte sich in einem spektakulären, bisweilen vogelwilden Schlussabschnitt grundlegend. Beide Defensiven schwammen von Minute zu Minuten mehr. Die Fehler in der Heilbronner Hintermannschaft nutzten zunächst Dibelka und Nico Kolb, um innerhalb von 27 Sekunden auf 3:4 heranzukommen. Die faustdicke Überraschung lag in der Luft, und Schlager der Hochkaräter auf dem Schläger. Doch die Hausherren brauchten ihrerseits weniger als 60 Sekunden, um wieder auf drei Tore davonzuziehen. Vorentscheidend war da das Break, das Noah Dunham mit seinem Hattrick zum 5:3 krönte.

Löwen in den letzte 90 Sekunden mit sechs Feldspielern

Und auch die beiden Schlussminuten hatten es in sich. Nach McNeelys 4:6-Verkürzer setzte Trainer Kevin Gaudet alles auf die Karte Angriff. 90 Sekunden spielten die Löwen mit sechs Feldspielern, und Dibelka gelang sogar noch das 5:6. Aber die letzten elf Sekunden zitterten sich die Hausherren zum Sieg. Gaudet war nach der Schlusssirene der Frust anzumerken. „Wir müssen immer einen Rückstand aufholen. Das kostet verdammt viel Energie.“ Gleichwohl: Fünf Tore sollten eigentlich immer zum Sieg reichen.

Heilbronn Falken – Tölzer Löwen 6:5 (3:1, 1:0, 2:4)

Tore: 1:0 (4:34) Kirsch (Maschmeyer Della Rovere 5-4), 2:0 (6:41) Blackwater (Lautenschlager, Obu), 2:1 (7:03) Schlager (Spiro, Kolb), 3:1 (14:40) Dunham (Thiel, Fabricius), 4:1 (49:06) Dunham (Morrison, Blackwater), 4:2 (44:45) Dibelka (Schlager, McNeely), 4:3 (45:12) Dibelka (McNeely, Eberhardt), 5:3 (55:32) Dunham (Morrison), 6:3 (56:20) Williams (Blackwater, Lautenschlager, 6:4 (58:01) McNeely (Kolb, Kharboutli), 6:5 (59:49) Dibelka (Besse, Schlager 6-5). – Strafminuten: Heilbronn 2, Bad Tölz 6. – Schiedsrichter: Marcus Brill, Marc André Naust. – Zuschauer: 1068.

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