"Gas geben, Checks fahren"

- VON OLIVER RABUSER Bad Tölz - Ein Blick auf die Internet-Homepage der Schwenninger Wild Wings entlockt dem sachkundigen Betrachter unweigerlich ein Schmunzeln: "Am Sonntag müssen die Wild Wings nach Bad Tölz, einem scheinbar wiedererstarkten Traditionsverein, der die Rückkehr in die Playoffs anstrebt" steht da im Vorbericht auf die Begegnung am Sonntag (19 Uhr) zu lesen.<BR>

<P>Die Passage mit dem Traditionsverein ist immerhin völlig richtig recherchiert, jedoch dürften die übrigen Bestandteile dieser Aussage doch von der Wirklichkeit im Ansatz abweichen. In Bad Tölz wäre man unstrittig heilfroh darüber, könnte man die Playoffs als Ziel ausgeben. Tatsächlich gilt es aber für Axel Kammerer und sein Team, nach dem erfolglosen Saisonstart die ersten Zähler zu verbuchen, um das nötige Selbstvertrauen zu tanken und nicht von Beginn an hoffnungslos im Hintertreffen zu sein.<P>Im Heimspiel gegen die Mannschaft von Mike Bullard sind die Hoffnungen auf einen Dreier durchaus berechtigt. Die Schwarzwälder verfügen zwar über eine erfahrene Truppe mit einigen exzellenten Einzelspielern. Gleichwohl werden sie von den Experten nicht als Anwärter auf einen der vorderen Plätze gehandelt. Aufgrund des beispiellosen Aufrüstens einiger Konkurrenten, könnte es bis beim Kampf um das Erreichen eines der ersten acht Ränge eng werden. Dies bestätigen auch die beiden ersten Resultate. Zuhause gelang ein Sieg über die Landshut Cannibals. In Regensburg allerdings gab es eine saftige 0:7-Watschn. Immerhin können die Wild Wings ab diesem Wochenende wieder auf die bislang gesperrten Brezina und Vasicek zurückgreifen. Zweifellos eine substanzielle Stärkung.<P>Für die Tölzer Cracks ist die Devise klar. "Die haben eine ganze Menge älterer Spieler im Kader. Da müssen wir Gas geben, Checks fahren, das Tempo hoch und das Geschehen vom eigenen Tor weghalten", fordert Trainer Axel Kammerer. Mit dieser Einschätzung dürfte der 41-jährige Übungsleiter in der Tat richtig liegen. Denn lässt man die Schwenninger zu oft in die Nähe des eigenen Gehäuses, könnte das aufgrund deren Erfahrung und starker Individualisten schnell zum Verhängnis werden. Schlafmützigkeiten sind ohnehin nicht erwünscht. Ein schlechter Wechsel war mitursächlich für das vorentscheidende 1:3 in der Partie gegen Bietigheim. Daneben ärgerte Kammerer sich über die Ahndung fairen Körperspiels. "Ich hab` mir das nochmal auf Video angesehen, das waren saubere Checks von Schönberger und Borzecki. Einmal mit der Schulter, und bei der anderen Strafe war der Gegenspieler einfach nicht drauf gefasst."<P>

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