Eine Möglichkeit, um den angeschlagenen Max French zu ersetzen: Lubor Dibelka (vorne) führt gegen Crimmitschau die Tölzer Top-Reihe als Center an – hinten lauert Wingman Reid Gardiner auf den Pass.
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Eine Möglichkeit, um den angeschlagenen Max French zu ersetzen: Lubor Dibelka (vorne) führt gegen Crimmitschau die Tölzer Top-Reihe als Center an – hinten lauert Wingman Reid Gardiner auf den Pass.

EISHOCKEY DEL 2

Löwen müssen gegen Eispiraten die Kräfte einteilen: Center French ist angeschlagen

  • vonWolfgang Stauner
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Bad Tölz – Die 4:5-Overtime-Niederlage in Weißwasser hat die Tölzer Löwen angesichts ihres Minikaders jede Menge Körner gekostet. Obendrein ist Center Max French aus der Lausitz leicht angeschlagen zurückgekehrt. Sein Einsatz gegen die Eispiraten aus Crimmitschau am Samstag ist deshalb fraglich. Dafür wollen Lubor Dibelka und Thomas Merl ein Comeback wagen.

Das macht den Reiz der schnellsten Mannschaftssportart der Welt aus: In wenigen Sekunden kann ein Spiel kippen, ein vermeintlich sicherer Sieg noch in eine Niederlage münden oder ein scheinbar aussichtsloses Spiel in einen Triumph gedreht werden. Die Tölzer Löwen hatten die Volatilität eines Eishockey-Ergebnisses schon einmal vor ein paar Wochen vorgeführt, als sie die entscheidenden drei Treffer zum 6:3-Sieg gegen Nauheim innerhalb von 55 Sekunden erzielten. Am Donnerstagabend in Weißwasser hatten die Buam indessen das Nachsehen: Innerhalb von 25 Sekunden erzielten die Lausitzer Füchse zwei Treffer zum 4:4-Ausgleich. Den kompletten K.o. verpassten die Sachsen den Tölzer Löwen nach 60 Sekunden in der Verlängerung.

Auch der Kopf des Trainers muss bei der Sache bleiben

Entsprechend gedrückt war die Stimmung auf der achtstündigen Heimfahrt. „Wenn man innerhalb von 25 Sekunden einen sicher geglaubten Sieg herschenkt, ist das gar nicht toll“, räumt Kevin Gaudet ein. Was den Trainer umso mehr wurmt: „Weißwasser ist im letzen Drittel fast nicht in unsere Zone gekommen.“ Dabei nimmt sich Gaudet selbst nicht von der allgemeinen Kritik aus: „Spieler, Torwart und alle auf der Bank haben in den letzten vier Minuten vergessen zu kämpfen. Aber auch der Kopf des Trainers muss bei der Sache bleiben.“

Zwei Heimspiele: Gegen Crimmitschau und Heilbronn

Doch der kurzweilige Spielplan der DEL 2 sieht kaum Verschnaufpausen für Grübeleien vor. Nach den beiden Auswärtsspielen stehen bereits am Samstag und Montag zwei Hausaufgaben an: gegen den zweiten sächsischen Vertreter, die Crimmitschauer Eispiraten (Samstag, 17 Uhr) und die Heilbronner Falken (Montag, 19.30 Uhr).

Möglich, dass die Eispiraten es nach ihrem überzeugenden 6:2-Sieg gegen Kaufbeuren am Samstag etwas lockerer angehen lassen. Auch wenn in den letzten zehn Spielrunden noch 30 Punkte zu vergeben sind, zeichnet sich ab, dass das Team von Mario Richer einen Playoff-Platz einnehmen wird. Seit dem 22. Spieltag halten sich die Eispiraten konstant in der Playoff-Zone der Top-Acht.

French angeschlagen: Dibelka und Merl wollen Comeback wagen

Doch das macht die Sorgen von Löwen-Coach Gaudet auch nicht geringer. Center und bester Bullyspieler der Tölzer, Max French, hat sich in der Lausitz verletzt und im letzten Drittel nur noch bei Überzahl gespielt. „Nichts Gravierendes“, wiegelt Gaudet ab, „aber schlimm genug, um gegen Crimmitschau eventuell pausieren zu müssen.“ Zur Not wird Lubor Dibelka nach einer mäßig auskurierten Leistenzerrung die Schlittschuhe schnüren und die erste Reihe anführen. Auch der Corona-Rekonvaleszent Thomas Merl wird ein Comeback versuchen. „Aber was darfst du von einem Spieler erwarten, der viereinhalb Monate nicht gespielt hat?“, sinniert Gaudet. Im Spiel gegen Ravensburg Ende Januar war Merl einmal namentlich auf dem Spielerbogen erschienen, aber ohne Eiszeit geblieben. Seinem möglicherweise neunten Stürmer wird Gaudet am Samstag ein paar Shifts geben, wenn der sich fit genug fühlt. Neun Offensivspieler – das ist angesichts der Tölzer Verletztenmisere beinahe rekordverdächtig. „Ich weiß trotzdem nicht, wie lange die Kräfte ausreichen“, gesteht Gaudet.

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