"An Harmlosigkeit nicht zu überbieten"

- Kaufbeuren - Einträchtig standen Löwen-Manager Beppo Schlickenrieder und Trainer Peter Obresa nach dem Spiel im Kaufbeurer Vip-Raum, wisperten sich ein paar Worte zu und nippten - Selters. Es war das passende Getränk zum passenden Anlass. Denn natürlich saß die Enttäuschung über die Tölzer 1:4-Niederlage im Allgäu tief. Vor allem wegen der Begleitumstände.<BR>

Noch nicht oft in dieser Saison nämlich haben die Tölzer Löwen einen Gegner so klar beherrscht wie die "Buron Jokers" im ersten Drittel. "Da haben wir überragend gespielt", fand etwa Kapitän Derek Mayer. Hätte nur noch gefehlt, dass die in der Anfangsphase chancenlosen Kaufbeurer dem turmhoch überlegenen Gegner applaudiert hätten. Nur einer stemmte sich mit Vehemenz dem Tölzer Angriffswirbel entgegen: ESV-Schlussmann Martin Cinibulk, der einige unglaubliche Reaktionen zeigte. "Die Torhüter-Leistung war hervorragend", lobte ESV-Trainer Peter Ustorf. Gestoppt haben sich die Tölzer Löwen aber letztlich selbst. Tim Regan, Floppo Zeller, Jeff Hoad, Florian Leitner, Morgan Warren, Christian Curth - sie alle hatten Chancen auf dem Schläger, die ein Zweitliga-Profi einfach verwerten muss. Dass sie`s nicht taten, ging nicht nur auf das Konto von Cinibulk. "Wir waren an Harmlosigkeit nicht zu überbieten", grollte Peter Obresa.<P>Wie man ein Spiel entscheidet, bekamen die Tölzer im zweiten Drittel vorgeführt: Innerhalb von 14 Sekunden machten Brandon Dietrich und Martin Schweiger aus dem für die Allgäuer eh schmeichelhaften 0:0 eine 2:0-Führung. "Wir haben Glück gehabt, mir diesem Doppelschlag", sagte Peter Ustorf und freute sich, dass sein Team die Führung "gut verwaltet hat". Er habe sich vor allem für seine Mannschaft über den Sieg gefreut, "doch bei einer Niederlage wäre die Welt auch nicht untergegangen. Ustorf blickte gleich einmal zwei Monate voraus - auf die Playdowns: "Wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen, in denen es um den Klassenerhalt geht."<P>Das werden die Tölzer zweifellos genauso sehen. Dem Verdacht, die Tölzer würden es beim (im Grunde bedeutungslosen) Vorrunden-Restprogramm lockerer angehen lassen, widersprach Kapitän Derek Mayer energisch: "So etwas geht gar nicht. Wir müssen schon weiter Vollgas geben. Man kann je nicht einfach den Schalter umlegen, wenn es ernst wird." Für die Playdowns gibt sich Mayer optimistisch: "Wenn wir gut spielen, wird `s kein Problem."hst<P>Kaufbeurer Jokers - Tölzer Löwen 4:1 (0:0, 3:0, 1:1) - Tore: 1:0 (24:22) Dietrich (Rau, Auger), 2:0 (24:36) Schweiger (Appel, Smith), 3:0 (29:47) Auger (Schweiger, Smith), 3:1 (46:33) Stevens (Regan, Warren), 4:1 (58:59) Yetman (ENG). - Zuschauer: 1681. - Schiedsrichter: Sander (Peiting). - Strafminuten: Kaufbeuren 12 + 10 für Kaltenhauser, Bad Tölz 16.<P>

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