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Ins offene Messer gelaufen

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Von: Nick Scheder

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Diesmal keine Zähler: Markus Eberhardt (re.) sammelte zuletzt eifrig Scorerpunkte für die Tölzer Löwen. Seine Schüsse waren zwar gefährlich, doch auch er ging gegen Kaufbeuren leer aus.
Diesmal keine Zähler: Markus Eberhardt (re.) sammelte zuletzt eifrig Scorerpunkte für die Tölzer Löwen. Seine Schüsse waren zwar gefährlich, doch auch er ging gegen Kaufbeuren leer aus. © Oliver Rabuser

Zu früher Rückstand, zu späte Aufholjagd: Tölzer Löwen verlieren 2:5 gegen Kaufbeuren.

Bad Tölz – Sie haben gekämpft. Sie haben nie aufgegeben, keine Erschöpfung erkennen lassen. Aber zwei Vorwürfe müssen sich die Tölzer Löwen gefallen lassen: Warum fangen sie erst bei 1:4-Rückstand im letzten Drittel an, richtig Druck zu machen, als ob sie nicht acht von elf Heimspielen verloren hätten? Und warum laufen sie wie so oft bei Spielen in eigener Halle so früh ins offene Messer? „Wir haben viele junge Spieler, es ist schwer, keine Fehler zu machen, es passiert immer wieder“, versucht sich Kevin Gaudet nach der 2:5-Pleite am Sonntagabend gegen Kaufbeuren an einer Erklärung.

Ins offene Messer gelaufen

Er möchte niemanden die Schuld zuweisen, nimmt seine Mannschaft sogar in Schutz. „Ich mache ihnen keinen Vorwurf, wir haben alles gegeben.“ Doch letztlich waren die Tölzer Löwen an diesem Abend gegen die offensivmächtigen Kaufbeurer chancenlos. „Wir wollten ja einen guten Start, haben aber zwei Fehler gemacht, die Kaufbeuren eiskalt ausgenutzt hat, und schon lagen wir wieder 0:2 hinten.“ Keine vier Minuten waren im Tölzer Eisstadion verstrichen, da hatten Philipp Krauß und sehr nachdrücklich Tyler Spurgeon bereits auf 2:0 gestellt. „Aber wir haben gekämpft“, lobt Gaudet. Nach vorne können die Löwen, wenn sie wollen. Wenig später tankte sich Samir Kharboutli, der erneut ein sehr gutes Spiel machte, durch, scheiterte erst am starken ESVK-Keeper Stefan Vajs, aber Lubor Dibelka verkürzte im Nachschuss auf 1:2. Doch den Tölzern fehlte der Druck, der Wille, endlich einmal wieder ein Heimspiel gewinnen zu wollen. Stattdessen traf Markus Schweiger zum 3:1 für Kaufbeuren. „Das Tor tat richtig weh“, sagt Gaudet.

Der Schmerz ließ auch nach einem torlosen Mittelabschnitt nicht nach. Cam Spiro und Dibelka trafen nur die Latte, erneut Spurgeon erhöhte auf 4:1 – „wieder nach einem Fehler von uns“, moniert Gaudet kopfschüttelnd. „Wir haben trotzdem nicht aufgegeben, haben uns gute Chancen herausgespielt.“ Die besten bisher. Markus Eberhardt testete Vajs mit ein paar guten Schüssen von der blauen Linie, Thomas Merl scheiterte aus kurzer Distanz, und Dibelka hatte noch gute Gelegenheiten.

Noch kein einziges Tor in Unterzahl

Erst jetzt schienen die Tölzer aufzuwachen, brachten gute Aktionen nach vorne und Zug aufs Tor. Mit einem Erfolg: Nico Kolb hatte viel Zeit für seinen Abschluss, nachdem Dennis Miller über die Scheibe schlug und sie bei Kolb landete. Sein erstes Tor für die Tölzer Löwen. Und Tölz versuchte es weiter.

Doch die Bemühungen fanden spätestens ein Ende, als die Löwen in der Schlussphase in Unterzahl gerieten – Tölz gelang heuer als einzigem DEL 2-Team noch kein einziges Shorthander-Tor. Tyler McNeely, der sich das ganze Spiel über schon Scharmützel mit Kaufbeurens Simon Schütz geliefert hatte, musste auf die Strafbank. Der Ex-Tölzer Joseph Lewis stellte in Kaufbeurer Überzahl auf 5:2. „Ein verdienter Sieg der Gäste“, sagt Gaudet. „Sie waren die bessere Mannschaft.“

Tölzer Löwen - ESV Kaufbeu. 2:5 (1:3, 0:0, 1:2)

Tore: 0:1 (1:56) Krauß (Schweiger/Lewis), 0:2 (3:32) Spurgeon (Echtler/Hops), 1:2 (4:50) Dibelka (Kharboutli/Bohac), 1:3 (16:38) Schweiger (Krauß), 1:4 (40:29) Spurgeon (Lammers), 2:4 (53:25) Kolb (Miller/Brady), 2:5 (58:39) Lewis (Blomqvist/Gracel, 5-4), – Strafminuten: Tölz 8, Kaufbeuren 10, – Schiedsrichter: Bauer/Haupt.

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