Jägers Halali zog den Moskitos den Stachel

- VON HANS STAAR Bad Tölz - In dieser Form wären die Tölzer Löwen ein Playoff-Kandidat - schade, dass der Zug wohl ohne die Isarwinkler abgefahren ist. Ob Essen noch aufspringen kann? Der gestrige Tölzer 3:0-Sieg war jedenfalls ein herber Dämpfer für die Moskitos. Es war ein Geduldsspiel, anfangs eher unansehnlich, später mitreißend, in dem diesmal Verteidiger Flori Jäger und Schlussmann Patrick Couture die Heldenrollen übernahmen.<BR>

<P>Der Spielmodus, der schon in der Vorrunde alle Teams vier Mal zusammenführt, bringt es mit sich: Die Teams kennen sich in- und auswendig, und die Trainer ziehen ihre Lehren. Die bisherigen Spiele zwischen Bad Tölz und Essen waren allesamt ganz, ganz eng gewesen und wurden weniger durch die Überlegenheit der einen, als vielmehr durch die Fehler der anderen entschieden. Zwei Mal hatte Tölz zuvor schon das bessere Ende für sich gehabt. Bitter für Toni Krinner, den Tölzer Trainer in Essener Diensten, der gerade in der Heimat sicher gerne gewonnen hätte.<P>Das gestrige Match war denn auch vom Warten auf Aussetzer geprägt. Tölz bewies im Abwehrverhalten taktische Disziplin, doch dass die "Buam" ohne Gegentor vom Eis gingen, lag vor allem daran, dass Patrick Couture einen ausgesprochen guten Tag hatte. Seinen dritten Shutout verdiente sich der Frankokanadier redlich.<P>In den ersten 30 Minuten, die stark von beiderseitiger Defensivtaktik geprägt waren, hat die Partie wohl kaum jemand vom Hocker gerissen. Dass sich auf Tölzer Seite die Mienen dann doch aufhellten, war Flori Jäger zu verdanken. Getreu der alten Eishockey-Weisheit, dass ein schlechter Schuss aufs Tor allemal besser ist als ein guter Pass zum Gegner, beförderte der junge Verteidiger den Puck irgendwie in Richtung Moskitos-Kasten. Und weil dort gerade allerhand Verkehr herrschte, landete die Scheibe ungesehen vom Essener Torwart Leonhard Wild tatsächlich in den Maschen. Tim Regan sammelte das Spielutensil sogleich auf, weil`s vermutlich in einer Vitrine landen wird: Es war Jägers allererstes Tor. Fortan, besonders im sehenswerten Schlussdrittel, war ein ganz anderes Spiel. Tölz beschränkte sich nicht darauf, den knappen Vorsprung zu verwalten, sondern suchte die Entscheidung. Essen auch. Nach Morgan Warrens 2:0 war das Match entschieden. Toni Prommersbergers 3:0, vor allem aber Coutures Shutout, waren die Sahnehäubchen.<P>Tölzer Löwen - Moskitos Essen 3:0 (0:0, 1:0, 2:0). - Tore: 1:0 (24:13) Jäger (Regan, Hoad), 2:0 (45:31) Warren (Frank, F. Curth), 3:0 (47:41) Prommersberger (Stevens 5-4). - Zuschauer: 1350. - Schiedsrichter: Franz Josef Trainer (Bad Aibling). - Strafminuten: Bad Tölz 10, Essen 10 + 10 für Wild.<P>

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