Joker waren "einfach einen Tick cleverer"

- Kaufbeuren - Die Erwartung war sicherlich da, der Druck allerdings auch. Weil die Buron Joker aus Kaufbeuren ebenso als potenzieller Abstiegskandidat gehandelt werden wie die Tölzer Löwen, erhofften sich die Isarwinkler einen positiven Zweitliga-Saisonauftakt, zumal Tölz zwei Testspiele gegen die Allgäuer nicht verloren hatte. Schnell jedoch verdeutlichte sich der Unterschied von Vorbereitung und Wettkampf, und am Ende unterlagen die "Buam" mit 1:3.<BR>

Oftmals übernervös agierte die junge Tölzer Mannschaft. Einfachste Zuspiele fanden nicht den Nebenmann, die Fehlerkette war lang. Die Joker versuchten mit aggressivem Pressing, den Druck zu erhöhen, waren anfangs das überlegene Team. Der Führungstreffer durch Patrick Grandmaitre war logische Konsequenz und sehenswerte Einzelleistung zugleich. Dennoch hatten auch die Löwen ihre Möglichkeiten. Doch hätte Andreas Kruck anstatt zu schießen quer legen, und Christian Urban besser platzieren müssen. Eher suboptimal war die Zuordnung beim vorentscheidenden 0:2, denn gewöhnlich kommt ein Stürmer im Powerplay höchst selten zu einem Alleingang von der blauen Linie.<P>Nachdem Rod Stevens nach einer Nachlässigkeit von Torhüter Reimer verkürzt hatte, schien ein Weckruf die Mannschaft erreicht zu haben. Plötzlich wagten sich die Löwen in bis dahin nur selten erforschtes Gebiet, das Angriffsdrittel. Die spielerische Stagnation der Seinen erkannte hinterher auch Joker Coach Ustorf: "Nach dem 2:0 haben wir aufgehört Eishockey zu spielen. Wir können uns bei Jochen Reimer bedanken, der uns mit drei unglaublichen Saves den Sieg gerettet hat." In der Tat hatte Reimer keinen geringen Anteil am Sieg der Hausherren. Alleine Rod Stevens hätte im Schlussdrittel in zwei Eins-gegen-eins-Situationen für ein besseres Ergebnis sorgen können, eigentlich müssen. Ärgerlich waren indes dumme Strafzeiten für Adam Borzecki, der sich in drei Fällen eigenem nummerischen Vorteils zu Unbeherrschtheiten hinreißen ließ. Vor allem, als Kaufbeurens Enfant terrible Adam Spylo nach einem Check gegen den Kopf von Michael Baindl vom Spiel ausgeschlossen wurde. Das prangerte auch Löwen-Trainer Axel Kammerer an: "Der Adam hat nicht schlecht gespielt, einige knallharte Checks gefahren. Er darf sich aber nicht ständig provozieren lassen." Gleichwohl schätzt der Coach die körperliche Präsenz des Polen. Gerade weil Duane Harmer einen rabenschwarzen Abend erwischt hatte. Am Sieg der Joker hatte Kammerer jedenfalls nichts auszusetzen: "Die Kaufbeurer waren in den entscheidenden Situationen einfach einen Tick cleverer."<P>Oliver Rabuser<P>ESV Kaufbeuren - Tölzer Löwen 3:1 (1:0,1:1,1:0). - Tore: 1:0 (9:26) Grandmaitre (Jackson, Kozacka), 2:0 (23:38) Grosch (Bourne, Reimer, 5-4), 2:1 (26:29) Stevens (Hoad, Gulda), 3:1 (59:42) Kettemer (ENG). - Zuschauer: 2186. - Schiedsrichter: Frenzel (Zweibrücken). - Strafminuten: Kaufbeuren 8 + 5 + Spieldauer (Spylo), Bad Tölz 16 + 10 (Borzecki).<P>

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