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Comeback mit zwei Facetten: Hannes Sedlmayr (re.) zeigte in seinem ersten Spiel nach langer Verletzung gegen Ravensburg gute, aber auch einige vermeidbare Aktionen. 

Starke Leistung mit voller Kapelle

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Die Tölzer Löwen gewinnen mit 3:2 in Ravensburg. Hannes Sedlmayrs Comeback mit Licht und Schatten. 

Ravensburg/Bad Tölz Die Pleiten gegen Bayreuth waren schnell abgehakt. Am Freitagabend fanden die Tölzer Löwen zu einer insgesamt starken Leistung, an deren Ende ein nicht unverdienter 3:2-Erfolg bei den Ravensburgh Towerstars stand. „Ein wichtiger Sieg für uns“, kommentierte Kevin Gaudet die neuerliche Ergebnis-Volte.  

Zum Fiasko hätte indes das Debüt von Hannes Sedlmayr geraten konnen. Mitte des zweiten Spieldrittels leistete sich der Rückkehrer zunächst bei eigenem Powerplay ein fatales Zuspiel in die Konterspieler der Towerstars. Ein Malheur, das der 29-Jährige auf Kosten von vier Strafminuten über Gebühr ausbügelte. Ravensburg nutzte den Vorteil zum ersten Treffer der Partie, und als Sedlmayr von der Sünderbank des Weges gefahren kam, ging es nach einer unsportlichen Geste sogleich wieder zurück in die Kühlbox.

Auf diese Art von Comeback hätte man aus Tölzer Sicht geflissentlich verzichten können. „Hat uns etwas weh getan“, urteilt Gaudet. Doch bewegt sich der Linksaußen seit jeher in einer Grauzone zwischen Genie und Wahnsinn. Und deswegen kam im weiteren Spielverlauf auch der „andere“ Sedlmayr noch in ausreichendem Maße zum Vorschein. Zunächst scheiterte der Schaftlacher zweimal alleine vor EVR-Goalie Olafr Schmidt, ehe er die Scheibe nach bereits abgelaufener Strafzeit für die Gastgeber noch einmal entschlossen an den Torraum beförderte, zudem in Max French den von ihm auserkorenen Abnehmer fand. „Nicht schlecht für acht Wochen Pause“, zeigte sich der Löwen-Trainer insgesamt zufrieden.

Tölz führte nach dieser gelungenen Aktion mit 2:1, vermochte aber den kleinen Vorsprung wie sooft nicht über die Ziellinie zu transportieren. Ravensburgs aus Mittenwald stammender Kapitän Vincenz Mayer gelang der Ausgleich, als Shawn Weller auf der Strafbank saß. Seine Warnungen, gegen das Team aus Oberschwaben möglichst sanktionsfrei zu bleiben, formulierte Gaudet nicht von ungefähr. Wobei: Wirklich kreativ in Überzahl waren beide Seiten nur selten. Die Löwen waren im fünften Versuch erfolgreich, Tyler McNeely verwandelte den am Torraum freiliegenden Puck durch beherztes Nachstochern. Tölz spätestens ab dem Ravensburger Führungstor hellwach.

Neben Sedlmayrs Möglichkeiten verzeichneten die Gäste einen starken Tip-in-Versuch von Lubor Dibelka, sowie eine Großchance von French, der einen Querpass von Matt MacKenzie an den Außenpfosten setzte. „Die Schlüsselspieler der Tölzer waren besser als unsere“, räumt EVR-Coach Rich Chernomaz ein. Die wenigen prekären Situationen am anderen Ende des Spielfelds bereinigte ein ebenso aufmerksamer wie tadelloser Silo Martinovic. Der Goalie scheint nach überstandener Verletzung und die Entlastung durch Max Franzreb rechtzeitig topfit für die heiße Phase.

Gleiches gilt für den spielfreudigen French, der kurz vor Spielende eine Vorlage von Marco Pfleger eiskalt zum Siegtreffer ins langen Toreck versenkte.

EV Ravensburg - Tölzer Löwen 2:3 (0:0,1:1,1:2)

Tore: 1:0 (26:21) Sturm (Driendl/Svoboda, 5-4), 1:1 (33:02) McNeely (Weller/Pfleger, 5-4), 1:2 (47:05) French (Sedlmayr/Sa. Martinovic), 2:2 (50:40) Mayer (Sturm/Driendl, 5-4), 2:3 (58:28) French (Pfleger/Sa. Martinovc), – Strafminuten: Ravensburg 12, Tölz 12, – Schiedsrichter: Kannengießer/Singer, – Zuschauer: 2866.

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