Scott Kishel Neuer Verteidiger der Tölzer Löwen

Löwen holen US-Verteidiger Scott Kishel

Bad Tölz - Die Löwen verpflichten den ersten Kontingentspieler seit der Saison 2009/10. Der US-Amerikaner Scott Kishel (24) soll die Defensive aufmöbeln. Er hat durch viele Einsätze und gute Empfehlungen überzeugt.

Die Besetzung von Kontingentstellen aus den nordamerikanischen Ligen wird oft zur Lotterie. Doch bei der Verpflichtung von Scott Kishel sind sich die Tölzer Löwen ihrer Sache sicher. Der 24-jährige US-Verteidiger soll der Mannschaft in der Defensive weiterhelfen. Nach eifrigem Studium der Statistiken und Videos wurde er als der richtige Mann für die Löwen auserkoren. Der Amerikaner wurde 2011 Meister in der National Collegiate Athletic Association (NCAA) mit der Universitätsmannschaft von Minnesota, für die er vier Saisons aufs Eis ging. In der Vorsaison wechselte Kishel zu den Fort Wayne Komets in die East Coast Hockey League (ECHL), der dritthöchsten Liga nach NHL und AHL. Jetzt bekommt er bei den Löwen einen Vertrag für die Saison 2013/14. Anfang August tritt er seinen Dienst in Bad Tölz an.

Eher zufällig sind die Tölzer auf den Neuzugang gestoßen. Löwen-Trainer Florian Funk bekam in den vergangenen Monaten zahlreiche Bewerbungen von Spielern und deren Agenten. Ein Foto von Kishel im Dress der Komets zeigte er seinem Verteidiger-Coach Randy Neal. „Das Trikot kenne ich doch“, sagte der. „Bei denen spielt mein Neffe.“ Der und Neals Schwager zogen daraufhin weitere Erkundigungen ein. „Wir haben nur Gutes über Kishel gehört“, sagt ECT-Präsident Josef Hintermaier.

Sowohl die Informationen als auch die Statistiken haben ihn und das Trainer-Team überzeugt: Kishel wurde 2007 als 192 Nummer von den Montreal Canadians gedraftet. „Damit ist er sozusagen die Nummer 192 unter den weltbesten Eishockey-Spielern“, sagt Funk. Dass der 1,80-Meter-Mann bisher nicht in der NHL zum Einsatz kam, sei vermutlich seiner Größe geschuldet, vermutet der Löwen-Coach.

Ebenfalls positiv: In der Vorsaison, als die NHL fast zur Hälfte wegen des Lockout ausfiel, bestritt Kishel als Neuling trotzdem fast alle Partien in der ECHL, spielte sowohl Über- als auch und Unterzahl, obwohl die beschäftigungslosen Top-Spieler in die unteren Ligen drängten. Kishels Statistik ist zwar nicht allzu eindrucksvoll. „Aber seine Punkte sind schon in Ordnung“, meint Funk. Außerdem erfüllt der Amerikaner ein weiteres Kriterium, das sich der Löwen-Trainer gewünscht hatte, um Peter Lindlbauer in der Verteidigung zu ersetzen: Kishel ist Linksschütze.

„Das Gesamtpaket der Kriterien plus Kishels gute Teamfähigkeit und Charakter führten zu seiner Verpflichtung“, sagt Hintermaier. Auch bezüglich der finanziellen Belastung haben sich die Löwen abgesichert. Zwar bleibt es nicht nur bei einem Gehalt, „mit dem er leben kann“, betont der ECT-Präsident. Dazu kommen Wohnung, Flug, Abgaben für den Reindl-Pool und ein Auto. „Aber das bleibt alles im Rahmen unseres Budgets“, betont der ECT-Präsident.

Die Löwen-Führung hofft, das Risiko bei der Lotterie auf ein Minimum reduziert zu haben. Hintermaier: „Wir haben die Wundertüte, die da auf uns zukommt, eingehend untersucht und für gut befunden.“

(Nick Scheder)

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