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Jubelnde Serientäter: Lubor Dibelka (li.) schießt die ersten beiden Tölzer Tore selbst und legt das dritte für Shawn Weller (Mi.) zum 3:1-Endstand auf; Matt MacKenzie verbucht zwei Assists.

EISHOCKEY - DEL 2

Löwen im Glück: Dibelka und Weller schießen Tölzer in die Playoffs

  • vonOliver Rabuser
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Zwei Überzahltreffer, ein Doppelpack von Lubor Dibelka und eine traumhafte Kulisse. Die Tölzer Löwen schießen sich vor knapp 3000 Zuschauern mit einem 3:1 Erfolg über den EC Bad Bauheim in die Meister-Playoffs.

Sogar die Restchance auf den vierten Platz und damit das Heimrecht steht für Sonntag. Kein Wunder, dass Stadionsprecher Dino Garassi in seinem Überschwang gleich das gesamte Team bei der Wahl zum Spieler des Abends bedachte. Als Shawn Weller den Puck mit der Schlusssirene in den leeren Nauheimer Kasten schubste, brachen auf den Rängen alle Dämme. Bei Gäste-Coach Christof Kreuzer war das bereits einige Augenblicke zuvor der Fall. Freilich im negativen Sinne. Kurz vor der Erlösung echauffierte sich Kreuzer wider die Schiedsrichter, auch nach Spielende waren die Unparteiischen Zielscheibe für den Verantwortlichen aus der Wetterau. Abgerundet wurde Kreuzers miefige Laune durch Nörgeleien hinsichtlich des seiner Ansicht nach verspäteten Beginns der Pressekonferenz und einem selbst auferlegten Schweigegelübde bei dieser Frage-Antwort-Runde.

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Den Tölzern war das einerlei. Die Feierlichkeiten über den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte

hatten da längst begonnen. Allein die leidige Geschichte mit dem knappen Verteidiger-Material blieb an den Löwen haften. Zwar konnte Manuel Edfelder nach kurzer Trainingspause ohne erkennbare Hemmung auflaufen, aber dafür erwischte Beppi Eberhardt die Grippewelle. So blieb es beim Notfallplan mit Philipp Schlager, den einige Fans ohne Verzug als besseren Defensivspieler ausmachten, und natürlich DNL-Jungspund Maxi Leitner, dem das angebliche Lampenfieber nicht anzumerken war. Der 18-Jährige lieferte eine unaufgeregte und fehlerlose Partie ab. In Leitner steckt jede Menge Potenzial, das in den kommenden Jahren noch weiter ausformuliert werden muss. „Sehr cool vor so vielen Zuschauern“, goutierte Gaudet das Debüt.

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Dass die Löwen bis zum Ende hin um das historische Ereignis bangen mussten, lag zuvorderst an Nauheims Goalis Felix Bick. Der nämlich ließ bei paritätischer Mannschaftsstärke keinerlei Versuche der Hausherren passieren, streute überdies feine Reflexe ein, wie etwa die Rettungstat mit ruderndem Arm, als Bick am Boden lag und Tyler McNeely beim Lupfer eigentlich freie Bahn hatte. Und weil Nauheims Marc El-Sayed früh im Schlussdrittel aus dem Nichts heraus auf 1:2 verkürzte. „Wir hatten viele Chancen, aber zu wenige genutzt“, urteilte der Coach. Doch auch die Buam machten prinzipiell Vieles richtig, gaben den statistisch offensiv stets etwas gebremsten Gästen keinerlei Räume für griffige Abschlüsse, was sich im Schussverhältnis von 12:3 deutlich widerspiegelte, zudem waren die Gelb-Schwarzen mehrheitlich in Scheibenbesitz. Dabei verpasste Max French nach neun Minuten frei vor Bick den Nachschuss, und auch bei Schlager und Shawn Weller brachte Bick noch ein Stück seiner Ausrüstung an die Scheibe.

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Die Entscheidung fußte auf ein und dem selben Strickmusten: Tölz kreiste in Überzahl so lange, bis der Diagonalpass auf Dibelka und dessen Direktschuss möglich ist. Toll gespielt und ganz schwer zu verteidigen. Ein Pfostenknaller zum Ende hin wertete Dibelkas Leistungsdiagnostik weiter auf. Kurz mussten die Löwen um den feierlichen Moment zittern, weil sich die Hessen plötzlich wehrten. „Da war es ein Kampf um alles“, kommentierte Gaudet.

Tölzer Löwen – EC Bad Nauheim 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)

Tore: 1:0 (17:32) Dibelka (Sedlmayr, MacKenzie 5-4), 2:0 (35:15) Dibelka (MacKenzie, Pfleger 5-4), 2:1 (46:23) El-Sayed (Combs, Gnyp), 3:1 (59:59) Weller (Dibelka, French ENG). – Strafminuten: Bad Tölz 10, Bad Nauheim 16 + 20 (Beschimpfung. v. Offiziellen). – Schiedsrichter: Altmann/Bauer. – Zuschauer: 2989.

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