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Niedergerungen: Die Väter des 4:3-Erfolgs gegen die Heilbronner Falken waren Chris St. Jacques (li.) und Hannes Sedlmayr (re.), die besten Löwen am Freitagabend.

EIshockey: DEL 2

Grandiose Comeback-Qualitäten

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Die Tölzer Löwen siegen nach 0:3-Rückstand mit 4:3 in Heilbronn, positionieren sich dadurch vor dem wichtigen Heimspiel gegen Weißwasser optimal, um im direkten Duell Tabellenplatz zwölf anzugreifen.

Heilbronn/Bad Tölz– Sind lasche Anfangsdrittel ein probates Mittel für heroische Aufholjagden? Schon gegen Bayreuth lieferten die Löwen grenzwertige 20 Minuten ab, ehe sie zur Besinnung kamen. Am Freitagabend war es nicht viel anders. Ein offensiv blutleerer Auftritt führte zum 0:3 bis zur Mitte des Spiels. Chris St. Jacques hatte die erste Tölzer Torchance zu Beginn des Mittelabschnitts im Zuge der ersten Überzahl. Zuvor vermochten die Isarwinkler den Seriensieger der vergangenen Wochen mit ihrer pomadigen Spielweise weder personell ins Wanken zu bringen, noch sich Chancen zu erarbeiten.

Das war insoweit erstaunlich, als der neue Torhüter Mikko Rämö fast beschäftigungslos blieb. Hinter sich greifen musste der Finne dennoch – ohne Mitschuld. Beim ersten Powerplay der Falken waren die Gäste mal wieder mit sechs Feldspielern auf dem Eis unterwegs und Rämö beim Schlagschuss von Falken-Goldhelm Brendan Alderson die Sicht versperrt. Unmittelbarnach der ersten Pause verlor Beppo Frank im Zweikampf seinen Handschuh, kam gegen Kyle Helms zu spät, als der einen von Rämö parierten Schuss mittels Zweitverwertung im Netz unterbrachte. Richie Gelkes 3:0 war wieder einem Überzahlspiel zuzuschreiben.

Die Heilbronner Effizienz war angesichts einer gebremsten Offensivleistung der Falken erstaunlich. Zu allem Überfluss wurde einem Schlagschusstor von Christian Kolacny wegen Torraumabseits nach Video-Sichtung die Anerkennung verweigert. Doch die Hypothek erwies sich nicht als zu hoch, die plötzlich kampfeslustigen Tölzer fanden einen Weg, die Partie wieder spannend zu machen. Zwei Treffer nach ähnlichem Strickmuster holten den Aufsteiger ins Match zurück. Zuerst brachte Manuel Edfelder einen scharfen Querpass von Philipp Schlager direkt vor Tormann Marcel Melichercik im Kasten unter. Später gelang Chris St. Jacques das seitenverkehrte Kunststück nach Vorarbeit des zuletzt auffällig starken Hannes Sedlmayr.

„Die Wende kam mit dem 3:1“, urteilte Rick Boehm. Tölz profitierte in dieser Phase von einer doppelten Strafe gegen Patrick Kurz, der bei Schlager für ein blutiges Trikot sorgte. „Diese Strafzeit war entscheidend“, meinte der Löwen-Coach. Zweiter Nutznießer des numerischen Vorteils war Klaus Kathan. Das Urgestein traf just von der gleichen Stelle, wie beim ersten Aufeinandertreffen in Heilbronn – präzise über Melicherciks Schoner in die kurze Ecke. Es kam noch besser: Wieder in Überzahl gingen die Buam erstmals in Führung. Kathan erspähte St. Jacques am Toraum – 4:3. Flo Strobl verpasste die Vorentscheidung. Doch den dritten Saisonsieg über die Falken ließen sich die Tölzer nicht mehr vermiesen.

Heilbronner Falken - Tölzer Löwen   3:4 (1:0, 2:2, 0:2)

Tore: 1:0 (6.49) Alderson (Heywood/Helms, 5-4), 2:0 (20.35) Helms (Alderson), 3:0 (24.33) Gelke (Schlenker), 3:1 (28.57) Edfelder (Schlager), 3:2 (38.51) St. Jacques (Sedlmayr, 5-4), 3:3 (40.28) Kathan (Sedlmayr/Kolabny, 5.4), 3:4 (48.31) St. Jacques (Kathan, 5-4), – Strafminuten: Heilbronn 10 + 10 (Götz, Check v. hi.), Tölz 10, – Schiedsrichter: Nicole Hertrich/Alexander Singer, – Zuschauer: 1468.

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