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Wieder mal der Turm in der Schlacht: Löwen-Goalie Mikko Rämö (re.) fischte fast jede Heilbronner Scheibe aus der Luft, muss auf seinen ersten Shut-out allerdings weiter warten.

Eishockey: DEL 2

Defensive gewinnt

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Schwache Chancenverwertung, starke Abwehr: Die Tölzer Löwen mühen sich zu einem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Heilbronn. 

Bad TölzEs bleibt dabei: Auch im vierten Spiel gegen die Heilbronner Falken bleiben die Tölzer Löwen ungeschlagen. Am Freitagabend erkämpften sie sich einen 2:1-Sieg nach Verlängerung. „Es war eine enge Kiste“, sagt Löwen-Trainer Rick Boehm. „Den Zusatzpunkt haben wir Mikko Rämö und Joonas Vihko zu verdanken.“ Der Löwen-Goalie hat erneut stark gehalten, Vihko erzielte das Siegtor in der Nachspielzeit, nachdem die Löwen einen späten 0:1-Rückstand noch später ausgeglichen hatten.

Boehm war mit seiner Abwehr generell zufrieden. „Wir haben defensiv sehr wenig zugelassen.“ Die Kehrseite: die wenig effiziente Offensive. 140 Tore hatten die Löwen vor dem Spiel auf dem Konto. Gegen Heilbronn sah es lange Zeit nicht danach aus, als sollten es mehr werden. Die meisten Angriffe der Gastgeber waren zu harmlos, bei etlichen Überzahlsituationen waren die Schüsse zu unplatziert oder Heilbronn konnte sich schnell befreien. Boehm: „Wir haben zu viele Chancen im Powerplay vergeben.“

Die Tölzer Abwehr dagegen: fast fehlerfrei. Lediglich gegen die stärksten Heilbronner, Jonas Schlenker und Goldhelm Brandon Alderson, halfen zuweilen nur Fouls. „Aber wir haben in Unterzahl wenig anbrennen lassen, das war das Positive“, sagt Boehm. Oder Rämö packte wieder eine ganz starke Parade aus. Der Finne war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Er war aber deutlich seltener gefordert als sein Gegenüber Marcel Melichercik, der 45 Schüsse auf sein Tor bekam. Und gerade einmal zwei Tore für Tölz sprangen dabei heraus.

Den Löwen fehlten mit Marcel Rodman (Olympia), Chris St. Jacques (Entzündung) und Dominik Walleitner (Kreuzbandriss) nicht nur drei Stürmer – wie schon beim 2:1-Sieg in Dresden. Sondern eben auch das Glück und der Nachdruck im Angriff. Maxi Hörmann war im Nachschuss nicht vehement genug, Joonas Vihko und Philipp Schlager kombinierten die Scheibe oft schön nach vorne. Doch der letzte Pass wurde abgefangen, oder Falken-Torhüter Melichercik hatte wenig Mühe mit den Schüssen. Zwar machten die Löwen nach einer Unterzahl zu Beginn des zweiten Drittels eine Zeit lang mächtig Druck. Aber der Schuss von Michael Endraß ging vorbei, Julian Kornellis endete bei Melichercik, Klaus Kathans war zu harmlos, und Casey Borer brachte keinen Druck in seinen Nachschuss.

Auch vom Tabellenneunten war nicht allzu viel Zwingendes zu sehen. „Wir waren zu verspielt, hatten zu wenig Zug zum Tor“, bemängelt der Heilbronner Trainer Gerhard Unterluggauer.

Erst im Schlussdrittel trafen beide Teams einmal. Zunächst Justin Maylan, der Justin Kirschs Schuss zum 1:0 für Heilbronn abfälschte. Wenig später glich Kornelli für Tölz aus, als er die Scheibe bei einem Konter humorlos unter die Latte drosch. Tölz hätte das Spiel im letzten Abschnitt entscheiden können, hatte mehr Chancen und mehr Powerplay-Situationen. Auch Siegtorschütze Vihko vergab eine Reihe von Möglichkeiten für die Löwen. In der Verlängerung machte er beim 2:1 allerdings kurzen Prozess.

Tölzer Löwen - Heilbronn n.V. 2:1 (0:0, 0:0, 1:1/1:0)

Tore: 0:1 (46.23) Maylan (Kirsch/Bernhardt, 5-4), 1:1 (50.54) Kornelli (Sedlmayr/Borer), 2:1 (62.35) Vihko, –Strafminuten: Tölz 10, Heilbronn 12, –Schiedsrichter: Alexander Singer/Ulrich Hatz, –Zuschauer: 1634.

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