Mit starken Paraden hielt Torhüter Maxi Franzreb (re.) die Tölzer Löwen in Crimmitschau im Spiel. Am Ende sicherten sich die Gäste beim 5:4-Sieg nach Penaltyschießen zwei Zähler.
+
Mit starken Paraden hielt Torhüter Maxi Franzreb (re.) die Tölzer Löwen in Crimmitschau im Spiel. Am Ende sicherten sich die Gäste beim 5:4-Sieg nach Penaltyschießen zwei Zähler.

EISHOCKEY DEL 2

Löwen siegen nach komischem Spielverlauf

  • vonOliver Rabuser
    schließen

Allein im mittleren Abschnitt fielen am Freitagabend im Match der Tölzer Löwen in Crimmitschau sieben der insgesamt acht Tore. Am Ende holten sich die Gäste ihren 5:4-Sieg im Penaltyschießen.

Crimmitschau/Bad Tölz – Auch wenn die Tölzer Löwen am Freitagabend beim ETC Crimmitschau eindeutig disziplinierter als in den vorangegangenen Partien zu Werke gingen – ihre Defensivleistung machte ihnen wiederum zu schaffen. Nach umsichtigem Beginn kassierten die Kurstädter im Mitteldrittel vier Gegentore der Kategorie „überflüssig“, so dass sie beim Stand von 4:4 in die Verlängerung und dann auch noch ins Penaltyschießen mussten. Dort sicherte Max French den Oberbayern den wichtigen Zusatzpunkt zum 5:4-Erfolg. Kevin Gaudet jedenfalls war zufrieden: „Es gibt in Crimmitschau keine einfachen Punkte – beide Mannschaften hätten heute gewinnen können.“ Es sei nicht einfach gewesen, nach dem 1:3-Rückstand zurückzukommen, meinte der Löwen-Coach, der ein Sonderlob parat hatte: „Ich bin stolz auf Luca Tosto, der ein wichtiges Tor gemacht hat.“

Unstrittig war der komische Spielverlauf. Einem torlosen ersten Drittel folgten satte acht Einschläge, ehe zum Ende hin offensiv wieder rigide gegeizt wurde. Auswärts scheint die Startsequenz für die Löwen kein großes Problem zu sein. Weder waren kapitale Einschnitte im Abwehrverhalten zu erkennen, noch mangelte es an der nötigen Disziplin. Mehr noch: Sie waren in den ersten Minuten das auffälligere Team. Diese Wertung drehte sich zwar mit fortschreitender Spieldauer zugunsten der etwas aktiveren Eispiraten, deren Torgefahr jedoch war überschaubar. 16 Schüsse zählten die Statistiker auf Seiten der Heimmannschaft; darunter aber nichts, was Maxi Franzreb nicht halten könnte. Der Tölzer Goalie war zunächst der auffälligste Akteur in einer flottem Partie ohne die ganz großen Höhepunkte. Daran änderte auch die Möglichkeit von Max French oder der ausgelassene Konter über Tyler McNeely und Lubor Dibelka nichts.

Umso erstaunlicher war die 3:1-Führung der Gastgeber zur Mitte der Partie. Zumal Thomas Merl die Tölzer kurz nach Wiederbeginn in Führung schoss. Schlimmer noch: Die Buam hatten unmittelbar nach ihrem Torerfolg zwei aussichtsreiche Situationen, das Ergebnispolster auszubauen. Doch plötzlich ging es Schlag auf Schlag. Ein Scheibenverlust an der blauen Linie führte zum Gegenzug durch Scott Timmins und den Torschützen Mathieu Lemay. Kann passieren – im Gegensatz zum Doppelschlag durch Petr Pohl und Lemay vier Minuten später. Innerhalb von nur 37 Sekunden korrodierte die Löwen-Abwehr an zwei Schlüsselstellen, was die Sachsen zu nutzen wussten.

Doch die Tölzer fighteten zurück, verkürzten im Powerplay durch McNeely, glichen wenig später durch Dibelkas Kontertor mit Abschluss unter die Latte sogar aus. Blöd nur, dass nur 43 Sekunden später Petr Pohl beim Schuss von Ole Oleff am Torraum sträflich vernachlässigt wurde. Ein Malheur, das diesmal Luca Tosto unverzüglich zum 4:4 bereinigte. Marco Pfleger hatte zum Ende eines ebenfalls ausgeglichene Schlussdrittels die dicke Chance auf den Siegtreffer. Letztlich aber entschieden ein bärenstarker Franzreb sowie Frenchs Siegtor die Begegnung im Penaltyschießen.

Crimmitschau – Bad Tölz n.P. 4:5 (0:0, 4:3, 0:1, 0:0)

Tore: 0:1 (21:30) Merl (Schlager, Morrison), 1:1 (24:25) Lemay (Timmins), 2:1 (28:39) Petr Pohl (Demmler, Scalzo), 3:1 (29:16) Lemay (Patrick Pohl), 3:2 (34:09) McNeely (Martinovic, Pfleger), 3:3 (35:08) Dibelka, 4:3 (35:41) Petr Pohl (Oleff, Pa. Pohl), 4:4 (42:21) Tosto (Eberharst), 4:5 (65:00) French (GWG). – Strafminuten: Crimmitschau 8, Bad Tölz 8. – Schiedsrichter: Sven Fischer, Bastian Haupt.

Lesen Sie auch: Gegen Bietigheim: Zu viele Strafen, zu wenig Killerinstinkt 

Auch interessant

Kommentare