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Wertvoller Mann: Bei den Tölzer Löwen ist man froh über die Rückkehr von Hannes Sedlmayr, der auch gegen Kaufbeuren für Tore und Vorlagen sorgen soll.

EISHOCKEY - DEL 2

Löwen-Trainer Gaudet fordert: „Geschenke dürfen wir keine mehr machen“

  • vonOliver Rabuser
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Zu viele Punkte haben die Tölzer Löwen auf eigenem Eis verschenkt. Damit soll ab sofort Schluss sein. Die neue Entschlossenheit soll der punktgleiche ESV Kaufbeuren zu spüren bekommen.

Bad Tölz – Denkbar knapp endeten die beiden bisherigen Gastspiele des Tölzer Eishockeyteams in Kaufbeuren. Eines davon entschied die Mannschaft von Kevin Gaudet für sich, im zweiten Anlauf reichte es immerhin zu einem Punktgewinn. In der heimischen Arena indes erlebten die Löwen beim 8:2-Erfolg gegen die Allgäuer eine wahre Sternstunde. An diesem Freitag (19.30 Uhr) gastieren Anderl Brockmann und sein ESVK neuerlich in Bad Tölz – diesmal punktgleich mit den Hausherren und vom Leistungsvermögen absolut nicht mehr mit dem Auftritt von vor zehn Wochen zu vergleichen.

„Das wird ein Krieg“, bedient sich Kevin Gaudet deshalb martialischer Worte, um seine Schützlinge vorzuwarnen. Die Tölzer belegen in der Heimtabelle lediglich den elften Rang. Daraus erklärt sich der Unterschied zu den Top-Klubs der DEL 2: Zwar waren die verlorenen Heimpartien der Löwen mehrheitlich enge Kisten, teilweise mit unglücklichem oder subjektiv betrachtet gar unverdientem Ausgang. Letztlich aber stimmt die Ausbeute nicht. „Wir haben einige Spiele verschenkt“, räumt der Coach ein. Exemplarisch führt er das 5:7 gegen Bayreuth auf.

Zuletzt gegen Ravensburg hätten Einstellung und Entschlossenheit dagegen absolut gestimmt. Die Löwen hätten zwar auch diese Partie analog zum Hinspiel zwei Tage vorher gerne für sich entschieden – „aber das ist der Meister“, weiß Gaudet um das Niveau, das die Towerstars aufbieten können. „Man will zuhause eine Top-Mannschaft sein – und man muss es eigentlich auch“, betont der 56-Jährige. Klar ist dennoch die Devise für die finalen fünf Wochenenden der Hauptrunde: „Geschenke dürfen wir nun keine mehr machen.“

Viel weniger als die Oberschwaben wird der Tabellensiebte aus Kaufbeuren den Buam zweifelsohne nicht abverlangen. Gaudet erwartet die „schnellste Mannschaft“ der DEL 2, deren vier „relativ ausgeglichene“ Blöcke in Summe eine „komplette Mannschaft“ ergeben. „Die Ausländer sind der Schlüssel, alle vier sind sehr gut“, verweist der Löwen-Coach auf das vom Kanadier Braden Gracel ergänzte Skandinavier-Quartett Sami Blomquist, Antti Kerälä, Jere Laaksonen und Ossi Saarinen.

Doch auch die Löwen können seit der Vorwoche wieder personell aus dem Vollen schöpfen. Die Rückkehr von Hannes Sedlmayr ist für Gaudet dabei nicht hoch genug zu bewerten: Er sieht einen engen Zusammenhang zwischen der langen Auszeit des Schaftlachers und der unbefriedigenden Heimbilanz. „Vor seiner Leistenverletzung hat Sedlmayr im Schnitt einen Punkt pro Spiel beigesteuert“, rechnet Gaude vor, „das ist immens.“ Weiterer Nutzen der Vollzähligkeit: „Das Training mit vier Reihen ist viel besser.“

Das Match gegen die Joker ist bereits das vorletzte Derby aus Tölzer Sicht. Klar, dass man sich noch einmal besonders motiviert präsentieren möchte. „Du hast immer eine Chance zu gewinnen“, betont Gaudet. Gleichwohl nur, wenn die Strafbank leer bleibt: Auch der Ausgang dieser Partie wird vornehmlich davon abhängen, wer die meiste Zeit vollzählig auf dem Eis steht. Hierbei sieht der Coach seine Löwen auf einem guten Weg: „Die Disziplin hat sich im Vergleich zum Herbst enorm verbessert.“

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