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Der Fighter: Shawn Weller lieferte sich in Heilbronn einen packenden Faustkampf mit Tim Miller.

TÖLZER LÖWEN

Löwen-Trainer Gaudet ist überzeugt: „Gegen bessere Teams spielt man härter“

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Um die Weihnachtsstimmung bei Fans, Spieler und Trainer aufzuhellen, muss nach drei Heimpleiten in Folge gegen die Heilbronner Falken unbedingt ein Sieg her.

Bad Tölz – Es ist die letzte Möglichkeit, für Weihnachtsstimmung beim Anhang zu sorgen. Nach drei Heimpleiten in Serie wollen die Tölzer Löwen unbedingt den Turn-around schaffen und sich in eine bessere Position für die enge Spieltaktung der beiden Folgewochen bringen.

Im Weg stehen die Heilbronner Falken. Die Schwaben rangieren nach einer starken Runde an zweiter Stelle im Klassement. Mehr noch: Aufgrund der emotionalen Vorkommnisse in den beiden vorangegangenen Aufeinandertreffen, scheint sogar die Rivalität aus den späten 1980er Jahren wieder aufzuleben. Es gibt sie zweifelsohne: Jene Spieler, die den gegnerischen Fans ein Dorn im Auge sind; die aufgrund ihrer ruppigen Spielweise polarisieren. Auch in Bad Tölz existiert eine Liste mit Namen, die nicht nur den harten Kern der Fankurve zu unfreundlichen Ausrufen veranlassen. Früher, als man sich auf Augenhöhe mit dem SC Riessersee duellierte, war der Garmischer Hubi Buchwieser so ein Typ. Später zog Petr Mares im Trikot der Freiburger den Bannstrahl auf sich. Aktuell steht der Freiburger Provokateur Nicolas Linsenmaier ganz oben im Ranking der bösen Buben. Doch der Spitzenplatz wackelt: Heilbronns Tim Miller hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Hass des Tölzer Anhangs auf sich zu ziehen. Beim Tölzer 5:4-Auswärtssieg Mitte November kassierte der Falken-Angreifer nach rüdem Foul und anschließendem Faustkampf 39 Strafminuten, Kontrahent Shawn Weller kam mit 16 davon. Weller und Miller – das könnte abermals ein heißer Tanz werden.

Das befürchtet auch Kevin Gaudet: „Heilbronn hat einige Hitzköpfe. Man hat gesehen, was das geben kann.“ Gleichwohl tritt er neuerlichen Auseinandersetzungen strikt entgegen. „Wir dürfen diesen Weg nicht mitgehen, dazu ist unser Kader zu dünn.“ Das ist auch einer der Gründe, warum sein Team zuletzt außer Tritt geraten ist. „Wir haben zu viele Strafen gezogen“, moniert Gaudet. Aktuell nimmt die Disziplin einen noch höheren Stellenwert ein als ohnehin. „Wir bezahlen für die fehlenden Kleinigkeiten, die kleinsten Fehler werden bestraft“, benennt der 56-Jährige die Problematik. Die Mannschaft müsse deswegen versuchen, alles perfekt zu machen; so schwierig das auch sein mag.

Dass zwei Torerfolge aus 18 Scoring-Chancen – wie zuletzt jeweils gegen Freiburg und Weißwasser – deutlich zu wenig sind, kommt erschwerend hinzu. Personell etwas zu verändern, ist gleichwohl nicht möglich. „Mir fehlen die Alternativen“, bedauert Gaudet. Das Team muss den Umschwung ins Positive aus eigener Kraft schaffen. Doch vielleicht tritt die Wende wie einst gegen Kassel neuerlich und ausgerechnet gegen ein Spitzenteam ein. „Macht Sinn“, unkt Gaudet. „Du spielst gegen bessere Teams einfach härter.“

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