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Der Einsatz passt: Die Tölzer Löwen (v. re.) Hannes Sedlmayr, Kapitän Florian Strobl und Klaus Kathan beschäftigen Biet igheims Paradereihe. Der Siegtreffer gelingt jedoch dem Spitzenreiter.

Eishockey: DEL 2

Später Treffer ins Löwen-Herz

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Ein später Treffer macht die Hoffnung auf einen Punktgewinn gegen den Spitzenreiter zunichte: Die Tölzer Löwen verlieren trotz guter Leistung und großem Kampf mit 2:3 gegen Bietigheim.

Bad Tölz– Nicht zum ersten Mal in dieser Saison: Wieder einmal zeigten die Tölzer Löwen gegen eines der Top-Teams der Liga eine Top-Leistung. Doch nur sehr selten belohnten sie sich heuer mit Punkten. Auch am Freitagabend gegen Spitzenreiter Bietigheim Steelers ging der Aufsteiger und Tabellenletzte beim 2:3 ohne Lohn vom Eis. Wieder einmal eine Niederlage mit einem Tor Unterschied – trotz guter Chancen auf den Sieg und engagierter Leistung. Tölz ließ selbst eine doppelte Überzahl kurz vor Schluss ungenutzt verstreichen. Stattdessen traf ein Tor des Spitzenreiters 13 Sekunden vor Schluss die Löwen mitten ins Herz. „Wir müssen dringend daran arbeiten, so ein Spiel in den letzten Minuten nicht herzugeben“, meint Löwen-Trainer Rick Boehm.

Die Buam hatten sich viel vorgenommen. Es war ein sehr schnelles Spiel, in dem Bietigheim vor allem im Powerplay viel Druck machte und sich häufig im Löwen-Drittel festsetzte. Doch die beste Chance auf den Sieg hatten die Gastgeber, als sie kurz vor Schluss fast zwei Minuten in Überzahl ran durften. „Aber da haben wir zu hektisch gespielt, deswegen den Fokus verloren“, moniert Boehm. Vor allem Florian Strobl schien nicht mehr zu wissen, wo das Tor steht, als er aus kürzester Distanz am kurzen Pfosten vorbeischoss. Wenig später war die Niederlage besiegelt.

Die Löwen hatten von Beginn an zwar nicht mehr, aber die besseren Chancen – auch wenn sie geduldig darauf warten mussten. Die erste Möglichkeit – im ersten Angriff – nutzte Manuel Edfelder. Er tanzte Steelers-Keeper Ilya Sharipov aus, als würde er den ganzen Tag nichts anderes machen. Die Versetzung in den dritten Sturm schien ihm gutzutun. Auch Julian Kornelli verkaufte sich in der ersten Reihe gut zwischen Philipp Schlager und Joonas Vihko, der nach seiner Verletzung immer besser wird und viele Chancen hatte. Seinem Treffer zum 2:0 gleich nach der Führung stand nur die Latte im Wege. Boehm: „Wir haben uns nicht versteckt, haben einige gute Chancen erarbeitet.“

Aber die Löwen mussten wieder hohen Aufwand für ein Tor betreiben. Da ging es bei Bietigheim leichter. Mikko Rämö, der sich dem Druck des Ligaprimus’ erneut mit guten Paraden entgegenstemmte, musste in Tölzer Unterzahl hinter sich greifen: Marcus Sommerfelds Schlagschuss wehrte er zur Seite ab, Matt McKnight traf aus spitzem Winkel zum 1:1. Sich von der Strafbank fernzuhalten, auf Boehms Warnung hätten die Löwen noch besser hören sollen: Auch Shawn Wellers 2:1 fiel in Tölzer Unterzahl.

Aber sie rackerten unermüdlich, und Goldhelm Schlager glich aus, kurz nachdem die Löwen eine weitere Unterzahl dank Rämö überstanden hatten. „Die Tölzer sind eines der schnellsten Teams, sie kämpfen wie die Hunde. Hier zu gewinnen ist nicht einfach“, gab Steelers-Trainer Kevin Gaudet zu. Im Schlussabschnitt hatten die Löwen gute Chancen auf die Führung, aber auch etwas Glück, als Norman Hauner und Weller knapp am Tor vorbeischossen. Und dann die bitteren Schlusssekunden, als Tyler McNeely seinen Konter zum Sieg abschloss.

Tölzer Löwen - Bietigheim Steelers 2:3 (1:1, 1:1, 0:1)

Tore: 1:0 (2.20) Edfelder (Borer/Huß), 1:1 (6.01) McKnight (Sommerfeld/Auger, 5-4), 1:2 (25.14) Weller (McKnight/Auger, 5-4), 2:2 (27.32) Schlager (Schwarz/Kornelli), –Strafminuten: Tölz 10 + 10 (Sedlmayr, unsportliches Verh.), Bietigheim 16, –Schiedsrichter: Dominic Erdle/Daniel Kannengießer, –Zuschauer: 1523.

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