+
„Nicht sehr schlau in den letzten Spielen“: Die Löwen – hier mit (v. li.) Manuel Edfelder, Philipp Schlager, Sasa Martinovic und Torhüter Sinisa Martinovic – vernachlässigten gegen Freiburg manchmal die Abwehrarbeit.

Eishockey: DEL 2

Probleme hinten und vorne

  • schließen

Abwehrschnitzer und zu komplizierte Abschlüsse: Tölzer Löwen verlieren mit 3:4 gegen Freiburg. 

Bad Tölz – Minusrekord auf den Rängen, lange Gesichter auf dem Eis. Trotz gefälliger Offensive und einer 3:1-Führung, standen die Tölzer Löwen nach fahrlässigen Abwehrschnitzern beim 3:4 gegen den EHC Freiburg zum dritten Mal in Folge ohne Punkte da. „Wir haben Probleme mit dem Toreschießen“, urteilt Kevin Gaudet. Außerdem verteidigten die Isarwinkler wie eine übermotivierte Schülermannschaft.

Die Pannenserie der Vorwoche setzte sich nahtlos fort. Keine Minute war gespielt, da blieb die Scheibe nach einer Abwehraktion akkurat auf der blauen Linie hängen, Freiburg fuhr den 3:2-Konter, Scott Allen traf durch die Beine von Silo Martinovic zum 0:1. Torwartfehler – und das mit dem ersten Angriff überhaupt. „So ist es schwer, das Momentum zu bekommen“, betont Gaudet.

Wirklich gestört haben sich die Löwen am Rückstand nicht, aber sie liefen ihm lange hinterher. Grundsätzlich war das Angriffsspiel nett anzusehen. Allein im Abschluss mangelte es an der zündenden Idee oder am letzten Jota Entschlossenheit. Zu wenig, um Ben Meisner an dessen letztjähriger Wirkungsstätte aus der Fassung zu bringen. Stefan Reiter nach Solo und Max French mit einem satten Kracher hatten noch die besten Gelegenheiten.

Erst im zweiten Abschnitt änderte sich das Bild. Nach abgelaufener Strafzeit für Freiburgs Alexander Brückmann stand Lubor Dibelka plötzlich alleine neben dem Pfosten – 1:1. Schön herausgespielt, aber kein Vergleich zur erstmaligen Tölzer Führung. Lediglich drei Kontakte benötigten Shawn Weller, Tyler McNeely und Dibelka, ehe der Deutsch-Tscheche abermals jubelte. Ganz feine Klinge. Weller setzte noch ein Überzahltor drauf, sodass die Durststrecke des vergangenen Wochenendes ein Ende zu nehmen schien.

Aber denkste! Trotz der dreifachen Anzahl an Torschüssen vernachlässigten die Tölzer in den wenigen Momenten, in denen gegen die offensiv harmlosen Breisgauer Aufmerksamkeit gefragt war, die Abwehrarbeit. Cam Spiro verkürzte im Powerplay, weil bei Markus Eberhardt gleich zwei Straftatbestände binnen drei Sekunden sanktioniert wurden. „Dumme Strafen“, monierte Gaudet. Dann glich der im Slot von McNeely außer Acht gelassene Nicolas Linsenmeier aus. Ein Drittelergebnis, das nicht zu Aufwand und Scheibenbesitz des motivierten Heimteams passte.

Doch es kam noch schlimmer. Tölz ließ die wenigen Überzahlchancen verstreichen. Einmal mehr entschieden sich Gaudets Spezialisten für den letzten verschnörkelten Pass, anstatt einfach abzuziehen. Zudem schlug das größte Manko der vorangegangenen Niederlagen auch am Nikolausabend ins Kontor: Die Löwen kassierten einen Unterzahltreffer. Sasa Martinovic patzte als letzter Mann an der blauen Linie, Spiro fuhr den Konter, und Luke Pither gelang mit einem Schuss ins kurze Eck der Freiburger Siegtreffer. Gaudet: „Wir sind nicht sehr schlau in den letzten Spielen.“

Tölzer Löwen – EHC
Freiburg 3:4 (0:1, 3:2, 0:1)

Tore: 0:1 (00:40) Allen (Pither/ Billich), 1:1 (26:03) Dibelka (McNeely/Weller), 2:1 (32:04) Dibelka (Weller/McNeely), 3:1 (34:00) Weller (MacKenzie/Pfleger, 5-4), 3:2 (36:32) Spiro (Linsenmaier, 5-4), 3:3 (38:05) Linsenmaier (Kunz/Spiro), 3:4 (54:51) Pither (Spiro), – Strafminuten: Tölz 8 – Freiburg 14+10 (Pageau), – Schiedsrichter: Feistl, Erdle, – Zuschauer: 1847.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Pfosten und Schmidt verhindern mehr Punkte
Die Tölzer Löwen dominieren gegen Ravensburg lange, scheitern aber ständig an Keeper und Torgestänge und verlieren 1:2 n.P.
Pfosten und Schmidt verhindern mehr Punkte
Starke Leistung mit voller Kapelle
Die Tölzer Löwen gewinnen mit 3:2 in Ravensburg. Hannes Sedlmayrs Comeback mit Licht und Schatten. 
Starke Leistung mit voller Kapelle

Kommentare