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Vergebene Chancen rächen sich gerne: Tölzer Löwe Max French (re.) hätte vorzeitig für Klarheit sorgen können, scheitert aber knapp an Bayreuths Tormann Brett Jaeger.

Eine der härtesten Niederlagen

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Die Tölzer Löwen geben den Sieg in Bayreuth Sekunden vor Schluss aus der Hand und verlieren in der Verlängerung mit 2:3. 

Bayreuth/Bad Tölz– Der Sieg war zum Greifen nahe. Nein, er war praktisch schon eingetütet, als Lubor Dibelka kurz vor Spielende zum 2:1 einschob und der Treffer nach Videostudium vom Unparteiischen-Duo legitimiert wurde. Doch dann schlug sich das Schicksal in Form zweier Überzahlspiele massiv auf die Seite der Gastgeber. Bayreuth rettete sich in die Verlängerung, wo Simon Karlsson auch das 3:2-Siegtor realisierte.

Den Löwen bleibt die Erkenntnis, dass nicht immer das spielerisch talentiertere und technisch versiertere Team als Gewinner vom Eis geht. Und dass Strafzeiten zur Unzeit unangenehme Folgen nach sich ziehen. „Ich habe in 28 Jahren als Trainer viele Spiele verloren, aber das war eine der härtesten Niederlagen“, kommentierte Kevin Gaudet mit ungläubigem Kopfschütteln. Zu den Strafzeiten, die sich mit Shawn Weller und Philipp Schlager zwei arrivierte Cracks einhandelten, meinte er: „Das ist Dummheit, man darf diese Strafzeiten nicht nehmen.“

Dabei waren die Buam bei ihrer Premiere alles andere als zögerlich, oder gar schlecht. Nach kurzem Abtasten gelang Marco Pfleger auf Zuspiel von Hannes Sedlmayr das erste Tor dieser Spielzeit. Der Vorsprung hielt bis zur Mitte der Partie, er hätte gleichwohl längst ausgebaut werden müssen. So tauchte Max French im Powerplay alleine vor Brett Jaeger auf. Doch der Bayreuther Goalie hielt seine Farben ebenso geschickt im Spiel, wie wenig später gegen Sedlmayr.

Kaltschnäuzigkeit fehlte den Gästen als einziges Element. Die Tölzer Dominanz wuchs im zweiten Abschnitt sogar noch an. Angesichts der zahlreichen Neuzugänge lief die Scheibe durchaus passabel durch die eigenen Reihen. Zweifellos ein Qualitätsmerkmal des neu formierten Teams. Im Abschluss allerdings haperte es. Dadurch hing permanent das Damoklesschwert eines Ausgleichs über den Kurstädtern. Und der fiel zwangsläufig. Thomas Schmidt, Neuzugang aus Dresden, kam an der blauen Linie frei zum Schuss, halten konnte Silo Martinovic den Knaller trotz ungetrübten Blickes auf die Scheibe tendenziell nicht. Fast im Gegenzug verpasste Tyler McNeely an Jägers Beinwerk die neuerliche Führung.

Die Spannung wuchs, die Kulisse wurde lauter, die Tigers mutiger. Es knisterte im alten Bayreuther Kunsteisstadion. Dennoch hatten die Tölzer den Fuß weiter in der Tür. Dibelka wurde beim Fastbreak mit Schlager regelwidrig von Martin Davidek behindert, einen Knaller von Andi Schwarz entschärfte Jaeger, ein Schlagschuss von MacKenzie krachte an den Pfosten. Ivan Kolozvary verpasste indes drei Minuten vor Schluss für die Gastgeber. Nach der Löwen-Führung schien die Sache doch gut auszugehen. Doch das stellte sich als Irrglaube heraus.

Bayreuth – Tölzer Löwen n.V. 3:2 (0:1, 1:0, 1:1/1:0)

Tore: 0:1 (6:43) Pfleger (Sedlmayr/Sasa Martinovic), 1:1 (30:12) Schmidt (Davidek/Rajala), 1:2 (57:27) Dibelka (Schlager/Kolb), 2:2 (59:43) Karlsson (Lillich/Kolozvary, 5:4), 3:2 (61:19) Karlsson (Rajala/Järveläinen, 4-3) – Strafminuten: Bayreuth 12, Bad Tölz 20, – Schiedsrichter: Kevin Salewski/Jens Steinecke. – Zuschauer: 1937.

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