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Vier Treffer in den letzten drei Spielen: Löwen-Stürmer Joonas Vihko (Mi.) hat sich zuletzt als zuverlässiger Scorer gezeigt. Auch wenn er hier an Dresdens Goalie Marco Eisehut scheiterte, so traf er zum 1:0 gegen Dresden.

Eishockey: DEL 2

Löwen vs Heilbronn

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G.

Sie können nicht mehr gewinnen. Gewiss: Der Gegner war alles andere als Laufkundschaft. Doch wären die Sachsen schlagbar gewesen. Voraussetzung hierfür: Etwas mehr Leichtigkeit im eigenen Spiel, höheres Zutrauen an das eigene Leistungsvermögen, einfach der Pepp, den man braucht, um eine gallige Willenserklärung gegen eine Gastmannschaft zu formulieren. „Wir waren wieder einmal nahe dran, müssen aber das Stadion mit leeren Händen verlassen“, brauchte Rick Boehm viele seiner bisherigen Einschätzungen nur in andere Worte packen.

Mit einem Zuschauerschnitt knapp unter 1800 rutschen die Tölzer Löwen ins neue Jahr. Das ist insoweit erstaunlich, als diese Marke bislang nur viermal übertroffen wurde. Aber Bad Tölz scheint für Organisatoren von Sonderzügen ein lohnendes Ziel zu sein. Nach den 700 Kasselanern zu Beginn des Monats, säumten gut 500 Schlachtenbummler aus der sächsischen Metropole den nördlichen Bereich der Arena. Zwei dieser vier publikumsträchtigen Partien konnten die Löwen für sich entscheiden. Und auch am Vorabend des Silvestertags sah es lange Zeit aus, als könnte das zuletzt sehr stiefmütterlich behandelte Punktekonto des Aufsteigers eine Aufwertung erfahren.

Joonas Vihko besorgte nach zehn Spielminuten den Führungstreffer. Der Finne selbst zog in der neutralen Zone das Tempo an, über Beppo Frank und Marcel Rodman kam die Scheibe an den langen Torpfosten – 1:0. Vihkos Zielsicherheit scheint zurück, der 36-Jährige traf in den drei vergangenen Begegnungen viermal ins Schwarze; insgesamt stehen für ihn nunmehr zehn Treffer zu Buche.

Das Engagement der Löwen, bei denen Goalie Andreas Mechel nach einem Spielsperre rechtzeitig fit wurde, war im ersten Abschnitt absolut in Ordnung. Dresdens Cracks kämpften nach der weiten Anreise mit den berüchtigen „Busbeinen“, brachten wenig Kreatives zustande. Auch die zahlreichen Kritiker der Nummer eins im Tölzer Kasten mussten eingestehen: Mechel lieferte eine starke Leistung ab. Höhepunkt: Der Giganten-Save des Miesbachers gegen Dominik Grafenthin. Mechel lag bereits auf dem Eis, als der Stürmer zum Lupfer ansetzte. Doch Mechelr bog den Rücken durch und schnappte sich den Puck aus der Luft. Das Publikum tobte ob dieser grandiosen Rettungstat. Allerdings kam auch das fade Gesicht der Tölzer immer wieder durch. Im Mittelabschnitt ließen sich die Buam trotz zahlenmäßiger Ausgeglichenheit mehrere Male im eigene Drittel einschnüren. So war der Ausgleich der Gäste keineswegs unverdient. Bitter nur, dass er in der Schlussminute des zweiten Akts fiel, überdies niemand bei Goldhelm Alexander Höller stand, der am Torraum einen Blueliner von René Kramer mühelos an Mechel vorbei lenken konnte. „Dresden war im zweiten Drittel die eindeutig bessere Mannschaft“, räumte Boehm ein.

Zudem bewahrten sich die Sachsen das Oberwasser über die Pause hinaus, trafen durch Thomas Pielmeier zum 2:1. Zwei Tölzer saßen auf der Strafbank, just als Hannes Sedlmayr zurückkehrte, schlug die Scheibe im Kreuzeck ein. Jetzt wachten die Tölzer wieder auf. Eine Niederlage zum Jahresabschluss, wollte niemand. „Wir haben im letzten Drittel gezeigt, dass wir das Spiel noch gewinnen wollten“, kommentierte Boehm. Und tatsächlich kam Rodman am Torraum an die Scheibe, versenkte sie an Marco Eisenhut vorbei zum 2:2. Dann erlief Chris St. Jacques in Unterzahl einen Befreiungsschlag, wurde aber beim Brake gehakt – Penalty. Der Gefoulte lief regelgemäß selbst an, hatte auch eine zündende Idee, um das Spielgerät an Eisenhut vorbeizubringen. Doch die Scheibe prallte vom Helm des Goalies ab und am Kasten vorbei. Mit fatalen Folgen: Dreieinhalb Minuten vor dem Ende gelang Grafenthin der Siegtreffer. Marinus Reiter und Tom Horschel, die Boehm seit einigen Partien als Youngster-Block verteidigen lässt, waren bei diesem Spielzug nicht im Bilde.

Tölzer Löwen – Dresdner Eislöwen 2:3 (1:0, 0:1, 1:2)

Tore: 1:0 (9:59) Vihko (Frank, Radman), 1:1 (39:02) Höller (Kramer, Schmidt), 1:2 (42:01) Pielmeier (Siddall, Grafenthin 5-4), 2:2 (43:42) Radman (Schlager, BVihko), 2:3 (56:23) Grafenthin (Kramer, Siddall). – Strafminuten: Bad Tölz 8, Dresden 8. – Schiedsrichter: Marcus Brill, Sascha Westrich. – Zuschauer: 2402.

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