Au Backe: Trainer Kevin Gaudet und seine Löwen müssen zumindest an diesem Wochenende pausieren.
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Au Backe: Trainer Kevin Gaudet und seine Löwen müssen zumindest an diesem Wochenende pausieren.

EISHOCKEY - DEL 2

Mehrere Spieler mit Corona infiziert: Tölzer Löwen müssen in häusliche Quarantäne

  • vonWolfgang Stauner
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Teuer haben sich die Tölzer Löwen den 7:1-Heimsieg gegen die Lausitzer Füchse erkauft: Nach dem Sonntagsspiel sind einige Löwen-Spieler Corona-positiv getestet worden.

Bad Tölz – Es sind erst drei Spielwochenenden in der DEL 2 absolviert, und schon ist die Liste der Corona-bedingt ausgefallenen und verlegten Eishockeyspiele ellenlang. 22 Begegnungen sind im Terminplan bereits umdisponiert worden; am Donnerstagnachmittag sind mindestens drei weitere dazugekommen – die der Tölzer Löwen für diesen Freitag und den Sonntag sowie auch die für Dienstag, 1. Dezember, angesetzte Nachholpartie gegen Bayreuth. Die Spiele am nächsten Wochenende (4. und 6. Dezember) sind noch in der Schwebe. Wie lange und für wen die Quarantäne ausgesprochen wird, darüber wird das Tölzer Gesundheitsamt in den kommenden Tagen verfügen.

Eine Frage der Zeit, wann es die „Buam“ erwischen würde

Nachdem bereits die Bayreuth Tigers und der ESV Kaufbeuren positiv Getestete in ihren Reihen hatten, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann es auch weitere DEL 2-Teams und damit auch die Buam erwischen würde. Ausgangspunkt war ausgerechnet die glorreiche Sonntagspartie gegen die Lausitzer Füchse. Das 7:1 entpuppte sich im Nachhinein als Pyrrhussieg, denn einige Gästespieler wurden wegen leichter Symptome zu Wochenbeginn getestet – und positiv befunden.

Die Infektionskette durchbrechen

Immerhin funktionierte die Kommunikation zwischen beiden Vereinen perfekt. Nach Bekanntwerden der positiven PCR-Tests aus Weißwasser wurde Löwen-Geschäftsführer Christian Donbeck verständigt, und der wurde umgehend aktiv. „Wir haben die Sache sehr sensibel behandelt und die Liste aller am Sonntagsspiel Beteiligten dem Gesundheitsamt weitergereicht. Schließlich ist es unser oberstes Ziel, die Gesundheit unserer Spieler und deren Familien zu schützen und natürlich die Infektionskette zu durchbrechen.“

Am Dienstag wurden somit alle am Sonntagsspiel Beteiligten einzeln zum PCR-Test beordert. Das niederschmetternde Ergebnis, das Donbeck am Donnerstagnachmittag vom Tölzer Gesundheitsamt übermittelt bekam: „Es gibt auch bei uns mehrere positive Spieler. Da das Gesundheitsamt den Spielern die Ergebnisse persönlich übermittelt, sind auch noch weitere Positive zu befürchten.“ Die gesamte Löwen-Truppe ist nun bis auf Weiteres in häuslicher Quarantäne.

Die Löwen waren endlich im Rhythmus

„Das ist eine traurige Geschichte“, befindet auch Trainer Kevin Gaudet. Vor allem deshalb, weil die Löwen nach der durchwachsenen Vorbereitung und dem holprigen Saisonstart „endlich in einen guten Rhythmus gekommen sind“. Gaudet, dessen persönlicher Test negativ ausgefallen ist, bangt um Spieler, Betreuer und die eigene Familie. „Wenn man liest, was auch bei einem vermeintlich leichten Verlauf für Nebenwirkungen auftreten können, muss man schon Angst bekommen“, sagt der Coach. Warnendes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist Janik Möser. Der 25-jährige Verteidiger der Grizzlys Wolfsburg war positiv getestet worden, jedoch nahezu symptomlos geblieben und nach eingehaltener Quarantäne in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt. Erst bei einer weiteren Untersuchung wurde eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert.

Zwei Wochen komplett ohne Eis wären eine Katastrophe.“

Kevin Gaudet, Trainer der Tölzer Löwen

Gaudet sieht einer Quarantäne mit Grausen entgegen. „Zwei Wochen komplett ohne Eis wäre eine Katastrophe für die Mannschaft.“ Donbeck hat indessen in erster Linie die Gesundheit aller Löwen im Auge: „Da muss man das Sportliche hinten anstellen.“ WOLFGANG STAUNER

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