+
Der neue Mann hinter der Bande der Löwen: Der Kanadier Kevin Gaudet passt zum Tölzer Verein und dessen Philosophie und ist zunächst mit einem Ein-Jahres-Vertrag ausgestattet.

EISHOCKEY

Meistermacher Kevin Gaudet wird neuer Trainer bei den Tölzer Löwen

  • schließen

Kevin Gaudet wird neuer Cheftrainer bei den Tölzer Löwen. Eine Personalie, die nach den Verpflichtungen von Shawn Weller und Tyler McNeely die hohen Ambitionen der Kurstädter bestätigt.

Bad Tölz – Mit dem Kopf schaute sie schon seit Wochen heraus. Jetzt ist die Katze endgültig aus dem Sack. Kevin Gaudet wird neuer Cheftrainer bei den Tölzer Löwen. Eine Personalie, die nach den Verpflichtungen von Shawn Weller und Tyler McNeely die hohen Ambitionen der Kurstädter bestätigt. Denn Gaudet ist jener Typus Eishockeylehrer, den man wenig bis überhaupt nicht mit Abstiegskampf assoziiert.

Viele Erfolge prägen die außergewöhnliche Vita des 55-Jährigen. Christian Donbeck spricht von einem „absoluten Glücksgriff“ für das Tölzer Eishockey. Gaudet werde die Löwen und jeden einzelnen Spieler „nach vorne“ bringen, ist der Geschäftsführer von der Qualität des Kanadiers überzeugt. Mit Gaudet holen sich die Kurstädter erstmals einen Trainer von internationalem Format mit entsprechenden Erfolgen in die weeArena.

Gaudet begann als einer von drei Brüdern im frühen Kindesalter mit dem Kufensport. Als Aktiver spielte er für die Moncton Hawks in der AHL, stand zudem mehrfach im Kader der legendären Edmonton Oilers. Mitte der Achtziger Jahre führte Gaudets Weg schließlich nach Europa. Als Spielertrainer in Wedemark sammelte er erste Meriten auf deutschem Boden. Mit dem ESC Wedemark, den späteren Hannover Scorpions, stieg er als Meister der Zweiten Liga Nord 1996 in die DEL auf. In Wedemark beendete der Stürmer dann auch seine Karriere als Spieler, blieb aber noch vier weitere Spielzeiten als Headcoach.

Über die Straubing Tigers und noch einmal Hannover landete Gaudet für vier Spielzeiten bei den Vienna Capitals, wo er drei Playoff-Teilnahmen realisieren konnte. Im Anschluss läutete der 55-Jährige eine Ära in Bietigheim ein, die geprägt war von zwei DEB-Pokalsiegen, drei Meisterschaften und zahlreichen herausragenden Playoff-Resultaten.

Kurz fiel indes die letzte Amtszeit aus. Bereits im September 2018 verabschiedete sich Gaudet nach nur drei Monaten als Cheftrainer der Nürnberg Ice Tigers wegen unterschiedlicher Ansichten über Mannschaftsführung und Taktik.

Nun also soll Gaudet seine mannigfaltige Erfahrung bei den Tölzer Löwen einbringen. Donbeck ist überzeugt davon, den richtigen Mann auf die Kommandobrücke geholt zu haben: „Mit seinem unglaublichen Charisma und gutem Namen kann er uns Türen aufmachen.“ Beeindruckt ist der Funktionär von der Bescheidenheit des neuen Ober-Löwen. „Er stellt keine Ansprüche, sondern bringt sich ein und schaut, wie man Dinge umsetzen kann.“ Die Finanzierung Gaudets erwähnt der Geschäftsführer lediglich im allgemeinen Kontext: „Kevin ist uns in vielen Dingen entgegen gekommen.“ Man sei durch die Tatsache, viele junge Tölzer gehalten, respektive zurückgeholt zu haben, aufgrund der gesunkenen Nebenkosten finanziell in einer „sehr guten Position“.

Lesen Sie auch: Zwei zuverlässige Scorer verstärken die Tölzer Löwen

Außerdem habe man sich nunmehr zwei Jahre lang in der DEL 2 etabliert. Aufgrund des höheren Zuschauerinteresses und gesteigerter Sponsoreneinnahmen müsse man jetzt den „nächsten Schritt“ gehen. Wie genau der aussehen soll, will Donbeck nicht genau skizzieren. Das sei Sache des neuen Trainers, der mit seiner „unglaublich akribischen Art“ aus der künftigen Mannschaft ein möglichst hohes Potenzial herauskitzeln soll. Dass die Unterschrift auf sich warten ließ, findet Donbeck normal. Einen Trainer nach Bad Tölz zu holen, darf kein Schnellschuss mehr sein. Er betrieb mit Gaudet einen beinahe täglichen Austausch. „Man muss sich schon über die Philosophie absprechen“, erläutert Donbeck die Verhandlungsdauer. Für Gaudet sei Tölz eine Herausforderung. „Weil er einen Verein übernimmt, der nicht an der Spitze steht.“ Das Wichtigste aber war für den Funktionär, dass sich Gaudet mit „Verein und Philosophie“ identifiziere. Fürs Erste wurde ein Kontrakt für die kommende Spielzeit geschlossen. Bestenfalls aber soll die Zusammenarbeit mit Gaudet über mehrere Jahre gehen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare