Nach 28 Jahren beißen die Löwen zu

- Bad Tölz - Als der Zweitliga-Spielplan veröffentlicht wurde, gab's unter den Fans der Tölzer Löwen eine rege Diskussion, wann die junge und neu formierte Mannschaft wohl ihre ersten Punkte holen würde. "Frühestens im sechsten Spiel" (gegen Straubing), lautete schließlich der Tenor. Wie man sich täuschen kann. Es sind erst die Spieltage drei und vier absolviert, da haben die "Buam" schon ihr erstes Sechs-Punkte-Wochenende hinter sich.

Einem nicht erwarteten 2:0-Sieg am Freitag in München ließ die Mannschaft von Axel Kammerer am Sonntag auf eigenem Eis ein nicht minder überraschendes 5:2 gegen die Schwenninger Wild Wings folgen - und ließ zwei gefrustete gegnerische Trainer zurück. Münchens Gary Prior war mit der Leistung einiger seiner Akteure nicht einverstanden, sein Schwenninger Kollege Mike Bullard staunte mehr über die jungen Tölzer, die "60 Minuten lang Vollgas" geben.

Es muss aber auch ziemlich nervig sein, das Tölzer Bollwerk vor dem bärenstarken Torwart Mark Cavallin knacken zu müssen. Denn Axel Kammerer, ein Schüler von Hans Zach, bevorzugt jenes System, das der ehemalige Bundestrainer perfektioniert hat: Die Sicherung des eigenen Tors hat absoluten Vorrang, angegriffen wird nur, wenn's erfolgversprechend ist. Und dann sind sie im Training eben sehr fleißig gewesen. Selbst in Unterzahl sind die Tölzer kaum in Verlegenheit zu bringen, während das Powerplay schon ganz vorzüglich klappt. Gegen Schwenningen gelangen Jeff Hoad & Co. drei Überzahltreffer, gegen München reichte einer - es war der spielentscheidende. Und: Es war ein Erfolg für die Geschichtsbücher. Der letzte Tölzer Sieg in der Landeshauptstadt lag sage und schreibe 28 Jahre zurück. Damals hatten die Tölzer München, das seinerzeit unter "EHC 70" firmierte, mit 16:1 geputzt.

Axel Kammerer freut sich mehr an der Gegenwart. Lächelnd verfolgte er, wie 300 begeisterte Tölzer Fans in München das Team noch einmal aus der Kabine holten. Die Ovationen nach dem Heimsieg empfand er als gerechten Lohn harter Arbeit: "Wir haben ein überragendes und begeisterndes Spiel geboten."

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