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Hat Gefallen am Toreschießen gefunden: Löwen-Kapitän Philipp Schlager erzielte in Frankfurt seinen zweiten Saisontreffer zum 2:2 und brachte die Tölzer damit in die Verlängerung.

Eishockey: DEL2

Die Krieger, die nie aufgeben

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Die Tölzer Löwen holen in Frankfurt zweimal einen Rückstand auf und gewinnen 3:2 nach Verlängerung: der neunte Sieg in Folge. 

Frankfurt/Bad TölzViele Eishockeyfans haben wohl auf die Frankfurter Löwen gewettet. Dort haben die Tölzer Artgenossen in jüngerer Vergangenheit nie wirklich gut ausgesehen. Doch bei der Erfüllung der Prognosen spielten die Isarwinkler nicht mit. Sie steigerten sich im Verlauf der Partie kontinuierlich, bestätigten mit dem 3:2 nach Verlängerung das Ergebnis vom Freitag und holten ganz nebenbei den neunten Sieg in Serie. Schon morgen (19.30 Uhr) geht es mit dem Heimspiel gegen den EC Bad Nauheim weiter.

Es dauerte gleichwohl einige Zeit, ehe dieser Erfolg gerechtfertigt war. Die Anfangsphase verlief denkbar ungünstig aus Sicht der Buam. Zunächst verpassten Shawn Weller und Tyler McNeely beim Break ob ihres zu verschnörkelten Zusammenspiels die sichere Führung. Dann kassierten die Tölzer durch eine Unachtsamkeit den Gegentreffer. Luis Schinko kam von der Strafbank, legte auf den mitgeeilten Marius Erk – 0:1.

In der Folgezeit versäumte es Frankfurt, bei einem Innenpfostentreffer die Führung auszubauen, während bei den Isarwinklern nicht viel über gut gemeinte Ansätze hinaus ging. Auch, weil die Paradereihe um Marco Pfleger und Max French wie schon am Freitag kaum Akzente setzen konnte und in Lubor Dibelka ein gewiefter Individualist die Reise an den Main leicht angeschlagen erst gar nicht mitmachte. Und dann muste auch noch Hannes Sedlmayr passen.

Im Mittelabschnitt dann aber der erste Freudenmoment aufseiten der Tölzer. Diesmal trugen Weller und McNeely ihr Duell ungleich zielstrebiger vor als zu Beginn, und Weller markierte mit einem Schuss in die lange Torecke – sein zwölftes Saisontor – den Ausgleich.

An der Statik der Partie änderte das 1:1 relativ wenig. Die Tölzer hatten mit Ausnahme eines Außennetz-Kontakts von Pfleger Mühe, ihr ansonsten so gefälliges und gefährliches Offensivspiel vorzutragen. Auch die hessischen Löwen fahndeten mehrheitlich vergeblich nach schillernden Momenten. Die Führung holten sie sich dennoch zurück. Martin Buchwieser staubte im Powerplay reaktionsschnell am Torraum zum 2:1 ab.

Tölz war zuvor mal wieder mit zu vielen Spielern auf der Eisfläche unterwegs, kassierte so bereits den zweiten vermeidbaren Nackenschlag. Doch auch den steckten die Buam unnachgiebig weg. Letztlich fußte der neuerliche Gleichstand auf der Statistik, die bekanntlich selten lügt – und in diesem Fall besagt, dass Tölz im Schnitt aus jeder dritten Überzahlchance zum Erfolg kommt. Pech für Frankfurt: Zweimal saß schon ein Spieler der Gastgeber auf dem Sünderbankerl. Somit war fast klar, was da kommen würde. Den Schrägschuss von Stefan Reiter konnte Patrick Klein noch parieren, gegen das energische Nachsetzen von Philipp Schlager war der Goalie aber dann machtlos. Der zweite Löwen-Treffer des Abends – das zweite Saisontor des Kapitäns.

Zum Ende der Partie gefährdete zunächst Sasa Martinovic das Unternehmen Sieg durch eine überflüssige Strafe, ehe French im Tölzer Powerplay gnadenlos vollstreckte. Der Tölzer Trainer Kevin Gaudet adelte sein Team für diesen Coup: „Um neun Mal in Folge zu gewinnen, brauchst du Krieger, die nie aufgeben; die habe ich in meinen Reihen.“

Frankfurt – Tölzer Löwen 2:3 n.V. (1:0, 1:1,0:1/0:1)

Tore: 1:0 (04:27) Erk (Schinko), 2:1 (22:56) Weller (McNeely), 2:1 (29:26) Buchwieder (Proft, Lewandowski, 5-4), 2:2 (48:42) Schlager (Reiter, Schwarz, 5-4), 2:3 (64:15) French (McNeely, MacKenzie, 4-3), – Strafminuten: Frankfurt 8, Tölz 8, – Schiedsrichter: Markus Brill, Nicole Hertrich, – Zuschauer: 4116.

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