NHL-Crack ist der neue Joker

- VON PATRICK STAAR Waren die beiden starken Auftritte der Löwen am vergangenen Wochenende ein Strohfeuer? Oder vollzieht sich die Wende zum Guten? Weiteren Aufschluss darüber könnte die Partie am Sonntag (18 Uhr) bei den Kaufbeurer Jokern geben. Auch wenn die Allgäuer auf dem letzten Tabellenplatz stehen, warnt Löwen-Trainer Peter Obresa: "Die Kaufbeurer sind eine harte Nuss, mindestens so hart wie Straubing."<BR>

<P>Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, muss meist der Trainer seinen Kopf hinhalten. Nicht anders ist es in Kaufbeuren. Zunächst versuchte sich Doug Kacharvich, dann das Gespann Jochen Koch/Norbert Zabel. Vor drei Wochen gab es wieder einen Trainerwechsel: Neu im Amt ist Peter Ustorf, der zuletzt als Talent-Späher für den NHL-Club Washington Capitals tätig war.<P>Ein Problem blieb jedoch auch unter Ustorf ungelöst: Die Allgäuer spielen gut, holen aber trotzdem keine Punkte. Bitter war vor allem das 0:1 gegen Bietigheim am vergangenen Wochenende.<P>Die Kaufbeurer Misere spiegelt sich in Zahlen wider: In den vergangenen 15 Spielen gelang der Mannschaft nur ein Sieg. Mit einer Trefferquote von 11,4 Prozent haben die Joker das mit Abstand schlechteste Überzahlspiel der Liga und stehen weit hinter Bad Tölz (18,4 Prozent). Bud Smith und Patrick Yetman waren vor einem Jahr die Torfabrik schlechthin in der 2. Bundesliga - heute dümpeln sie auf Platz 47 und 49 der Zweitliga-Torschützenliste. Torhüter Martin Cinibulk, eigentlich ein Muster an Zuverlässigkeit, kassiert im Schnitt 3,93 Gegentore - der schlechteste Wert in seiner Deutschland-Karriere.<P>Die Wende soll nun ein Hochkaräter bringen: Der NHL-Star Alex Henry, den die Kaufbeurer am Donnerstag verpflichteten. Sowohl seine Statur als auch seine Statistiken sind eindrucksvoll: Der 25-jährige Verteidiger ist 1,96 Meter groß, 97 Kilogramm schwer, absolvierte in der vergangenen Saison 71 Spiele für die Minnesota Wilds und sammelte sechs Scorerpunkte. Auf dem Eis sorgt er für Ordnung, was die 106 Strafminuten beweisen. Einen NHL-Stammspieler - das hat kaum ein anderer Zweitligist zu bieten. Noch ist allerdings offen, ob der Hüne gegen die Löwen spielen wird.<P>Auf die Frage, ob er Bedenken bekommt, wenn er sieht wie die Konkurrenz aufrüstet, antwortet Löwen-Coach Peter Obresa: "Wieso denn? Es ist legitim, dass die so jemanden holen. Wir haben genügend Spieler im Kader, Max Prommersberger kommt ja auch noch aus der DNL dazu." Mit dabei sind nach abgesessener Sperre auch Toni Prommersberger sowie die wiedergenesenen Michael Baindl und Florian Curth.<P>

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