Großeinsatz am Schliersee - Schwimmer offenbar vermisst

Großeinsatz am Schliersee - Schwimmer offenbar vermisst
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Ein weiterer Rückschlag: Julian Kornelli (re.) hat sich gegen Dresden eine schwere Gesichtsverletzung zugezogen. Mindestens drei Spiele wird der Löwen-Stürmer pausieren müssen.

Eishockey: DEL 2

Niederlagen hinterlassen Spuren

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Sechs Niederlagen am Stück sind schwer zu verdauen. Dennoch meint Trainer Rick Boehm: „Die Moral bröckelt nicht.“ Derweil muss die Mannschaft einen weiteren Ausfall wegstecken. Julian Kornelli hat sich im Gesicht verletzt.

Die Tölzer Löwen haben im abgelaufenen Monat entscheidend an Boden verloren. Den Play downs dürfte nicht mehr zu entkommen sein. 18 Zähler lassen sich in den verbleibenden 21 Vorrundenspielen nicht wettmachen. Zumal den Löwen jegliche Frische in der angeknacksten Psyche fehlt. Die Niederlagenserie hat sichtbare Spuren hinterlassen. Und der Spielplan ist gnadenlos. Morgen Kaufbeuren, am Freitag Bietigheim, am Sonntag Bayreuth. Verschnaufpausen gibt es erst danach, wenn sich der gewohnte Zwei-Spiele-pro-Woche-Rhythmus wieder einstellt, und ansonsten akribisch trainiert werden kann.

Doch genau das ist es, was die Buam bräuchten, um die sechs Pleiten am Stück wegzustecken. Rick Boehm ist schon über die winzige Unterbrechung zum Jahreswechsel froh. Der Löwen-Coach hofft, dass die zweitägige Pause der Mannschaft „körperlich und mental“ gut tue. Das laufintensive System mit zwei Fore-Checkern lässt sich auf Dauer nur wirksam aufrecht erhalten, wenn auch der Kopf mitspielt. Das ist momentan nicht der Fall. Bestes Beispiel: Dresdens Siegtreffer in der Schlussphase. Boehm ließ seinen vierten Block gegen die Starting Six der Sachsen spielen. Mit fatalen Folgen. Tom Horschel und Marinus Reiter konnten die Situation nicht klären. Seit geraumer Zeit bekleiden die beiden Youngster den Part des dritten Defensivpärchens. Das sorgt für Diskussionen. Horschel war nach seiner Verletzung eigentlich gut in Schuss, fühlt sich aber an der Seite eines erfahrenen Kollegen wohler. Reiter indes ist seit Wochen völlig neben der Spur; möglicherweise überspielt durch die Berufung zur U 20-Nationalmannschaft. Der 20-Jährige wirkt gewohnt bemüht, bringt aber kaum eine Scheibe an den Mitspieler, geschweige denn konstruktiv nach vorne. Boehm wiegelt die Kritik ab, macht geltend, dass die Zusammenstellung 55 Minuten lang gut gegangen sei: „Man kann das deswegen nicht so sagen.“ Reiters wackelige Form bestätigte der 58-Jährige dagegen mit einer eindeutigen Handbewegung.

Christian Donbeck nickte Boehms nonchalante Analyse gleichwohl nicht ab. Der Geschäftsführer hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. „Da bring’ ich doch meine besten Leute“, zielt er auf den verhängnisvollen Moment in der Schlussphase. Zumindest aber nicht die vierte Reihe gegen den Dresdner Paradesturm. Zudem wackelten die beiden Eigengewächse schon in den vorangegangenen Partien. Boehm übte sich derweil in Durchhalteparolen. Auf Nachfrage versicherte er, dass die Mannschaft insoweit in Ordnung ist. „Die Moral bröckelt nicht, der Charakter ist gegeben.“

Physisch dagegen ist ein neuer Ausfall hinzu gekommen. Julian Kornelli erwischte es am Samstag böse. Schon im ersten Abschnitt übersahen die Unparteiischen einen Kopfcheck am Tölzer Mittelstürmer. Im Schlussdrittel kollidierte Kornellis Gesicht mit einem Schlittschuh; mit hässlichen Konsequenzen. Ein Muskel war gerissen und musste im Murnauer Unfallklinikum geflickt werden. Bestimmte Lippenbewegungen waren vorübergehend nicht mehr möglich. „Das war das beschissenste Silvester, das ich bisher erlebt habe“, tat der Youngster seinen Gemütszustand kund. Seine Zwangspause dauert wenigstens bis zum kommenden Sonntag.

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